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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-23 · Heft 34 (23.8.1881) · p. Seite 561

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 34 (23.8.1881)
Date
1881-08-23
Page
Seite 561 (sequence 11)
Language
German
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561 siebente Jahresversammlung gehalten, zu der sich etwas über | 100 Delegirte eingebunden. Es wurden in derselben manj nigfaltige Gegenstände verhandelt, die jedoch zu bestimmten! Beschlüssen noch nicht führten. Bekanntlich hat dieser Verein! das Rabbiner-Seminar in Cincinnati unter seinen Schutz gej nommen. Er will aber seine Fürsorge sür die religiöse Er-■ Ziehung noch weiter ausdehnen, und beschloß zu diesem Zwecke j 250,000 Dollars aufzunehmcn, die zu erziehlichen Zwecken! verwendet werden sollen. Wie wir schon früher berichteten, hat der Berein ferner als eines seiner Ziele die Beförderung des Ackerbaues unter den Israeliten aufgestellt. Tiefe Bestrebung hat jetzt eine gewisse Gestalt gewonnen, indem der Verein in dieser Versammlung beschlossen, 500,000 Dollars aufzubringen, um die Ansiedelung jüdischer Landwirthe in den Vereinigten Staaten zu befördern. Ter aeceplirte Plan ist, daß jeder Ansiedler für die Tauer von 7 Jahren die freie Nutznießung von 101) Acres Land bekommen soll. Tie ersten fünf Jahre dieser Periode iollen dem Ansiedler dazu dienen, genug Geld zu verdienen, um während der letzten zwei Jahre das Land, das er bebaut, käuflich erwerben zu können. Um die Ansiedler in den Stand zu fetzen, den Boden gehörig benutzen zu können, soll denselben die Summe von 750 Dollars in Farm-Inventar, Sämereien und, wenn es verlangt wird, in Kleidungsstücken vorgeschossen werden. Diese Summe von 750 Dollars muß nach Verlaus von 7 Jahren ebenfalls der Union zurückbezahlt werden. Wenn der Ansiedler nach Verlauf von 7 Jahren diesen Verpflichtungen uachgekommen ist, soll er eine Besitzurkunde bekommen, doch muß er sich für sich, seine Erben oder Verwalter verbindlich machen, 10 von diesen 100 Acres stets als Waldland zu erhalten. Die Ausführung dieses Planes, Israeliten zu Ackerbauern zu machen, wurde einem Comitc übergeben. - - Es versteht sich, daß die traurigen Ercesse in Südrußland, die Verweisung ausländischer Israeliten aus Petersburg und der Antisemitismus in Deutschland die Versammlung vielfach beschäftigte. Allein auch dieser Verein muß sich gestehen, daß diesen ungeheuerlichen Erscheinungen gegenüber er, wie alle I e u i l Teatru Israelit. Die „Köln. Ztg." enthält einen Bericht über das jüdische Theater in Bukarest, welchem wir Folgendes eulnednren. Nachdem Correfp. in das Viertel der spanischen Juden sich versenkt hatte, gewahrte er zur Rechten und Linken eines Gartenthores ein Placat angeschlagen: Teatru Israelit. Erlöste ein Eintrittsbillcr, und erzählt nun: „Ich trat in ein Mittelding von Hvs und Garten. Es war mit einigen jungen Bäumen besetzt, durch Schranken in jüdischen Vereine, machtlos ist. Bemerkenswerth ist ein Schreiben der ..Anglo - Jewish Association", welches eine Auskunft über das forderte, was die Glaubensgenossen in Amerika für die Einwanderung russischer Juden thun könnten. Die Anfrage wurde noch nicht beantwortet, da sie in der That reiflicher Erwägung bedarf. > Bonn, 14. Aug. (Notizen.) Aus Schönebeck : schreibt mau uns: Am August a. c. feierte der Rentier Abraham Heinemann aus Gr. Salze fein 25jähriges Amisjubiläum als Vorsteher der hiesigen Svnagogen Gemeinde. Ter Jubilar, der bereits 75 Jahre zählt, hat während seiner langen Amtsthätigkeit mit seltener Pflichterfüllung zum Segen und Wohl der Gemeinde sein Amt verwaltet. Zunächst wurde ihm früh 6 Uhr ein Begrüßungs-Ständchen gebracht. Um U Uhr begaben sich die übrigen Vorstands-Mitglieder und eine Deputation der Gemeinde zum Jubilar, um ihm eine kunstvoll angesertigte Anerkennungsadresse und einen silbernen Pokal mit entsprechender Widmung zu überreichen. Sodann fand um 11 Uhr Vormittags ein Festgottesdienü in der 2tn nagoge statt. Abends vereinigte ein Festessen und ein Ball Jubilar und Gemeinde. Von Privaten wurden dem Jubilar außerdem Tvationeu in Menge dargebracht. Schließlich möchte ich noch bemerken, daß der Jubilar während 12 Jahre als Stadtverordneter und 0 Jahre als Schiedsmauu thätig gewesen ist. - Zu dem internationalen Congreß der Aerzte in London ist l)r. 5. W orms zu Paris «Israelit: vom französischen Ministerium zu dessen Vertreter erwählt worden. — Man beklagt zu Paris den vlötzlichen Tod des Tbersten Jules Moch, Eommandcur des 150. Linienregi ment», am S. August in einem Alter von 51 Jahren. Etwa r der Schwicgcrsolm des Rabbiners I*r. Leon zu Gießen und hatte noch eine hoffnungsreiche Zukunft in Anssicht. Sein Sohn ist Unterlieutenant in der Artillerie Lehrschnle. — Am 7. August betrug die Subscription der ..Alliancesür die russischen Juden 502,252 Frcs. letou. Abtheilungen geschieden, zur Rechten und Linken Logen, Reihen von Bänken und Stühlen in der Mitte, und im Hintergründe eine Bühne gleich der eines Sonunerlheaters. Ein Trchester von sieben Mitwirkenden trug einige Stücke gar nicht übel vor, darunter ein Potpourri aus lauter deutschen Äueipliedern, das hier sehr beliebt ,;u sein scheint, denn man stört es allerorten. Tann ging der Vorhang cmr. In einem Gemache von höchster Einfachheit stand ein Inder: fräulein und hielt einen Monolog: dann trat ein Indem jüngling hinzu und aus dem Monolog wurde ein Tialog.

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