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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-01 · Heft 44 (1.11.1881) · p. Seite 730

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 44 (1.11.1881)
Date
1881-11-01
Page
Seite 730 (sequence 10)
Language
German
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730 mit der Erstattung der kosten in der so festgesetzten Weise i zelneu ineriminirten Stellen in Schutz, Rach ungefähr einer einverstanden. Aus Hinterpommern, 18. Oktober. Wie die „Cösl. Ztg." meldet, sind am Sonntag der vergangenen Woche in der Synagoge zu Pollnow abermals Fensterscheiben und Rahmen zertrümmert worden. Auch sind die Helden dieser That durch das Fenster der Svnagoge gestiegen und haben dort drei neue Fensterrouleaux abgeschnitten und entwendet. Es ist dies bereits das dritte Mal, daß eine Beraubung des jüdischen Tempels in Pollnow stattgesunden hat. Thorn, 17. October. Ter eonservative Reicbstagscandidat Herr Tombrowski erklärt in einem neuen Wahlaufrufe, daß er im Gegensatz zum liberalen Candidaten die Judenbewegung nicht verabscheue. Stuttgart, 14. Oct. (Privatmitth.) Am 11. Oct. wurde halbstündigen Berathung sprachen die Geschworenen den Angeklagten frei und in Folge desien wurde das Verbot des Buches aufgehoben, die confiscirten Exemplare freigegeben; die Kosten des Prozesses hat der Staat zu tragen. O esterrei ch-Ungarn. Lemberg, 14. Okt. (Privatmitth.) Die galizischen Juden haben einmal wieder erfahren, was die Freundschaft der Polen, denen sie sich bei den letzten Wahlen so vielfach zugewandt, für sie werth ist. Diese Herren haben im galizischen Landtag mit großer Majorität beschlosien, die Juden aus dem zu gründenden Lehrerseminar prinzipiell auszuschließen. Zugleich ist dieser Beschluß ein Ausfluß jener süffisanten Manier, mit welcher sich die Polen über hier vor dem Schwurgericht die Anklage gegen den Schrift-! das Staatsgrundgesetz hinaussetzen. Denn dieser Beschluß steller Paul Phineas Grünfeld aus Berlin wegen „Gottesist schlechtweg eine Verletzung des Artikels 14. des Staatslästerung" verhandelt. Ter Angeklagte, Jude, 1836 zu > grundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger, Patschkau in Preußen geboren, der sich, nachdem er in Paris,! und eine Regierung, welche Sinn besitzt für die Wahrung Berlin und London Studien gemacht, zumeist im Orient auf-! der staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Rechte, hätte die gehalten, hat in Stuttgart eine Broschüre erscheinen lassen: Pflicht, einen solchen Landtagsbefchluß nicht zur Sanction „Ben Sirah Militärs". In dieser waren drei Stellen incrii zu empfehlen. In der That stimmten Minister Baron minirt, indem Auslassungen des Verfassers als auf das! Ziemialkowski, Statthalter Graf Potocki und der Regierungs- Christenthum und Christus gehend, angefchuldigt wurden.! Vertreter Zaleski gegen einen Antrag, der auch an sich eine Grünfeld bestreitet nun, daß er letzteres gethan, will vielmehr > Ungerechtigkeit gegen einen großen Bruchtheil der Bevölkerdabei an orientalische Sekten gedacht haben, wie er denn! ung enthält. seine Schrift schon 1876 in Damaskus verfaßt haben will.! Lemberg, 18. Okt. In der gestrigen Sitzung des Es waren drer Zeugen geladen, die sich darüber aussprechen! galizischen Landtages wiederholte sich dieselbe Ersollren, ob das Buch Aergerniß gemacht habe. Tie beiden > scheinung. ersten Zeugen bestätigten dies in sehr heftiger Weise. Der Vertheidigcr machte darauf aufmerksam, daß diese beiden Zeugen erklärte Antisemiten wären und legte eine Reihe von Reccnsionen vor, in welchen an dem Buche keinerlei Anstoß gefunden worden. Ter dritte Zeuge erklärte sich dahin, daß er absolut nichts Gotteslästerliches in dem Schriftchen gefunden. Der Staatsanwalt, Landrichter Herrschner, beschuldigt die Juden, in Berlin durch die Presse das Christenthum mißhandelt zu haben, daß Stöcker hiergegen aufgetreten sei, und daß das Buch des Angeklagten diesem nur Recht gebe. Er hält aufrecht, daß das Buch gegen das Ehristenthum gerichtet sei. In demselben suche der Angeklagte nachzuweisen, daß das Judenthum die vernünftigste Religion sei und plaidire er stets für die Juden gegen die Christen. Der Bertheidiger, Rechtsanwalt Becher, weift zuerst nach, daß die Juden durchaus nicht die Angreifer, die Urheber der traurigen Hetze gewesen seien. Das Datum im Manuskripte beweise, Der Abg. Mcrunowicz hatte die Rabbiner der Unredlichkeit bei der Matrikelbücherführung beschuldigt und die fttengere Ueberwachung derselben beantragt. ^Zn dem Ausschuß, welchem der Antrag überwiesen, war der Anttagsteller nicht im Stande, die geringste Thatsache für seine Beschuldigung anzusühren, dennoch beschloß der Ausschuß den Antrag als Material der Regierung zu überweisen und der Landtag stimmte trotz des Widerspruchs der jüdischen Abgeordneten bei. Tie Majorität motivirte diesen Beschluß damit, daß ihrer innersten Ueberzeugung nach Unredlichkeiten vorgekommen seien und die Regierung am ehesten in der Lage sei, dieselben zu entdecken. Die Juden wissen also abermals, was sie von den Polen zu erwarten haben, wenn diese Herren im Lande find. Rußland. Petersburg, 17. Oct. (Privatmitth.) So wenig das daß cs 18 <6 in Damaskus geschrieben, und die Sprache be-! russische Reich jetzt schon vor den Nihilistenstürmen sicher ist, weise, daß der Ton der orientalischen Religionsbücher darauf ebenso wenig sind es die russischen Juden vor weiteren Bergewirkt habe. Das ganze Buch sei durch und durch von; folgungen. Die Nihilisten haben jüngst wieder eine ganze dem Glauben an Gott erfüllt. Er nimmt sodann die einj Reihe von Proklamationen ausgegeben und verbreitet, vor-

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