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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-10-04 · Heft 40 (4.10.1881) · p. Seite 660

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 40 (4.10.1881)
Date
1881-10-04
Page
Seite 660 (sequence 8)
Language
German
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660 ges Beginnen, ergründen zu wollen, welche der beiden Versionen die richtige sei: das aber ist außer Zweifel, daß der Entschluß des Rabbi, sein Mandat niederzulegen, ein fester ist, und gedenkt derselbe, seinen Wählern mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu empfehlen, seinen Sohn Solomon Schreiber, der dem Vater an politischer Befähigung und Sittenreinheit nicht im Mindesten nachsteht, an seiner Statt zu wählen. Wie ich vernehme, soll dem Rabbi Schreiber seine mehrmonatliche Karlsbader Kur bestens angeschlagen und der beste Appetit bei ihm sich wieder eingestellt haben." dem die Gewaltthätigkeiten der Bauern gegen den Grafen Potocki erzählt worden, dem sie eine Ernte von 100,000 Rubel Werth abbrannten, heißt es weiter: „Aehnlich erging es dem sonst wegen seiner Menschenfreundlichkeit sehr beliebten und geachteten Grafen Bobrinski. Dieser besitzt u. a. ungeheuere Ländereien um den durch die letzten Judentumulte bekannt gewordenen Flecken Smelaja. Graf Bobrinski hat hier vornehmlich großartige Zuckerfabriken angelegt, in denen Tausende von Arbeitern ihr Brot finden. Nach dem letzten Judenkrawall lagerte eine große Anzahl jüdischer Familien obdachlos vor der Stadt und Bobrinski, der sich ihres Elendes erbarmte, vertheilte erstens unter sie einmal 1000 R. bar und ließ ihnen ferner mit wahrhaft fürstlicher Freigebigkeit bis auf unbestimmte Zeit täglich einen ganzen Ochsen, genügend Brot und außerdem noch 75 R. Geld verabfolgen. Als die Bauern und die Smelajaer das erfuhren, wurden sie aufsässig und murrten. Für das Judenvolk interesfirt sich der Graf und uns läßt er verhungern. Es kam zwar nicht wieder zu Tumulten, aber einige Tage später stand eine der mächtigen Zuckersiedereien Bobrinskis in Flammen." Kiew, 15 September. Meldung der „Pol. Korr.": Die argentinische Republik hat, um die aus Rußland auswandernden Juden zur Ansiedelung auf argentinischem Gebiete zu veranlassen, hier einen Agenten Namens Nizzolin bestellt, welcher bevollmächtigt ist, die Auswanderung in der eben erwähnten Richtung entsprechend zu organisiren und zu leiten. (S. oben den betr. Leitart). Rumänien. Rußland. Petersburg, 15. Sept. In Kijew ist von der Administration eine Verordnung erlassen, der zufolge es den Studenten mosaischer Confession untersagt ist, im Centrum der Stadt zu wohnen. Denselben sind zwei entfernte Stadtviertel als Wohnung angewiesen worden. Die Studenten griechisch-katholischer Confession haben nun die Universitätsbehörde gebeten, beim Minister der Volksaufklärung um Aushebung diese gegen ihre Commilitonen gerichteten Maßregeln zu petitioniren. Unabhängig von diesem Schritt seitens der Studentenschaft hat der Rector der Universität es durchgesetzt, daß die positive Ausführung dieser Maßregel bis zum 1. Oktober verschoben ist. — Petersburg, 17. September. Es stellt sich immer deutlicher heraus, welche Perfidie viele deutsche Zeitungen, allerdings nach dem Vorgang der russischen, begingen, indem sie die Schuld der Judenverfolgungen in Südrußland auf die Juden selbst, ans deren Verhältniß zum Volke zu wälzen suchten, sie als einen natürlich und spontanen Ausbruch der Bolkswuth gegen seine „Aussauger" darstellten. Immer gründlicher erweist es sich, daß jene Krawalle durch die Agitationen der Nihilisten hervorgerufen wurden, welche dem Volke weißmachten, der Czar nnd die Regierung begünstigten sie und hätten Straflosigkeit zugesichert. Dasselbe Manöver wird zur Aufteizung gegen die „Herren" gebraucht, indem man den Bauern insinuirt, die Regierung wolle eine Landvertheilung zu Gunsten der Bauern vornehmen. Deshalb herrschen in demselben Südrußland gegenwärtig ähnliche Auftritte, wie gegen die Juden, gegen die „Herren", Abbrennung der Ernten, Bonn, 26. Sept. (Notizen.) Man schreibt uns aus Niedcrbrennung von Fabriken. Die Regierungspresse wollte Breslau: Mit Vergnügen bringen wir die Nachricht, daß nicht gern zugeben, daß abermals die Nihilisten sich so die renommirte Gold-, Silber- und Seiden-Kunststickerei (Spewirksam und erfolgreich erwiesen hätten und deshalb wurde cialität: Synagogen-Stickereien) von Isidor und Rosalie auch von ihr versucht, die Juden selbst als Ursache ihres > Reiter in Breslau, Unterbär No. 1 für ihre hervorragenden Mißgeschicks hinzustellen. Und das war für die Juden ein! und kunstvollen Leistungen auf der Breslauer und Colberger neues Unglück. Jetzt bricht sich die Wahrheit allmählich! Gewerbe- und Industrie-Ausstellung mit Medaillen preisge- Bahn nnd wir können z. B. auf eine Correspondenz (vom! krönt wurde. Bukarest, 15. September. Zusammen mit den aus Rußland vertriebenen oder flüchtigen Juden wollen auch viele rumänische Juden nach Nordamerika auswandern, um sich daselbst dem Ackerbau zu widmen. Es haben sich bereits bei der „Alliance Jsraelite" 500 rumänische Judenfamilien zur Emigration gemeldet. Die Reiseunterstützung, welche dieselben erhalten, beträgt für die Familie 500 Francs in barem Gelde. wozu außerdem noch die freie Ueberfahrt über den Ocean kommt. obigen Datum) der „Köln. Z." vom 20. Sept. verweisen, Bonn, 26. Sept. (Literarische Notizen.). In welche das ganze Verhältniß lichtvoll darstellt. Wir führen der „Inckep. teige“ vom 20. August findet sich eine sehr geaus derselben eine sehr charakteristische Thatsache an. Nachschickte Analyse der beiden Schriften des sel. Schleiden,

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