Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1881)
- Date
- 1881-10-18
- Page
- Seite 694 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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694 2.'> entfällt auf die Dissidenten :c. und solche Personen, Goschke hatte nicht nur „Vivat!" gerufen, woraus die Menge bei denen die Zählkarten keine Religionsangaben enthalten, sofort „Hepp! Hepp!" nachschrie, sondern hatte auch mit Stolp, 29. September. In der heutigen Sitzung des > Nägeln nach Herrn Bürgermeister Stößel und dem Polizei- Schöffengerichts wurde ein Theilnehmer an den hier anfangs Sergeanten Rott und mit Steinen nach dem Polizei-Ser diefes Monats stattgehabten antisemitischen Unruhen verurgeauten Loth und auf die Husaren geworfen. Ter Verhaftung theilt. Ter Arbeiter Carl Lossin von hier, welcher sich seit! suchte Goschke sich dadurch zu entziehen, das; er in ein Haus dem 6. September Abends in Haft befindet, erhielt wegen j in der Schmiedestraße lies und sich hier in der Schlafstube Widerslandes gegen die Staatsgewalt, da er sich trotz der | des Fleischernleisters Koch versteckte. In dem Hause wohnt drei Mal erfolgten Aufforderung sowohl seitens des Bürgerauch der Kaufmann Otto Rühle, welcher wegen Vergehens Meisters Stößell als auch seitens des Oberstlieutenants gegen die öffentliche Ordnung sich in Untersuchung befindet, v. Krause nicht vom Marktplatz entfernt und außerdem durch Staatsanwalt Hähne sah in Goschke einen der Haupträdels „Hepp! Hepp'" Rusen groben Unfug verübt hatte, eine sichrer der hier stattgehabten antisemitischen Unruhen; er bestrafe von einem Monat Gefängniß und 14 Tagen Hast.j antragte 2 Jahre Gesängniß, der Gerichtshof sah nicht den Ter Amtsanwalt halte drei Monate Gesängniß beantragt.! Thatbestand des S 116 für vorliegend an und verurtheilte Ter Gerichtshof milderte jedoch die Strafe, „da die Schuld den Angeklagten wegen Widerstandes gegen die Staatsgemeniger den Angeklagten, als vielmehr die gewissenlosen Zvalt zu 11 Monaten Gesängniß und wegen groben Unfugs Heuer, welche den Auslauf provocirt hätten, treffe". Bei zu 1 Monat Hast. dem Angeklagten war bei seiner Verhaftung ein mit! Karlsruhe, 6. Oktober. Ter „Altkath. Bote" enthält Pulver und Zündhütchen geladenes Terzerol gesunden worden.! folgende bemerkenswerthe Mittheilung: Tie Deputation der Stolp, Oktober. tzTanz. Ztg.) In der heutigen Israeliten des Landes erschien am 17. September zur Be Sitzung der Strafkammer kamen verschiedene antisemitische glückwnnschung im Palais des Großherzogs zu Karlsruhe. Ereesse zur Verhandlung. U. A. wurde gegen den Arbeiter I Ans den Tank für das Wohlwollen der Regierung gegen- Ludwig Bomcke von hier verhandelt, gegen welchen ans An-, über den Juden erhielt sie die Antwort des Großherzogs, trag der Staatsanwaltschaft Anklage erhoben lvar, weil er! daß er dafür keinen Tank verdiene, sondern nur seine Pflicht hinreichend verdächtig erschien, am 1. September d. I. Abends! thue. Er wünsche, daß Alle es erführen, daß feine Regiein einer den öfientlichen Frieden gefährdenden Weife verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen einander angereizt 311 haben. Bomcke hatt ans dem Markt platze „Hepp! Hepp! Raus mit den verfluchten Juden!" ge rung eine freisinnige bleiben lverde. Gardelegen, 27. September. Laut Bekanntmachung des hiesigen Magistrats ist der hiesige Michaelis Jahrmarkt tvegen des jüdischen Versöhnungssestes vom 6. Oktober auf schrieen. Herr Staatsanwalt Hähne hielt nach erfolgter! den 4. Oktober verlegt. «Diese einfache Billigkeit bringt die Beweisausnahme die Anklage ansrecht und beantragte 6 Mo-j „Germania" sehr aus, und sic findet darin ein Wahrzeichen, nate Gefängnis;. Ter Gerichtshof sah nicht den Thatbestand daß die „Judenfrage" nicht in ihrem, der „Germania" Sinn des S i:'.o des Strafgesetzbuches für erwiesen an, sondern gelöst werden würde. Was wird sie sagen, wenn selbst ein erkannte dahin. das der Angeklagte nur des groben Unfugs! Thcil der badischen Landtagswahlen aus demselben Grunde schuldig sei und verurtheilte ihn zu 6» Wochen Hast «der! verlegt worden ist!) höchsten für groben Unfug zulässigen Strafe'. Ter Arbeiter! Glogau, im Oktober. «Privatmitth.« Der Vorstand Franz Zimmer von hier, rvelcher am Abend der 16. Sep-! der hiesigen Gemeinde ist dem guten Beispiele anderer gerember bei dem Kansmann Bernhardt Wunderlich am Markt' folgt und hat einen ausführlichen Verwaltungsbericht über eine Schaufensterscheibe im Werthe von!.'>«> Mk. einwars, j ltfeiO veröffentlicht. Mit Recht macht er in dem „Borwurde wegen vorsätzlicher und rechtswidriger Sachbeschädigung! wort" aus eine Glanzseite der Glogauer Gemeinde, aus die zu vier Monaten Gesängniß vernrtbeilt. — Ter Arbeiter Vermächtnisse und Vereine zu wohlthätigen Zwecken ans- Friedrich Goschke von hier rvar ans £ 116 angeklagt, am! merksam. Er sagt hier: „Nicht erzwungen, nicht durch Abend des 6. September, uachdeni die aus dem Marktplatz Gesetze, nicht unter der unbescheidenen Behauptung von und in der Schmiedestraße versammelte Menschenmenge von dein! privilegirten Glanbenssentenzen sehen wir Werke t er L iebe Beseblsbaber der bewassneteit Macht ausgcsordert war, sich für ewige Zeiten gegründet; --- dem reinsten Ouell, dem der zu entfernen, nach der dritten Aufiorderung sich nicht ent natürlichen Menschlichkeit, die jedem Civilisirten und mithin sernt zu haben, ferner nach $ 116 Beamten, welche zur auch jeder vom Staate anerkannten Glaubensgenossenschast Vollstreckung von Befehlen und Anordnungen vonVerwaltungs! gleich stark innewohnen muß, — diesem klaren reinsten behörde n berufen waren, in der rechtmäßigen Ausübung ihres ' O.uell entsprangen jene Werke, alle aus freiwilligen Gaben!" — Amtes Widerstand geleistet und groben Unfug verübt zu haben.! Das Budget der Gemeinde belief sich auf 20,469, M. wo-