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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-01 · Heft 44 (1.11.1881) · p. Seite 726

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 44 (1.11.1881)
Date
1881-11-01
Page
Seite 726 (sequence 6)
Language
German
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726 sie einen Nachmittags-Gottesdienst mit Predigt und entsprechender Belehrung von Seiten der Rabbiner einzuführen; ä) Unterstützungskassen für arme jüdische Schüler und Prämien für diejenigen Schüler, die sich in der Religionslehre auszcichnen, zu errichten. In Anbetracht des ungeheuren Einstusses, welchen die Rabbiner auf die Massen des jüdischen Volkes besitzen, wurde beschloffen, jene zu veranlasien, daß sie in den Zeitungen und in selbständigen Broschüren das israelitische Publicum auf gewisse ungebührliche Facta, die der jüdischen Sache schädlich sein können, aufmerksam machen, und sowohl die Rabbiner als sonstige einflußreiche Glieder der jüdischen Gemeinden aufzufordern, ihre Rathschläge zu verlautbaren, wie solche Uebel zu beseitigen wären. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß es nützlich sei, tüchtige Repräsentanten und Vertreter in den hohen Kreisen Nichtigkeit dieser Beschwerden kennen zu lernen, habe die Regierung die Bildung dieser Commission, in welcher alle Stände, die Juden nicht ausgenommen, vertreten sein werden, anbefohlen, in der Hoffnung, dadurch die wahre Sachlage kennen zu lernen. Man weiß jetzt, welches Circulair Graf Jgnatieff hieraus erlassen hat! Ueber die Auswanderung liegen folgende neuere Be« richte vor: Brody, 18. Oktober. Heute geht die dritte Expedition von 230 russischen Juden von hier via Antwerpen, Hüll und Liverpool nach New-Zork ab, während die folgende vierte Expedition via Hamburg geführt wird, wodurch den Auswanderern drei Tage Landreise erspart werden. Dieser vierten Kolonne schließen sich die für Rechnung des Leipziger Komites (mit der Pariser Organisation liirt) Reisenden an. zu besitzen, wurden einige Notabilitäten 'eingeladen, dem Der Zuzug der Flüchtlinge dauert ununterbrochen fort und Herrn Baron Günzburg zur Seite zu stehen, damit nicht erschwert die Arbeit der Delegirten aus Paris und Leipzig, die ganze Arbeitslast der Repräsentation auf ihn allein falle. I Gestern war man aufs neue genöthigt, Lebensmittel an die Diese Männer werden nun jedem Rufe des Baron G., in Betreff ihrer Glaubensgenossen, bereitwilligst Folge leisten, sei es zum Behufe der gemeinsamen Berathschlagung, oder zur separaten Thätigkeit eines Jeden in seinem Wirkungskreise. Und sollten sie endlich es für nützlich erachten, mit anderen Persönlichkeiten von Nah und Fern Rath zu pflegen, so sind sie bereit zu jeder Zeit zu erscheinen. Am 7. September empfing nun der Minister des Innern, Graf Jgnatieff, die aus den verschiedenen Provinzen in der Residenz eingetroffenen Juden, an deren Spitze der Baron H. v. Günzburg und der wirkliche Staatsrath S. v. Polä- Emigranten zu vertheilen, um eine Wiederholung unliebsamer Straßenscenen zu vermeiden. Brody, 18. Oktober. Unter enthusiastischen Hochrufen auf den Kaiser, den Statthalter und den Bezirkshauptmann verließen heute 246 russische jüdische Auswanderer Brody. Breslau, 20. Okt. Gestern Abend langten mit dem Personenzuge der Oberschlesischcn Eisenbahn 253 jüdische Auswanderer aus Rußland auf dem hiesigen Centralbahnhofe an. Nach den Mittheilungen eines hiesigen Reporters sind es Leute, welche in Folge der bekannten Vorgänge im südlichen Rußland ihre Wohnsitze in Elisabethgrad, Rostow, Kiew, kow standen. Der Herr Graf nahm von ihnen das an ihn I Odessa und Niezia verlaffen haben, um mit Hülse der Alligerichtete Gesuch, sowie die von der ganzen Versammlung jance universelle israelite in Paris in Amerika neue Wohnunterzeichnete allerunterthänigste Bittschrift an Seine Majej sitze aufzusuchen. Ein Mitglied dieser Gesellschaft, Herr stüt entgegen, und äußerte bei dieser Gelegenheit, daß, so! Henri Strauß von der National Steam Ship Company in lange die Juden in dem bisherigen isolirten Zustande leben,! Antwerpen, hat die Auswanderer aus Brody abgeholt und ihre Rechte nicht erweitert werden können; der Minister begleitet sie bis nach Antwerpen auf's Schiff. Bei ihrer empfahl daher den Juden, sich der übrigen Landbevölkerung1 Ankunft Hierselbst war durch den Genannten für ihre körperso viel als möglich anzuschließen, und Productive Beschäftigliche Verpflegung Sorge getragen, und wurden die Leute ungen sich anzueignen. Zugleich theilte der Minister der (Männer, Frauen und Kinder) in den Wartesälen III. und Versammlung mit, daß die Regierung gegenwärtig darüber IV. Klaffe nach ritueller Vorschrift gut beköstigt. Unter den berathschlage, welche Hilfe sie den Juden, die sich dem Ackeraus etwa 100 Köpfen bestehenden Familienoberhäuptern. bebau widmen wollen, angedeihen lassen solle und dabei die fanden sich Handwerker, Kaufleute, Landwirthe rc. rc., einer Absicht hege, solchen Aspiranten Ländereien in den inneren von ihnen brachte ein Hoch auf den deutschen Kaiser Wil- Gouvernements des Reiches anzuweisen. Helm in deutscher und russischer Sprache aus, indem er be- Ueber die gegenwärtig zu constituirende Commission in sonders hervorhob, daß sie sich glücklich schätzten, in einem Betreff der Juden theilte der Minister mit, wie aus verfreien und gesitteten Lande angelangt zu sein, welches unter schiedenen Stadt- und Landschasts-Aemtern antijüdische Petider milden Regierung des deutschen Kaisers stehe. Sämmttionen an's Ministerium gerichtet worden seien, welche theils liche Auswanderer stimmten mit Begeisterung in das dreieine gänzliche Ausweisung der Juden, theils eine Einschränkmalige Hoch ein. Um 10 Uhr 00 Min. setzten die Emiung ihrer Rechte verlangten. Um nun die Richtigkeit oder granten mit dem Nachtzuge der Niederschlesisch - Märkischen

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