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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-23 · Heft 34 (23.8.1881) · p. Seite 559

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 34 (23.8.1881)
Date
1881-08-23
Page
Seite 559 (sequence 9)
Language
German
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o.r»9 den, so abhold sie im Uebrigcn auch dein Treiben Henriei's , schicken unter Anderem Reisepredigcr umher, z. B einen gesein mochten, erkannten die Borthcile, die ihnen dessen Rath, wissen Treiber, die in Volksversammlungen den Zuhörern der vielfach befolgt worden ist, brachte und verhielten sich von den bisherigen Zuständen im deutschen Reich ein cntsetzden Ausschreitungen der Handwerksgesellen gegenüber aus liches Bild entwerfen, dagegen die glänzendste Zukunft vcrdem genannten Grunde neutral. Bei dem Epeesse selbst heißen, wenn man den Conservativen und an ihrer Spine waren auch Frauen theils activ, theils, indem sie vor Berdem Reichskanzler unbedingte Folge leistet. Indessen, lnergnügen in die Hände klatschten und durch Zuruse die Ereevon ausgeschreckt, rühren sich auch die Liberalen und autdenten ermunterten, betheiligt. Bezeichnend ist übrigens die warten mit gleichen Versammlungen und Reden, So z. B. Antwort, die ein hiesiger Bürger einem Beamten aus dessen in Hall, wo Hühnlein einen entschiedenen Sieg davon trug. Vorhaltungen gab. „Dieses Treiben", so lautete die Antwort, Er sagte nach dem „Beobachter" darin unter Anderem: „wird ja ,von oben herab'' gewünscht, — Bismarck ist Heu- „Daß Deutschland an einer Krankheit leidet, ist uns allen rici's Freund, — also kann und wird uns Niemand bestrafen, wohlbekannt. Nur sind wir hinsichtlich der Ursachen getheilter wenn wir die Juden vertreiben." „Weshalb", so fragte ein Ansicht. Tie Conservativen sagen, der Fortschritt in der anderer Bürger, „beantwortet denn Bismarck die an ihn Kultur, der Freiheitssinn des Volkes, das friedliche Nebenseitens der Antisemiten gerichteten Telegramme, wenn er nicht einandcrlcbcn der verschiedenen Klassen und Konfessionen seien mit deren Tendenzen übereinstimmt?" Dieselbe Auffassung die Ursachen der Krankheit und darnach richten sie ihr Heilst ndet sich vielfach. verfahren ein und darum ist es eitel Pfuscherei und Omack- Ferner berichtet man von hier: In der Synagoge, dem salberei. Das Volk aber kennt die wahre Ursache der Hause des jüdischen Cultusbeamtcn und einer Reihe von Krankheit und nennt sie einfach „Militarismus, den uner- Privathäusern wurden Fensterscheiben demolirt. Während sichtlichen, alles verschlingenden Militarismus." Der Redner des Tumultes traf der Landgraf Freiherr von Ketelhodt führte dies nun an der Hand der Finanzstatistik in der überaus Dt.-Krone hier ein und trug durch sein energisches perzeugeudsten Weise aus. Später sagte er: „Auch die Consönliches Eingreifen wesentlich zur schnellen Vcrtheilung des scrvativen Süddcntschlands sröhnen ihren Rcaktionsgelüstcn aufgeregten und lärmend durch die Straße ziehenden Pöbels in offener Weise, während sie die Jndenhctzc allerdings bei. Schon vorher hatte die Polizei und auch der Bürger; mehr im Geheimen und Verborgenen treiben, die Gesinnungsmeister selbst, jedoch zunächst ohne sichtbaren Erfolg, energisch genossen im Norden aber in beiden Dingen ganz osten und gegen die Epccndenten angckämpst. Einige Verhaftungen sind ungeuirt zu Werke gehen. Der Estekt ist der gleiche. Durch vorgestern und gestern vorgenommen. Mehrere fremde Gensdiese Judcnhetzc, die unser Deutschland vor der ganzen gedarmen sind heute ein getrosten. — Tic Synagoge war gestern sittetcn Welt schwer kompromittirt, will man verschiedene Abend und ist heute geschlossen. Zwecke erreichen: abgesehen davon, daß der Judenhaß ein Jastrow, 6. August. Obgleich die Geistlichen beider altes charakteristisches Merkmal der Konservativen ist, das Consessioncn gestern von der Kanzel herab zum Frieden immer wieder von Zeit zu Zeit an die Oberfläche kommt, mahnten, wiederholten sich heute Abend die tumultuarischcn will man vor Allem durch diese dem Geist der Zeit hohn- Scenen der vorausgegangenen Tage. Dem zum Bahnhofe sprechende Agitation einesteils die Blicke des Volkes abführenden jüdischen Eultusbeamten wurde ein Stein, der die lenken von den wahren und tiefgehenden Ucbelständcn im Fenster der Droschke zertrümmerte und dem Genannten eine deutschen Reiche, andernthcils dient die Hatz als Wahlmanöver, Beule und angeblich auch eine osfene Wunde am Kopfe beium die verhaßte freisinnige Partei als Mitschuldige der brachte, nachgeworfen, ohne daß mau des Thäters habhaft Juden bei den kommenden Wahlen an die Wand zn drücken, wurde. Etwa um 7' ., Uhr Abends begannen größere An- Heute sind cs noch die Juden, die verfolgt und gehetzt wer samnilungen, bald wurden Hepp-Hepp-Rufe der sich in Haufen den, morgen kommt au Andere die Reihe; vielleicht auch heranwälzcndcn Pöbelmassen gehört, mit welchen lcnteren wieder an den Bauernstand, der hoffentlich noch nicht verbann die durch auswärtige Gensdarmerie und I '1 vom Kriegerge st cn hat, wie es ihm zu Mnthe war, als er sich, was Herr verein zur Unterstützung derselben ausgebotene Bürger ver Treiber beute wieder räth und will, in der väterlichen Gestärkte Polizeimannickast einen förmlichen Kamvs zu bewalt der Konservativen, Junker und Feudalen befand und stehen hatte. von denselben als Angehöriger, d. h. Leibeigener behandelt — Auch aus Bublitz und Könitz werden Aufläufe wurde, bis er sich Anno mit Hilfe der Demokratie ein signalisirt, die jedoch geringern Umfang hatten. besseres und freieres Loos crkämp'te. M. H.! Man hört Stuttgart, im Aug. <Privatmitth.) Auch im Württem- - und spricht jetzt viel über schmähliche, traurige Vorgänge in bergischen rühren sich die Conservativen gewaltig, um bei dem Prag, wo jüngst die Deutschen von dem Ezechen Pöbel gehetzt bevorstehenden Wahlen einige Sitze mehr zu erobern. Sie j wurden. Allein mit welchem Recht dürfen wir uns darüber 34

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