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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-01 · Heft 44 (1.11.1881) · p. Seite 733

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 44 (1.11.1881)
Date
1881-11-01
Page
Seite 733 (sequence 13)
Language
German
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733 Man bemerke, daß der Berf., was er uns zum Besten j Lachens über das vermeintliche Tabakrauchen Pharao's und giebt, für „unbestreitbar" hält, und voll Selbstbewußtseins; über dessen Oberpfeifenstopfer nicht enthalten können. Der „die orientalischen und anderen Exegeten belehren" will. Dies Ober-Mundschenk erzählt, wie er im Traume vor einem fordert doch heraus, seine Beweisführung ein wenig zu prüfen Weinstock sich befand, an welchem drei Reben, an denen Gehen wir zunächst zu Noah zurück. Ta heißt es 1. Mos. 9, 20. 21: „Und Noah fing an, ein Landmann zu fein, yci crc und pflanzte einen Weinberg, ‘iri po r&~*. und trank von dem Weine und ward berauscht." Herr Becker muß also zuerst it.i: nicht für einen „Weinberg", Oelberg oder sonst einen Obstgarten erklären, sondern — für ein Tabaksfeld! Ta kömmt er freilich mit vielen anderen Schriftstellen in einen argen Conflikt. Wie will er z. B. Jesaias 5,1 fi. mit dem „Tabaksfelde" in Uebereinstimmung bringen? Will er etwa p~&, z'Z'sz für verschiedene Tabaksforten ausgeben? Was will er in einem Tabaksfeld mit der Kelter anfangen, die a. a. O. in dem Kerem angelegt worden, da doch auch im Alterthum die Tabakspflanze schwerlich gekeltert ward? Daß die Septuaginta ms mit lifinslüivcc und p mit o'ivog überträgt, wird Herrn Becker wenig anfechten, da er ja auch die Septuaginta zu belehren bereit fein wird. Wenigstens kann er daraus sehen, daß es nicht Luther allein ist, der Jain mit Wein überträgt, sondern daß die ältesten wie die neuesten Ueberfetzer darüber gar nicht zweifelhaft waren. Daß eine Legende der griechischen Kirche für die Trauben reiften; „und der Becher Pharao's war in meiner Hand, da nahm ich die Trauben und preßte sie in den Becher Pharao's aus, dann gab ich den Becher in die Hand Pharao's." Wie Reben und Trauben an einer Tabaksstaude sein können, und der Tabak in den Becher ausgepreßt werden kann, das begreift wohl nur Herr Becker, der hier wiederum nfer«, .p zu lauter Tabakspflanzen machen muß. Nebenbei macht er O'i zu einer Wafierpfeife. Da möge Herr Becker sich mit 2. Sam. 12,3 abfinden, wo nach ihm das Lämmlein aus der Wasserpfeife seines Herrn — raucht (.-r£*n idodi). Doch wir wollen hier schließen, trotz der Versuchung, Herrn Becker's Tabaksrauchen mit dem p der Schrift an vielen Stellen in die ergötzlichsten Conflikte gerathen zu sehen, z. B. Spr. Sal. 23,31: „Sieh nicht den Wein an, wie roth er ist, wie Perlen er im Becher wirft, sanft niedergleitet." — Wenn Herr Becker hier nicht die blauen Rauchringel des Tabaks und das Gurgeln der Wasserpfeife findet! Daß p keine semitische Wurzel habe, behaupten die Lexicographen nicht; im Gegentheil haben die identischen o'ivog, vinum, Wein, fehlen indoger Dionysos schließlich zum Tabakraucher und die Thyrfosstäbe zu Tabakspfeifen machen müßte! Uebersetzung des hebräischen Textes nicht die geringste Wich-! manischen Ursprung. Für p nimmt man p „ keltern" an. Es tigkeit hat, versteht sich von selbst. Ging sie doch nur von wäre doch eigen, wenn man den heitern, Leben spendenden der Absicht aus, das Tabaksrauchen als ein Teufclswerk zu verurtheilen. Auch betrifft die Sage gar nicht die Anpflanzungen durch Noah, sondern den Bau der Arche. Eine talmudische Sage dagegen behandelt das Werk des Teufels bei dem Anbau des Weines durch Noah, wobei sie nur Wein und nichts als Wein im Auge hat. — Kommen wir nun zu der Stelle in der Erzählung von Joseph (1 Mos. 40). Ter Berf. sagt hier: „Daß der Ober- Mundschenk des Pharao in jener Sprache Sar liat tabachim genannt wird, was die Leptua^inta mit Archi-Eunochus wiedergiebt." Dies ist alles falsch, so daß der Berf. weder den hebräischen Text noch die griechische Uebersetzung ver- Vermischtes. (Ein altes Ehepaar.) Aus Duna-Földvar wird geschrieben: Die hiesigen Einwohner Josef Glas und Frau, Ersterer 103, Letztere 10 l Jahre alt, leben bereits 82 Jahre in ehelicher Gemeinschaft, zwar nicht in glänzenden Verhältnissen, jedoch im besten Einvernehmen. Die Leutchen sollen noch nie krank gewesen sein, doch ist der alte Glas seit standen hat. Wahrscheinlich ließ er sich verleiten, in dem^J^en blind. Die letzten Neujahrstagc — Glas ist Jude Tabachim — Tabak zu vermuthcn. Der Text unterscheidet j _ f,at bc§ *jjaar andächtig betend in der Synagoge zugegenau zwischen dem Obermundschenk und Oberbäcker einer-!^cht. Dieser Tage ist das Ehepaar gleichzeitig erkrankt seits und dem bar hat Tabachim andrerseits und letzterer,I find Beide bettlägerig. Bor drei Wochen waren Beide ,der Oberste der Leibtrabanten" (von rzz schlachten, morden), hat zugleich in seinem Palasle das Gerängniß, wie cs noch jetzt im Oriente der Fall ist. Daher giebt B. 4 dieser letztere den Ober-Mundschenk und Ober-Bäcker unter die Fürsorge Josephs. Ebenso unterscheidet die 8ept. den Ober-Mundschenk (itoyioivoyoog, also richtig wieder o'ivog) von dem Sar hattabachim, den sie clgyi <?f07tmtjjc nennen. Wer übrigens die betr. Stelle (B. 9 ss.) liest, wird sich des noch ziemlich rüstig, so daß die Frau, um ihren 60jährigen Sohn zu holen, manchmal eine beträchtliche Strecke, ohne zu ermüden, zurücklegte. Der alte Glas war im Feldzuge im Jahre 1809 Pferdelieferant der österreichischen Armee.

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