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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-16 · Heft 33 (16.8.1881) · p. Seite 542

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 33 (16.8.1881)
Date
1881-08-16
Page
Seite 542 (sequence 8)
Language
German
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542 halten suchte. Damit, so schreibt die „Lib. Corr." weiter, gegen Abend auf dem Markt und in den Hauptstraßen und stimmt auch die uns zugehende Nachricht überein, daß die! gab nicht undeutlich zu erkennen, daß sie einen Angriff auf „Norddeutsche Presse" in Neu-Stettin, welche die dortige j die Juden resp. ihre Wohnungen unternehmen wolle. Wohl Judenhetze patronisirt, schon vor einiger Zeit in den Besitz; traf die Polizei jede Vorsicht, um die Ruhe aufrecht zu erdes dortigen Vereins der Conservativen übcrgegangen ist. halten, konnte cs aber nicht verhüten, daß bei mehreren Bemerkenswerther noch ist es, daß diese Hetzblätter in Wohnungen der Juden, besonders aber an der Synagoge, mehreren Kreisen von den amtlichen ..Kreisblättern" als Fenster cingeworfen wurden. 12 der Haupt-Tumultuanten Gratisbeilage verbreitet werden'.'. Man scheint besonders! wurden arretirt. Erst spät in der Nacht konnte die Ordnung auf das Landvolk und die Bewohner der kleinen Städte ein-! wicderhergesteüt werden. Gegen einen heute beabsichtigten wirken zu wollen, und daß dies gelingt, beweist jetzt Hinter-! Angriff sind die größtmöglichsten Maßregeln getroffen worden, pommern. — Es versteht sich, daß die Rede Wagner's von Iso daß derselbe hoffentlich unterbleiben wird. Die Gensden Henricianern in Grund und Boden verurtheilt wird.! darmerie des Kreises, sowie 20 hiesige Einwohner sind der Dagegen wurde ein antisemitischer Redner ä t.i Henriei, Hen-! hiesigen ausübenden Polizei zur Beihilfe zugetheilt. Auch nings, von den Conservativen sehr unsanft vor die Thüre? müssen auf Anordnung des Landrathcs die Ladenbesitzer ihre gesetzt. Kurz, Einer thut den Andern ab, und so geht die Geschäfte um 7 Uhr Abends schließen und die Meister und Sache in die Brüche. Bürger dafür sorgen, daß ihre Gehilfen, Dienstboten und Berlin, 6. Aug. Auch Stöcker ist wieder da, und hat sonstigen Hausgenossen in den Wohnungen bleiben. —Auch seine langen Reden wieder angefangen. Am 4. Abends hielt! in dem Torfe Pie Iburg (zwischen Neustettin und Tempelburg) seine Partei eine Versammlung von ca. 10u> Personen — sollen nach der „Cösl. Ztg." in der Nacht vom Freitag zum Sonnauch hier hat der Zufluß bedeutend abgcnommen — und! abend bedeutende Ermesse stattgcfunden haben. Knechte und — erklärte ihn schließlich für ihren Reichstagscandidaten im Gesellen aus Rcustettin fanden sich „besuchsweise" in Piel zweiten Berliner Wahlkreis. Er concurrirt also mit Hcnriei, wobei nicht zu vergessen, daß Stöcker wie Henriei von allgeburg ein, um die dortigen Bauern zu Gewaltthätigkeiten gegen die Juden anfzuhetzen und sie bei den auch wirklich meinen Versammlungen, also von Leuten ausgestellt worden, stattsindcnden Tumulten, in Folge deren der Laden des Herrn von denen der bei weitem größte Theil dem Wahlbezirke gar I Lewiuski vollständig demolirt wurde, zu unterstützen; selbst nicht angehört. Man will eben nur als Candidat aufge I die Söhne eines Gensdarmen sollen an den Exceffcn theilstellt sein! Die Rede Stöckers gegen den Liberalismus wari genommen haben. Einer der Ruhestörer wurde verhaftet übrigens das geistloseste und wirrste Zeug, was man sich > und nach Rcustettin geführt, aber wieder in Freiheit gesetzt, denken kann, nur mit Phrasen geschmückt, wie sie ein Bierda er nach Tempelburg gehört. In der Nacht vom Sonntag kneipcnpublikum zu rühren pflegen. Die Redefreiheit, die da j zum Montag sollten sich die Ausschreitungen wiederholen, herrscht, kann man daran ermessen, daß ein Mann, der bei! doch hielt es diesmal die Ortspolizei für gut, die Zusammeneiner Phrase Stöcker's „Cl o!" ausgestoßcn, alsbald ergriffen rottungen zu verhindern. — Aus Schivelbcin schreibt man: und hinausgeworfen wurde. Daß der harmlose Hofprediger! Schon in der vergangenen Woche hört man des Abends und auch wieder seine Redensart: „Wir wollen keine 3udenhetze, > auch vereinzelt des Tages Rufe wie: Hepp Hepp! Juden aber auch nicht von Juden gehetzt sein!,, anbrachte, versteht>raus! Wir brauchen keine Juden! :c., so daß man auch hier sich von selbst. Er hat sich diese von seinen vielen Gastpre digten — denn er ist jetzt neben dem „Hofpredigcr" auch Reiseprediger --so angewöhnt, daß er sie selbst im Schlafe ausstoßen soll. Rührend war es anzuhören, wie er wieder holt ausrief: „Gerechtigkeit für Alle und Alle für die Gerechtigkeit!" was jedoch nichts weiter heißen sollte, als: „Stöcker für Alle, und Alle für Stöcker!" wenigstens verähnliche Scenen, wie in Ncustettin, .Hammerstein rc. befürchtete. Es war dies um so mehr anzunehmen, als schon am Sonnabend das allgemeine Stadtgespräch kursirte, daß am folgenden Tage Nachmittags in den hiesigen Anlagen eine Versammlung abgehalten werden sollte und cs am Abend „losgehen" würde. Der nicht unbedeutende Auflauf am Abend wurde durch die Vorsichtsmaßregeln der Polizei bald standen es die Zuhörer so und proklamirtcn Stöcker zu ilirem gesprengt. Dennoch kam es zu einzelnen Ausschreitungen, in Candidaten. Jndeß bange machen gilt nicht! einem jüdischen Hause wurden die Fenster zertrümmert und Stettin, 3. August. Es geht lustig her im lieben sind die Thätcr leider entkommen. Tic Polizei nahm mehrere Pommerlande. Die Judcnhetze ist, wie cs scheint, im besten Verhaftungen vor. Dieselbe war bis 1 Uhr Nachts auf den Gange. Man lese zum Beweis dessen die nachfolgenden Nach Beinen. Heute wurde vom Magistrat öffentlich bekannt gemacht, richten: Aus Bublitz. I. August, wird der „Ztg. s. Hinterp." daß Derjenige, welcher den Zertrümercr der Fensterscheiben ergeschrieben: Eine ganze Anzahl von Leuten aus der Stadt mittelt, eine Belohnung von 30 Mark erhält. (S. die nächste und einigen naheliegenden Ortschasten bewegte sich gestern Nr.) — Auch in Polzin haben an den letzten Abenden Tumulte

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