Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1881)
- Date
- 1881-09-13
- Page
- Seite 603 (sequence 3)
- Language
- German
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603 rungen auch der obskurantesten Art in die Welt zu schicken. Judenverfolgung mit lautem Wort erhoben haben. Der or- Hierdurch erlangen jene erst eine Bedeutung. Denn was thodoxe Thcil dagegen tritt als geschlossene Phalanx gegen diese Herren sprechen, wenn sie unter sich sind, würde eben mit dem Schluß ihrer Versammlung verhallen, und höchstens in ihren eigenen wenig gelesenen Blättern wiederholt werden — wenig gelesenen, denn in der obigen Versammlung wurde ein Klageruf erhoben, daß ihr eigenstes Organ „Die evanuns auf und die „evangelisch-lutherische August-Conserenz in Berlin" brachte dies;um Ausdruck. Wir wollen auch das hervorheben, daß selbst in der lutherischen Kirche Theologen von Geist und Gelehrsamkeit zu unserer Vertheidigung ausgetreten, wie die Professoren Dr. Franz Delitzsch und Dl-. gelische Kirchenzeitung" in ihrer Existenz bedroht sei, da sie > Baumgarten, Männer, die selbst der lutherisch orthodoxen im Publikum der eigenen Partei keine Unterstützung finde, j Richtung angehören. Durch die Berichte der liberalen Presse aber erhalten bie | Was ist das nun für eine Eonserenz? Sie ist nicht Auslassungen und Beschlüsse derartiger Versammlungen eine eine von der Landeskirche veranstaltete und autorifirtc; sie allgemeine Verbreitung, eine größere Bedeutung und Wirksamkeit. Ob die liberale Publizistik hierin recht verfährt, wollen wir hier unerörtert lassen; nur darf sie sich nicht einbesteht nicht aus gewählten Vertretern ihrer Kirche; sie ist eine freiwillige Zusammenkunft, die keine wirkliche Autorität besitzt, wenigstens so weit unser Wissen geht. Woraus ist bilden, daß schon durch die bloße Klarstellung der Ziele und I sie zusammengesetzt? Wir brauchen nur die Redner zu neunen, Wege der Reaktion der vernünftige Thcil des Volkes abge-! die in ihr austraten: Graf Krassow, ihr Vorsitzender, Herr stoßen und zum Widerstände ermuntert werde. Die Einsicht| v. Kleist-Retzow, Freiherr v. Hammerstein, Missionsinsvektor ist eben nicht das Gut Vieler, und die ewige Wiederholung! Plath, Missionär de le Roi, Kögel, Missionsdirektor Wange derselben Schlagwörter, Behauptungen und Verleumdungen mann u. s. w. Es sind also zwei hinlänglich bekannte Pargiebt diesen in den Augen der Menge einen Anschein von ticen, die hier Zusammenkommen. Welche ist ihre Tendenz? Recht und Begründung, der sehr gefährlich ist. Dies ist der Tie Führer der lutherischen Kirche streben seit langer Zeit Grund, warum wir aus die Verhandlungen der obgcnannten nach einer vollständigen Befreiung von jedem staatlichen Eonserenz eingehen müssen. Zwange — die Männer der August-Eonferenz gehen weiter: Noch eine- Bemerkung voran. Tie Refornratiou hatte sic wollen die Alleinherrschaft der lutherischen Kirche, welche zur Folge eine Spaltung des ganzen großen Thcilcs ber J bic allein wahre Kirche sei, und selbstverständlich die alleichristlichen Bevölkerung, welcher der katholischen Kirche ab-j nigc Herrschaft der orthodoxen Partei. Auch hier braucht sagte. Nicht blos daß drei Reformatoren, Luther, Zwingli und Calvin, drei gesonderte Kirchen gründeten, und in England wieder eine besondere sich bildete; nicht allein daß im Lause der Zeiten eine Menge einzelner Sekten innerhalb des Protestantismus entstand, sondern auch innerlich gestaltete man nur auf den Inhalt ihrer Verhandlung zu sehen, sie wollen die Sprengung der evangelischen Union, die Stellenbesetzung der Kanzeln und der Lehrstühle an den Universitäten. Von hier aus kann es uns nicht wundern, daß sich die Conferenz am zweiten Tage zn einer Antisemiten Vcr sich eine solche Spaltung, indem hauptsächlich die eine Par-, sammlung Stöcker'scher Art verwandelte, welche auch dem tei sich streng an die Bekenntnißsormeln anschloß, die andere! Herrn Stöcker ihre Anerkennung und Huldigung darbrachte, der freien Forschung huldigte und eine Fortentwickelung an-^ Die Parteien, die in dieser Versammlung vertreten waren, strebte. Diese beiden Parteien bekämpften sich zu aller Zeit, sind hierin nur conseauent. Die Junker und die orthodoxen und stehen sich auch heute noch, oder vielmehr gegenwärtig Geistlichen haben die Gleichstellung der Juden so lange beerst recht in heftigem Streite gegenüber. Des Erfolges hatte kämpft und verhindert, wie sie cs vermocht, gegen dieselbe sich meist die orthodoxe Partei zu erfreuen, theils wegen agitirt, wo sie nur konnten, und jetzt, wo sie ihre Zeit ihrer größeren Energie und Rührigkeit, theils vermöge ihrer wieder gekommen glauben, treten sie offen mit dem Bestreben Ausschließlichkeit, in deren Geiste sic keine Mittel scheute, auf, den modernen Rechtsstaat wieder zu stürzen und Auswährend die Anhänger der freieren Geistesrichtung ihren nahmegesetze wieder herzustellen. Sie begreifen einmal das Prinzipien gemäß Duldung und Nachsicht üben mußten, end- Ehristenthum nicht anders, als in der Tendenz, alle Anderslich weil die orthodoxe Partei die weltlichen Machthaber viel gläubigen auszuschließen, zunächst die Juden, daun die Re mehr für sich zu gewinnen verstand. Warum wir dies hier formirten und Katholiken, und zugleich diejenigen Lutheraner, hervorheben? weil wir zu eonstatiren haben, daß nicht die die nicht unbedingt zu ihrer Fahne schwören. Im Namen ganze evangelische Geistlichkeit zu den antisemitischen Hetzern ihres Kirchenthums verlangen sie die Unterdrückung aller und Wühlern gehört, sondern nur der orthodoxe Theil der- 'Andersdenkenden. Hierzu kommt noch das Besondere, daß, selben. Die Spaltung in jener bethätigt sich auch hier, da thatsächlich der kirchliche Sinn in der protestantischen Be Wir haben bereits eine ganze Reihe evangelischer Geistlichen völkerung, besonders nach der Auffassung der Orthodoxen, dankbar anzuführen gehabt, welche sich gegen diese und alle bedeutend abgenoinmen hat, sie nach einem Sündeubock suchen.