Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-16 · Heft 33 (16.8.1881) · p. Seite 537

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 33 (16.8.1881)
Date
1881-08-16
Page
Seite 537 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3224737-3227339-3227373--39182-3308472
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

537 Broschüren an's Licht gebracht hat, nachdem er in der letzten j Treitschke, — weitman„gegen ein ch.wnischeS Vornetheil, sobalo Zeit die Broschurenliteratur aufgegeben und sich mit der-eS aeut geworden, mit Logik und Beweisgründen nicht auf- ZeitungSpresie begnügt hat. Wir erhalten hier zunächst > zukommen vermag" — so geht er sicherlich zu weit. Selbst unter dem Gesammttitel „Forschungen über Staat und Gegegen eine Epidemie, sogar gegen eine Pest muß man tapfer sellschaft" das zweite Heft: „Texte und Glossen. Resultate! ankämpfen, selbst nur um sie cinzudämmen und sie von ihrer kritischer Gänge durch politische und unpolitische Gebiete mit Akme herabzubriugen. Und hier liegt die Sache noch anders, besonderer Rücksicht auf socialpspchiatrischc Phänomene. Bon Durch die Gegenschriften gelangen nicht allein Schwankende Leonhard Freund, beider Rechte und der Philosophie dahin, die Sache noch einmal zu prüfen, sondern cs wird Doctor. Zürich 1881. Verlags-Magazin." 1>r. Leonhard auch denjenigen der Math eingeslößt, sich gegen den Anti Freund, der uns durch eine bedeutende talmudisch-juridische, semitismus zu erklären, welche sonst vor dem schamlosen Arbeit bekannt ist, besitzt eine außergewöhnliche Belesenheit, Anprall desselben scheu zurückgervichen wären. Ter Verfasser namentlich auch in den außerdcutschen Literaturen, einen selbst läßt sich deshalb zu eigentlichen Widerlegungen gar kritischen Scharfsinn und eine glückliche Beobachtnugsnicht heran, sondern nur zu gelegentlichen Bemerkungen, gäbe. Diese Eigenschaften treten auch in der vorliegenden So sagt er S. 81: „Prüft mau nun nach diesem Maßstade Schrift vvrthcilhaft hervor. Was dagegen weniger sichtbar das Bcrfahren der deutschen Arbeiter, welche die Aufreizungen wird, ist die Begabung, sich zusammen zu fassen und seine der HeppHepp-Gelehrten verachten, so gelangt man zu dem eigene Anschauung klar und durchsichtig ans Licht zu fördern- Resultate, daß sie gebildeter sind und namentlich von den Der erste Theil ist der kritischen Betrachtung der jüngsten Bedingungen des modernen Culturstaatcs mehr verstehen, als Schrift von Constantin Frantz „Ter Untergang der alten mancher Student und viele unter den je nach der oben vvr- Parteien und die Parteien der Zukunft" gewidmet, und herrschenden Windrichtung politisirenden Tbeologieprofessoren." zeigt mit unparteiischem Geiste die Vorzüge und die vielen „Unter solchen Umständen verdient eS mit besonderer Schwächen derselben. Selbstverständlich haben wir an dieser Anerkennung hervorgehoben zu werden, daß gerade die Stelle die Kritik Freund's nicht zu verfolgen. Ta aber höheren Militärs dem antisemitischen Schwindel fern gc- Constantin Frantz ein eingefleischter Antisemit ist, so kommt blieben sind. Bon rohen Junkern spricht man nicht und die unser Berfasser natürlich auch hierauf. Er sagt (S. 3>°,): einzige Ausnahme eines eommaudireudcn Stabsvfsiziers be- „Nicht bloS Individuen, sondern auch ganze Völker und stätigt nur die Regel. Soldaten wissen allerdings, daß die Volksschichten unterliegen zeitweilig umfassenderen oder Kugel nach keiner Religion fragt: auch dem auf dem Schlachtpartiellen Geistesstörungen. So giebt es periodisch auSfelde rinnenden Blute sieht man es wahrlich nicht an, fürbrechende Verrücktheiten. Es entstehen Irrungen im intellecwelchen Glauben oder Nichtglauben das Herz der Lpfer des luellcn UrtheilSvermögen, die sich in Bölkerhochmutb, Raeeukeineswegs wählerischen KricgsgotrcS einstmals schlug." -- haß und dergleichen manifestiren. Tics zeigt unter Anderem WaS der Verfasser S. 110 über ..die positiven Religionen" die in Deutschland nach großen Kriegen, sowie in kritischen sagt, ist unbedeutend, verschwommen und eines solchen Wendepunkten der freiheitlichen Entwickelung regelmäßig kritischen Geistes nicht gerade werih. Tenn wenn er, bis wiederkchrende Hepp-Hcpp-Manie. Sie steckt selbst hochge- „die letzte Vollendung der Welieivilisation im Sinne des bildete Männer an, welche unter dem Eindrücke eines Humanismus erfolgt ist, auch den echtesten Kulturmenschen temporär stark wirkenden Wahnes merkwürdige Meramordie an die Lösung des Welt- und Menfchenrärhscls geknüpften phosen erleben und wahrhaft Unglaubliches zu Stande Fragen nur im Ahnen und Glauben beantworten können" läßt, bringen. Gründliche Gelehrte — wir meinen hier natür' und darum so lange die positiven Religionen bestehen, insonders lich nicht den Professor Trcitschke — werden zu ober- und am dauerhaftesten daS Indenrhum, so find das schone flächlichen Skribenten; friedlich witzelnde Manchestermänner Worte, die sich cinstellen, wenn man eine vräcisc Antwort und Forscher zu unbewußten Predigern des Raccnhasses; nicht zu geben vermag. Tenn ein Humanismus, der über scheinbar voraussetzungslose Freidenker zu verfolgungssüchtigen „Ahnen und Glauben" zu einem solchen Wissen kommt, wel Pfaffen; Gerechtigkeit liebende, zukunftsvolle Föderalisten zu ches die Räthfel des Welt und Menschseins zu unbedingter Restauratoren des rohen Mittelalters". Erkenntnis; bringt, ist doch wohl ein Problem, dessen Lösung Diese Anschauung hat viel für sich, ist aber auch nicht nicht ersichtlich, das selbst eine Räthselsrage ist, deren Lösung neu, da schon Phöbus Philippson in einem bekannten Aufsatz unsren Blicken entschwindet. Jedenfalls ist aber die vorden Rischus von psycho-pathologischem Standpunkte charakeriliegende Broschüre eine reichhaltige Materialiensammlung für sirte und elassincirte. Wenn aber der Verfasser darum Forschungen über Ltaat und Gesellfchast. Gegenschriften und Widerlegungen für unwirksam und des- Eine andere Broschüre führt den '-iitel: „Vier Zeit halb überflüssig hält, so z. B. die Gegenschriften gegen fragen in neuer Behandlung von A. Ephren. Breslau.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.