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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-01 · Heft 44 (1.11.1881) · p. Seite 731

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 44 (1.11.1881)
Date
1881-11-01
Page
Seite 731 (sequence 11)
Language
German
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731 züglich um die Kosacken und ähnliche Volksstämme zum Abwurde denselben erklärt, daß dieses nicht als Beschränkung fall zu bringen, dann aber auch „gegen die Kausleute und ihrer Religionsfreiheit, sondern vielmehr als Sicherheitsmaß- Juden", also gegen die Besitzenden in den Städten, wie auf regel zu betrachten sei, um bei der gegen die Juden herrschendem Lande gegen die Gutsbesitzer das Volk aufzureizen. Der den Mißstimmung keine Veranlassung zri unangenehmen Auf- Kaiser Alexander Hl. hatte also völlig Recht, als er der tritten zu geben, jüdischen Deputation erklärte, die Nihilisten trügen die Schuld ■ .. . der Judenverfolgung. Um so mehr hätte man voraussetzen i rnmamen. müsien, daß die Regierung die Judew als einen ihr ver-) Bukarest, 10. Oct. (P. L.) Die Bevölkerung Rumäbündeten Theil ihrer Bevölkerung betrachten und behandeln! niens hat sich angesichts der in Rußland und Deutschland mußte, und mit Strenge gegen die Judenversolger einschreiten j ausgebrochenen Judenhetzen weit ruhiger und anständiger bewürbe. Aber gerade das Gegentheil fand statt, man bedrängt und bedrückt die Juden nur noch mehr und erläßt Circulare, welche den Geist der Feindseligkeit gegen die Juden athmen. Da ist man zu dem Schluß berechtigt, daß man geradezu beabsichtigt, der Volksaufregung die Juden als Opfer vorzuwerfen. Die neuesten Proklamationen der Nihilisten und manche Vorgänge in verschiedenen Gouvernements bezeugen jedoch, daß diese Rechnung eine durchaus falsche war. Der Geist der Auflehnung thut sich in Provinzen kund, in welcher gar keine Juden wohnen. Hat der Tiger Blut gekostet, benommen, als man nach der hartnäckigen Opposition gegen das Juden-Emanzipationsgesetz und dem engherzigen Verhalten der Kammer israelitischen Naturalisirungs-Gesuchen gegenüber vorauszusetzen berechtigt war. Allerdings fehlte es nicht an einzelnen Versuchen, den Haß der Massen gegen die Juden aufzustacheln. Aber wenn, wie es jüngst geschah, in Turn Severin Zettel mit der Devise „Bande JidaniW. acoma este timpul” (Krieg den Juden! jetzt ist der geeignete Zeitpunkt da!) in den Straßen verstreut gesunden wurden, oder wenn die angesehensten der Galatzer Juden von ungesagt das Sprichwort, so verlangt er noch mehr Blut, und so! nannt sein wollenden Freunden Briefe erhielten, in welchen erscheint es eine traurige Verirrung, wenn die Emeuten gegen die Juden von Staatsanwälten und Gerichten mit großer Nachsicht behandelt, von der Verwaltung durch Ausweisungen und Verbannungen der Juden beschönigt, und von dem Circulär des Grafen Jgnatiew gerechtfertigt wurden. Tie alte Regel sagt: principiis obsta, dem Anfang widersetze dich! Hat man aber den Tumulten gegen die Juden nur schwachen Widerstand geleistet, so ist es selbstverständlich, daß den Anarchisten der Muth gewachsen ist. Moskau, 12. Oct. In der Stadt Kremenez, Gouvernement Wolinsk, wird vor einer Abtheilung des Kreisgerichts sie unter Hinweis auf eine allgemeine Judenrevolte zum rechtzeitigen Verlassen der Stadt ausgefordert wurden, so hat man es wohl in beiden Fällen nur mit Bubenstreichen zu thun, deren Urheber entweder die mögliche Tragweite ihrer zweifelhaften Heldenthat gar nicht ermessen konnten, oder aber sich, von den Hetzartikeln der Oppositionspresse verleitet, über die öffentliche Stimmung im Lande den Juden gegenüber einer gründlichen Täuschung Hingaben. Viel bedenklicher war der in Calaraschi unternommene Versuch, den Volksaberglauben zum Bundesgenossen der antisemitischen Agitation zu machen. Ich theile den betreffenden Fall mir. von Lutzk mit Zuziehung der Geschworenen am 28. Oetober! weil er zugleich Zeugniß giebt, wie hierzulande selbst da-? der Fall der Ermordung des zum Christenthum übergctretenen - albernste Märchen bedenkliche Erregungen der durch die Preffe 16jährigen jüdischen Knaben Abraham Schmickler durch! vertretenen öffentlichen Meinung nach sich ziehen kann. Kam fanatische Juden zur Verhandlung kommen. Der Knabe war : da der Vater eines bei einer Judenramilie im Dienste stehen ein Neffe des einflußreichen Rabbiners Bärensohn, welcher! den christlichen Mädchens zur Behörde, um in aller Form einen solchen Abfall vom Glauben seiner Väter als eine die Anzeige zu machen, das; sein Kind, nachdem man dem- Schmach betrachtete und den Tod des Knaben beschloß. Am selben ordentlich zu essen und zu trinken gegeben, von den 20. April 1870 wurde derselbe erdrosselt in einem Sumpfe Juden eingeschläiert worden sei, um dem armen Opfer näcktgefunden. Die Untersuchung ergab, das; sechs Juden sich an , licher Weile das Blut aus den Adern zu saugen. Obgleick dem Morde betheiligt hatten; der Hauptschuldige, der Oheim j nun für diesen angeblichen Vampyrismus der Juden von des Ermordeten, wurde von dem Staatsanwalt gegen Bürg-, Calaraschi kein anderer Anhaltspunkt vorlag, als die Aussage schast aus seiner Hast entlassen und ist seitdem verschwunden.} des Mädchens, daß cs am andern Morgen mit einem Gefühl — Unter den Juden in Moskau hat in diesen Tagen große j der Schwere und Mattigkeit in den Gliedern (vielleicht ein Betrübniß und Aufregung geherrscht. Es waren wie gewöhnlich - Katzenjammer nach allzu reichlichem Abendbrod!) erwacht sei, Vorkehrungen zur Feier des Laubhüttenfestes durch Anlegung! strengte der Vertreter der irdischen Gerechtigkeit in Calaraschi von Lauben vor ihren Wohnungen — zum Theil in den doch eine hochnothpeinliche Untersuchung an und die „Jude- Höfen ihrer eigenen Häuser — getroffen worden, als der^pendance Roumaine" war leichtsinnig genug, eine ihr diespolizeiliche Befehl erging, dieselben sofort zu entfernen. Es, bezüglich zugegangene Meldung mit der ernsthaftesten Miene 44*

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