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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-10-04 · Heft 40 (4.10.1881) · p. Seite 657

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 40 (4.10.1881)
Date
1881-10-04
Page
Seite 657 (sequence 5)
Language
German
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657 der Auswanderung bieten könnten. Nach einem Telegramm dings Staatskirche, aber allen anderen Culten ist völlige Freiaus Kiew (s. w. u.) hat die argentinische Republik! heit gewährt, und es bestehen daselbst schon Protestantische einen Agenten zur Vermittelung der Auswanderung nach ihrem Kirchen, und die wenigen dort wohnenden Juden können frei Gebiete dahin gesandt. Das einzige Bedenken hierbei bildet ihren Cultus ausüben. Bucnos-Ayres und Cordova sind die die Frage, ob diese Republik jetzt zu der politischen Sicherheit. Hauptstädte. Am meisten eignet sich das Land für Viehzucht, gelangt sei, die bis dahin ihr wie allen südamerikanischeu und hierzu würden sich die russischen Juden am ehesten Staaten gefehlt hat. Diese Republik umfaßt den Ostabhang schicken, die gerade hierin schon Vieles leisten. Die Viehder Cordilleren, den größten Theil des Beckens des Laplatazucht ist auch der beste Nebergang zum Landbau, der auch stromes, die südliche Region des Gran Chaco und die Pamin anderen Theilen des Landes leicht und sehr nutzbringend ist. pas, ein Territorium von 39,000 HHM. Die Einwohner- Dies ist das Bild, das wir gegenwärtig von der Auszahl beträgt 2,400,000, und die Einwanderung ist jährlich Wanderung entwerfen können. Das Elend zahlloser russischer auf circa 15,000 Köpfe gestiegen. Ueber 300 deutsche Meilen Juden ist so groß, daß jedes Auskunftsmittel, einer Anzahl Eisenbahn sind im Betriebe. Die katholische Kirche ist allervon ihnen zu helfen, ergriffen werden muß. li IM cp Mac fj M'C fjl&W. Deutschland. Berlin, 20 Sept. — Der „Hamb. CorrC thums, und vielleicht sogar dem eines socialdemokratisch j angekränkelten Arbeiters begegnen würde, um durch ihn auch ein Blatt, socialdcmokratische Stimmen für die conservativen Candidadas einer Begünstigung des politischen Liberalismus durchaus nicht huldigt, urtheilt in folgender Weise über die „conservative" Wahlagitation in Berlin: Da Berlin 6 Reichstagsmandate zu vergeben hat, ist ten der Reichshauptstadt zu gewinnen; ein vielversprechender Anlauf dazu ist bereits unternommen worden, hat doch erst in diesen Tagen ein conservativer Demagoge die social-reformatorischen Pläne Laffalle's und Bismarck's für völlig überdie Einigung über folgende 6 Candidaten erzielt worden: einstimmend erklärt. Aus diesen Gruppen setzt sich der heutige über den Lieutenant a. D. Liebermann von Sonncnberg, den j Conservatismus von Jung-Berlin zusammen. Zu welcher Hofprediger Stöcker, den Hilfsarbeiter im Reichsamt des j Farce ist mithin die conservative Bewegung entartet! Die Innern, Julius Schultze, den Profeffor Adolf Wagener, den j incarnirteste Jntereffenpolitik, die, jedes Idealismus bar, Redacteur vr. Cremer und den Obermeister Meyer. Diese j nur den eigenen Vortheil sucht, und diesen mit allen Mitteln aus dem Parteigetriebe hinlänglich bekannt gewordenen Namen l der Intoleranz, der Verdächtigung, der Entstellung und Berbesagen genug. Sie bekunden zunächst das Eine unwider- (dunkelung der Wahrheit zu erreichen sucht, das ist die beleglich, daß es der gesunde, den wahren Bedürfniffen des - lebende Kraft jener Abart des Conservatismus, das ist es, seßhaften Bürgerthums entsprechende, daher tief in dem Volke! was die disparaten Elemente innerhalb deffelben eint, die geselbst wurzelnde und auch von allen gemäßigten Liberalen einten zu einem Zusammenwirken bei den Wahlen treibt. als berechtigt anerkannte Conservatismus nicht ist, welcher hier seine Vertretung gefunden. In Herrn von Liebermann tritt uns der Antisemitismus pnr excellence, in Herrn (Daß kein Jude in Berlin für einen dieser Männer stimmen kann, dafür haben diese selbst genugsam gesorgt!) — Die antisemitischen Versammlungen häufen sich Stöcker die unter dem christlich-socialen Decku>antel um Herrwieder und Henrici und Stöcker überbieten sich selbst und schüft im Staate ringende Orthodoxie, in Herrn Julii's' einander in Wuthausbrüchen gegen die Juden. Das be- Schultze das politische Streberthum, in Herrn Wagener der (kannte Ministerialreskript gegen die antisemitischen Agitatoren zur Zeit salonfähig gewordene Staatssocialismus, in Herrn ,ludet also in Berlin keine Verwendung. Man sieht offen- Cremer der wieder in Gnaden aufgenommene Ultramontanisbar, daß Stöcker seinen antisemitischen Anhang mit den mus, in Herrn Meyer das mit Versprechungen aller Art Conservativen vereinigen will und sich in sehr gereizter geköderte, von den übrigen conservativen Gruppen als brauch- ■■ Stimmung befindet, wozu die scharfen Urthcile in der Preffe bares Stimmmaterial über alle Maßen gehätschelte Kleinüber ihn wohl beigetragen haben mögen. Wer die Aushandwerkerthum entgegen. Würde man noch über zwei oder drei laffungen dieser beiden Helden, die zugleich einander in der Mandate mehr verfügen, wir zweifeln keinen Augenblick, Platitüde und Niedrigkeit des Ausdrucks nbertreffen, kennen daß man noch dem Namen eines Minnigerode und Heffel, lernen will, findet sie in den Berliner Tagcsblättern ausführd. h. den Vertretern des altpreußischen Junkerthums und lich mitgetheilt. Wir unsererseits verzichten darauf. Im des nach Schutz seiner Privatintereffen lechzenden Fabrikantenj Uebrigen versuchen die Antisemiten die fortschrittlichen Wahl-

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