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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-16 · Heft 33 (16.8.1881) · p. Seite 538

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 33 (16.8.1881)
Date
1881-08-16
Page
Seite 538 (sequence 4)
Language
German
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538 A. Hepner. 1*81." Der Verfasser, welchen der Verleger besser und nicht schlimmer als die Anderen — wir fügen einen „von früher her bekannten Journalisten radikaler Tenhinzu: ja, aber sie haben es schlimmer als die Anderen! denz, der seit Jahren allem Partcigetriebe fernsteht", nennt, j was wir auf's Wort glauben, behandelt die zu große Machtvollkommenheit der Gerichtsvollzieher, stellt zweitens einen; neuen Plan zur Eontroliruug der Wechsel ans, befürwortet viertens die Einführung einer besonderen Drucksachenbestellnng durch die Reichspost und die Herabsetzung des Kreuz-- bandportos sürMasscnsendungen; in der dritten umfänglichsten! Abhandlung giebt er „eine Kritik der Vorzüge und Schatten (Schluß folgt.) Die Rede des Dr. von Döllinger. 11. Man wird es uns nicht verdenken können, wenn wir seiten der Juden und Christen vom radikalen kosmopolitischen ans die Rede des Pr. v. Döllinger ein besonderes Gewicht Standpunkte aus". Statt des hochtönenden „radikalen koslegen. Hier sprach ein eminenter katholischer Theologe, unmopolitischen Standpunktes" könnte passender vom „unparbestritten der größte Kenner der Kirchengeschichte in unsrer teiischen" stehen, denn wir haben weder etwas Radikales, Zeit. Run gestatten sich jetzt so viele winzige Kirchenlichter, noch etwas Kosmopolitisches gesunden, sondern das Streben über die Juden sich zu Gericht zu setzen, und von ihrem des Verfassers, unparteiisch über Vorzüge und Fehler sowohl kleinlichen und engherzigen Standpunkt aus über den Werth der Juden als der Christen zu urtheilen. Er hält sich hierbei und das Schicksal von Millionen ihr Urtheil zu sprechen, an einen Aufsatz eines Leipziger „Reichsbürgers" und an daß es uns schon an und für sich wohlthuend sein muß, die berüchtigte Broschüre „Ter Juden Antheil am Verbrechen"^ einen der bedeutendsten deutschen Theologen das Wort er- Wie gesagt, der Verfasser strebt dahin, Licht und Schatten! greisen zu sehen, und wie eine Stimme aus Vergangenheit gleichmäßig zu vertheilen, oder vielmehr in ihrer gleichmäßigen! und Gegenwart zugleich die ganze antisemitische Wühlerei Vertheilung zu erkennen, und schont hierbei die'schwachen! verurtheilen zu hören. Es muß dies auf Viele von be- Seiten der gegenwärtigen Juden nicht, namentlich geißelt er > stimmendem Einflüsse sein, selbst bei denen, welche der von die Prunksucht der jüdischen Frauen in den großen Städten,! Döllinger seit dem Vatieanum ausgeslanzten Fahne nicht folgen, der er einen großen Theil der jetzigen ungünstigen Meinungen j denn immerhin besitzt er auch bei diesen noch eine große über die Juden zuschreibt. Entschieden weist er die Fälschungen jenes anonymen Statistikers nach, da die wirklichen Autorität. Selbstverständlich findet er bei der Presse der Hetzkapläne keine Gnade, und doch weiß selbst die „Ger- Ergebnisse der angeführten Zahlen das gerade Gegentheil mania" ihm nichts weiter zu entgegen als „Döllinger sei sehr erweisen, was aber nach dem Verfasser nicht zum Lobe der I alt geworden". Tie „Germania" sollte ihm dies nicht vor- Juden gereicht, sondern aus den gegebenen Verhältnissen! werfen, denn sie, in ihrer ganzen Gesinnung, ihren Behervorgeht. Zuletzt giebt er zwei kuriose Tabellen, in der; strebungen und Aeußerungeu, ist ebenso viele Jahrzehnte alt ersten „die Vorzüge der deutschen Juden und die Schatten-! wie Döllinger Jahre zählt, da sie unmittelbar ans dem seiten der germanischen Christen", in der zweiten „die Vor-! dunkelsten Mittelalter stammt. Das rechte Alter aber macht züge der germanischen Christen und die Schattenseiten der * weise und gerecht, verscheucht die Leidenschaften und sucht deutschen Juden". Wir möchten die Verantwortlichkeit für die Dinge nach ihrem wahren Gehalt und ihrer vollen Bcallc Einzelheiten der beiden Tabellen nicht übernehmen und > deutung zu prüfen und zu erkennen. Und dies ist es, was wir theilen sie deshalb hier nicht mit, weil wir zu viele! die Rede des Pr. v. Döllinger auszeichnet, von der wir nur Fragezeichen anbriugen müßten und doch wieder Anderes! bedauern, daß sie bis jetzt uns nur auszüglich und sehr vermissen. Jndeß sind viele gewiß richtige Beobachtungen mangelhaft vorliegt, so daß selbst mancher Satz unverständdarin vermerkt, die nach beiden Seiten Winke für das, wohin lich wiedergegeben ist. Der Redner bezeichnet als die Schuld man zu streben, was man zu bessern habe, geben. In einer : an den traurigen Schicksalen des jüdischen Volkes „den „Schlußbetrachtung" zieht er noch gewaltig gegen die Be- Mangel des Gerechtigkeitssinnes, den Gedanken: wir allein Handlungsweise von Juden durch Juden aus evmmerziellem; sind in dem Besitz der allein Rettung bringenden Wahrheit und finanziellem Gebiete los, woraus hervorgehcn soll, daß! und darum muß uns auch Alles gewährt werden und erdie Juden viel schlimmer gegen Juden als gegen Christen! laubt sein, was zur Verbreitung und Geltendmachung dieser handeln. Ter Verfasser mag darin an gewissen Plätzen! Wahrheit nothwendig oder dienlich ist". D. hätte hier nur einige Erfahrungen gemacht haben, wir haben dergleichen,! sagen müssen, statt „ist" — „uns scheint". Denn daß wie er es schildert, nicht gesehen, und daß auch er hier die! Vieles, was jene Zeloten für die Erhaltung und Ausdehnung „Schattenseiten" zu sehr aus der einen Seite ausgesucht hat,! ihrer Kirche fordern und thun, gerade in's Gegentheil auswill uns bedünken. Sein Schluß ist: die Juden sind nicht I schlägt, und zwar am ehesten in einer Zeit, wo sich neben

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