Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1881)
- Date
- 1881-09-13
- Page
- Seite 605 (sequence 5)
- Language
- German
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605 wenn sie die erlangte Freiheit unbenutzt gelassen, in ihren | Ghetti verblieben, und sich nach wie vor mit dem Trödel! und Geldgeschäft, auf die sie bi» dahin gesetzlich angewiesen waren, auch weiterhin allein beschäftigt hätten'?'. Run sie aber auf gesetzlichem Wege an allen Berufsthärigkeiten Thcil nehmen, auch eine wahrlich geringe Zahl von ihnen in untere und mittlere Staatsstellcn eingetreten sind, erhebt man da» Geschrei vom Streben nach „Alleinherrschaft" und malt da» Schreckbild vor, daß sie in einem Jahrzehnt alle Branchen sich angeeignet haben würden'. Ta» Eine so thöricht wie das Andere; denn wenn in Deutschland 1 Jude auf 100 Christen kommt, so ist die Herrschaft de» 1 über die 100, so ist das Berdrängtwerden der 100 von dem 1 doch in der That nicht» Andere», als wenn die Ammen den Kindern den „schwarzen Mann" oder den Bär oder dcrgl. zum Schreckbild machen. Ist es nun möglich, daß eine Versammlung von sich an kleinen Symptomen. Man erinnere sich, daß bei der Einweihung einer jüdischen Synagoge der Synagvgenvorstand sich erkühnte, auch die christlichen Prediger zur Assistenz ein zuladen. (Gelächter.) Man denke daran, daß als ein Denkmal de» Vaterlandes eingeweiht werden sollte und die christlichen Geistlichen dazu eingeladen werden sollten, die Juden verlangten, daß auch ihre Rabbiner zur Stelle sein sollten. (Heiterkeit.)" Diese Sätze allein charakterisiren diese Gesellschaft! Und dies nennen sie eine „Entchristlichung"! Wir fügen nur das Eine hinzu: Ihr wollt die Männer de» starken Glaubens sein? Ihr gebt vor, daß Ihr von der Unüber windlichkeit Eurer Kirche überzeugt seid? Und doch so klein > müthig, so verzagt, so an der Zukunft verzweifelnd, weil ein j Rabbi bei der Einwcihuug eines vaterländischen Denkmal»,! das doch auch für gefallene Juden gesetzt wird, zugegen sein ernsthaften Männern sich so aut die Stufe der Kinder verJ will, weil einige Juden Richter und Lehrer geworden! Fürsetzen lassen kann, um dergleichen Annnenmärcheu ruhig wahr eine solche Augst ziert weder den Christen noch den anzuhören und zu thun, als ob sie daran glaubten! Es ist i Deutschen! — Weiterhin kamen nun noch da» augenvermöglich, wie wir sehen, denn der Haß macht blind und die > drcherische Berurtheilen der Vorgänge in Rußland und Absicht, für die Partei zu werben, läßt Alles geschehen, was, Pommern, da» Schimpfen auf die „Verstocktheit und Vlindfür dieselbe brauchbar scheint. Zur Ehre aber gereicht es heit" der Juden (— der arme Missionär'?, daß man vifen Männern deutscher Bildung, Männern, die auf der Höhegegen die „Angriffe" ,??> der Inden Vorgehen müsse, daß einer starken, mächtigen Nation stehen wollen, nicht! Rebeist die Frauen und Jungfrauen dabei belfen müßten, und enddcr Furcht weckt der Redner — immer aber auf dem längst i lich sagt er: „Warum wäre es nicht möglich, daß ein in brcitgetrctenen Wege —- den Neid. Bekanntlich haben die sich einige» Volk einer Minorität die ihr zugebilligten Rechte statistischen Nachweise die in Fluß gebrachten Behauptungen! wieder nähme? Ist es doch möglich gewesen, die Todesvon der Heberschwemmung Deutschlands durch Inden aus strafe wieder einzuführen, nachdem man gesehen, daß sich dem Osten und von dem ungeheuerlichen Antheil der Juden Ihre Aufhebung nicht bewährt hatte. Tie absolute bürger» am Verbrechen gründlich widerlegt, und die Leutchen sind liche Gleichberechtigung der Juden muß durch eine relative hierüber ganz still geworden. Ebenso würde die Statistik, ersetzt werden, für die Relativität müssen besondere Maße wenn sie vorhanden wäre, die Fabel voit dem Uebergang der gesetzlich geregelt werden und die Plntokratie der Juden Güter in jüdische Hände als ein lächerliches Märchen er-: muß gesetzlich eingedämmt und womöglich gebrochen werden! weisen. Es giebt ganze Provinzen, in welchen kaum ein l (Beifall.) Redner endete mit dem ersten Verse des Luther¬ oder zwei Güter in jüdischen Händen sind, Aber auch der liebes „Ein feste Burg ist unser Gott!" dessen zweiten Vers Besitz von Häusern würde sich durchaus nur höchstens als; die Versammlung stehend sang. verhältnismäßig Herausstellen. Man sagt gewöhnlich, die Ta» ist klar gesprochen, und auch wir wissen nun, wo- Juden seien zum größten Theile Kanfleute. Aber Kaufleute! ran wir sind. Rach einer Pauie ergriff Frh. v. Hammerbrauchen ihr Geld viel zu nöthig in ihrem Geschäft, um es stein das Wort, aber er wiederholte doch nur das eben und häustg in Grundstücken anlegen zu können. Sollten die» aber schon so oft Gehörte. Es verlohnt nicht der Mühe, uochdie Juden gar nicht thun, wie würde man wiederum über mal» darauf einzugehen, Rur fügte er noch hinzu: die sie schreien. Für den Werth des Grund und Bodens in Macht des Capitals muffe gebrochen werden, und zwar in- Deutschland ist es auch gar nicht gleichgültig, ob Capitalien dem das bürgerliche Gesetzbuch von „der heidnisch-römischen sich ihm zuwenden und Concurrenz vorhanden ist. Rcdaelion? auf christlich-deutsche Grundlage" gebracht ivird. Wir hätten Ein Beispiel de» kleinlichen Geistes, der den Redner gern gehört, was sich der Redner hierbei dachte. Bekannt- und die Versammlung beseelte, müssen wir anführen. Er lich denkt man oft bei den hochklingendsten Pbrasen gar nichts! sagte: Tie Eonferenz nahm einstimmig folgende Resolution „Dabei vergegenwärtige man sich, daß alle christlichen an: „Tie Conserenz erachtet die sich in weitem Umfange Verhältnisse, in welche Juden eintrctcn, cntchristlicht werden geltend machende antiiüdifchc Bewegung tür den Ausdruck müssen. Was wir von den Juden zu erivarten haben, zeigt der in unserem Volke zum Durchbruche konimenden Erkennt-