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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-09-06 · Heft 36 (6.9.1881) · p. Seite 590

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 36 (6.9.1881)
Date
1881-09-06
Page
Seite 590 (sequence 8)
Language
German
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_590 Uebrigens meldete man aus Bulgarien, daß daselbst > „evangel. lutherischen August-Conferenz" in Berlin fortwährend zahlreiche russische Juden an langen. I werden wir in nächster Nummer berichten und ihr antworten. Bemerkung. Ueber die Verhandlungen der! - Die Redaction. snacfjzi cfj len. vor, daß, wenn die Conservativen den Antisemitismus gefördert und unterstützt haben, um ihn zu politischen Parteizwecken für sich auszubeuten, ihre Rechnung eine sehr zweifelhafte war. — Jüngst hielt Stöcker eine Versammlung seiner „christlich-socialen" Partei ab, wo er über „Sabbath und Sonntag" verhandelte. Er sprach über die Juden äußerst zahm! Sie sollten den Sonntag mehr halten, das wäre ein Schritt zur Lösung der Judenfrage — und man müsse auch die Deutschland. Berlin, 23. Aug. Der „Köln. Z." giebt man von hier unterm 19. August folgende Schilderung: „Die Zersetzung der conservativ-christlich-social-antisemitischen Parteivereinigung macht, soweit es sich um die Berliner Wahlen handelt, immer weitere Fortschritte, und wenn dieser oder jener Sitz des Fortschritts noch vor einigen Wochen angesichts jener Coalition bedroht erschien, so sind die Aussichten des Fortschritts jetzt wieder im Steigen. Den Führern der guten Eigenschaften der Juden anerkennen — wie gütig!! verschiedenen reactionären Parteien ist es nicht gelungen, ihre — In Bromberg ist in diesen Tagen, wie wir der Anhänger zu einer unbedingten Nachfolge zu bewegen, ja, „Tanz. Ztg." entnehmen, ein conservatives Flugblatt zu unter den Führern selbst sind persönliche Fehden ausgebrochen, Gunsten der Wiederwahl des Abgeordneten v. Schenck-Kawenc- und man ist jetzt ungefähr so weit gekommen, daß kein Mensch zyn erschienen, in welchem wiederum behauptet wird, daß mehr recht weiß, wer denn eigentlich die osficiellen und andie Antisemitenbewegung „zum Kampfe für Bismarck und erkannten Candidaten der einzelnen Parteien sind. Die die Regierung gehöre". Der Reichskanzler schweigt zu der- Antisemiten, welche an Zahl die Conservativen bei weitem1 artigen Behauptungen und trägt durch sein Schweigen dazu übertreffen, möchten jetzt gern die Stichworte „liberal" und! bei, daß dieselben Glauben finden. „conservativ" verwischen, um unter antisemitischer Flagge! — Das Staatsministerium hat den Recurs des vr. auch liberale Stimmen auf ihre Führer zu vereinigen, ein! B. Förster gegen die Strafe von 50 M., die ihm das Pro- Bersuch, der an sich nicht aussichtslos war, aber durch das' vinzial-Schulcollegium in der Kantorowitz'schen Angelegenheit Eintreten Stöcker's erschwert oder unmöglich gemacht wird, auferlegt hatte, abgewiesen; Förster muß die Strafe zahlen. da ein orthodoxer Candidat rn Berlin niemals Aussicht aus Erfolg haben wird. Auch ist es unzweifelhaft, daß.die Vorgänge in Pommern, welche den Führern der Antisemiten gerade jetzt sehr ungelegen kommen, ihnen in Berlin ganz erheblich geschadet haben, ebenso wie auch die reaktionäre Studentenbewegung in der Oeffentlichkeit nicht gerade förderlich gewirkt hat. Es liegen jetzt u. a. von dem Kyffhäuser- Bcrlin, 23. Aug. Der „Köln. Ztg." schreibt man: Die Erhebungen über die Judenkrawalle in Pommern und Westpreußen liefern nach Privatberichten aus den betheiligten Gegenden ein interessantes Material für die Behauptung, daß die Ausschreitungen auf den Einfluß der Hetzblätter und ihrer Patrone zurückzuführen sind. Die Ergebnisie sollen nach dieser Richtung einen Umfang haben der an vielen fest, dieser angeblich so idealen Versammlung deutscher edel-; Stellen recht peinlich berühren wird. Schon jetzt hat sich gesinnter Jünglinge, verschiedene Nachrichten vor, die der herausgestellt, daß der Vorwurf, als seien die Berichte über- Sache theilweise den Charakter einer Farce geben. Selbst trieben und die Vorgänge nur unerheblich gewesen, durch- Henrici, hierin gewiß ein unparteiischer Zeuge, beklagt sich über rohe Ausschreitungen und entwirft von dem berühmten Studenten-Kirchgang, der am Morgen nach dem Commers stattfand, ein Bild, welches viel weniger christlich-social als vielmehr katzenjämmerlich ist. Im übrigen wird das aber, wie man glaubt, den Strom der Adressen nicht aushalten, welchen berufene und unberufene Gemüther in die Studirstube des Kanzlers lenken und auf welche mit so bemerkenswerther Schnelligkeit geantwortet wird, trotzdem Fürst Bismarck gerade jetzt eine große Menge verschiedenartiger Geschäfte zu erledigen hat." — Jedenfalls geht daraus heraus nicht zutrifft. Der Schaden, den Personen und Eigenthum erlitten haben, ist leider erheblicher als bis jetzt bekannt geworden ist. Berlin, 23. August. Es ist jetzt bekannt geworden, daß auf die, von der Kyffhäuser Studentenversammlung an den Kaiser und den Fürsten Bismarck gerichteten Telegramme keine Antwort erfolgt ist. Altona, 26. August (Privatmittheilung). Die heutigen „Altonaer Nachrichten" enthalten folgende Notiz: „vr. Henriri, der bekannte Antisemit, wollte für den Allgem. deutschen Arbeiter-Verein, der bekanntlich in Altona seinen Sitz hat,

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