Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1881)
- Date
- 1881-10-25
- Page
- Seite 709 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Kaunas 1× ep/1000678
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- Vilnius 1× ep/1000947
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709 In Prozenten ausgedrückt sind 64,GS evangelisch, 33,7lichen Excessen kundgab, die jüdische Bevölkeruug nur 0,9 katholisch, 1,^ jüdisch und 0,,G dissidentisch oder einer anderen! Prozent ausmacht, also um 0,43 unter der Normalzahl!! Religion angehörend, während bei 0,^ Proz. die Angabe — Noch eine andere Folgerung geht aus dieser Statistik Herdes Glaubensbekenntniffes sehlt. Die Bertheilung der Re- > vor, nämlich daß der Antisemitismus gerade wie der Proligionen auf die einzelnen Provinzen ist eine sehr verschie- , selytismus auf die Juden ohne Einfluß bleibt. Als die dene. Was die Juden betrifft, so sind numerisch die meisten Volkszählung am 1. Dezember 1880 ausgeführt ward, war in den Provinzen Brandenburg (66,245), Posen (56,609), gerade die antisemitische Fluth aufs Höchste gestiegen und schien Schlesien (52,682) und Rheinland (43,694); die wenigsten I zu einem überwältigenden Strome zu werden. Demungeachtet in Sachsen (6700) und Schleswig-Holstein (3522). In standen die Juden fest in ihrem Bekenntniß und entzogen Prozenten ausgedrückt sind in Posen 3,;. Proz. aller Einwohner Juden, in Heffen-Naffau 2,7, in Brandenburg 2,0, Westfalen l,a, Schlesien 1,:J, Rheinland l,t, Ostpreußen, Westfalen und Pommern je 0,.,, Schleswig - Holstein und Sachsen je 0,:; Proz. Das Resultat der Stadt Berlin weicht von dem der beiden Regierungsbezirke der Provinz Brandenburg erheblich ab. Berlin allein zählt 87,* Proz. Evangelische, 7,2 Proz. Katholiken und 4,s Proz. Juden, während der Reg.-Bezirk Potsdam als entsprechende Zahlen 97,, resp. 2,2 resp. 0,5 und der Reg.-Bezirk Frankfurt 96,.. resp. 2,:; resp. 0,6 aufweist. Fügen wir noch einige allgemeine Bemerkungen hinzu. sich demselben in keiner Weise. vom Religionsunterricht. 111. Petersburg, 16. Sept. Es ist so selten, daß aus Rußland eine erfreuliche Nachricht, welche unsere Glaubensgen offen betrifft, zu uns gelangt, daß wir mit Befriedigung den folgenden Bericht geben, wenn auch etwas verspätet. Während von Alters Das Bevölkerungsverhältniß der Juden zu den Christen hat | her für die Ertheilung von Religionsunterricht in den sich also im preußischen Staate in 9 Jahren von 1,32 auf mittleren Lehranstalten vom Staate Sorge getragen und 1,33 erhöht. Würde diese Erhöhung ununterbrochen fortdauern, so wären 63 Jahre erforderlich, um es auf 1,40, und 603 Jahre, um es auf 2 Prozent zu bringen. Im Jahre 2484 würden also immer nur 2 Juden neben 98 Christen leben. Wie schmählich und auf Täuschung berechnet sind also alle die Behauptungen der Antisemiten von Ueberfluthung, Verdrängung, Beeinfluffung, Vernichtung des Deutschthums und des Christenthums durch die Juden! Bor diesen statistischen Thatsachen erscheinen alle diese Angriffe als unbegründet und lügnerisch. Ebenso lehrt das Faktum, daß gerade in der östlichen Provinz, in Posen, die Zahl der Juden sich um mehr als 9 Prozent vermindert hat, wozu noch der Ausfall der normalen Vermehrung tritt; es beweist dieses Faktum, daß der Lärm über das Einströmen russisch-polnischer Juden von Osten her ein Trugzu diesem Behufe besoldete Religionslehrer für alle christlichen Culte angestellt wurden, blieb der jüdische Schüler von dieser Wohlthat stets ansgeschloffen. Zwar ward es hier und da manchen jüdischen Autoritäten gestattet, facultativ und ohne welche Remuneration dieses sonst an der Spitze der Lehrgegenstände stehende Fach den Schülern mosaischer Confession lehren zu dürfen, aber von einer festen Norm, von einem regelrechten Verfahren konnte hierbei noch immer nicht die Rede sein. Erst in allerneuester Zeit wurde diese hochwichtige und brennende Frage, wenn auch nicht in vollem Umfange, so doch zum größten Theil gelöst. Die Initiative dazu ergriff der wirkliche Staatsrath Herr S. S. Poläkow, indem er ein Capital von 30,000 Rbl. spendete, das als Fonds dienen sollte zum Behufe der Einführung des obligatorischen jüdischen Religionsunterrichts gebilde war, erfunden, um der christlichen Bevölkerung Angst! in die mittleren Lehranstalten des Wilna'schen Lehrbezirks, einzuflößen. Hat sich doch auch gerade im Regierungsbezirk welcher aus den Gouvernements Wilna, Kowno, Grodno, Danzig die jüdische Bevölkerung vermindert. Wir bemerken j Minsk, Witebsk und Mohilew besteht, noch ausdrücklich, daß sich in der Provinz Posen die christj Nach geschehener obrigkeitlicher Genehmigung erfolgte liche Bevölkerung um 105,618 vermehrt hat. In 7 Regiej nun am 28. Oktober 1880 ein curatorischc» Regulativ, welches rungsbezirken hat sich die Zahl der Juden vermindert. Da-- wie folgt lautet: raus erklärt sich die ausnahmsweise Vermehrung der Juden! 1) das Schulgeld für den jüdischen Religionsunterricht in Berlin, wo in den 9 Jahren die christliche Bevölkerung > beträgt von den Schülern der mittleren Lehranstalten des um 25, die jüdische um 49 Prozent sich vermehrt hat. In- Wilna'schen Lehrbezirks 4 Rbl. p. a. und wird halbjährlich deß wird wohl jetzt den Juden der Zuzug nach Berlin pränumerando gezahlt; 2) bis zur Höhe von 10 Proc. der Anetwas verleidet sein. Nicht zu übersehen ist, daß gerade in zahl der jüdischen Schüler an einer jeden Lehranstalt können als der Provinz Pommern, wo der Judenhaß sich in so schmähnotorisch arm vom Zahlen dieses Schulgeldes eximirt werden;