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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-09 · Heft 32 (9.8.1881) · p. Seite 526

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 32 (9.8.1881)
Date
1881-08-09
Page
Seite 526 (sequence 8)
Language
German
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526 in einem Theile dieser Brandes'schen Ergießung ist, fährt die bethätigt durch eifrige Unterstützung. Bereits inl Jahre 187t» ..K. Z." fort, wollen wir Notiz von derselben nehmen. Es war es möglich, einen besonderen Verein zur Verwirklichung ist wahr, man hatte, wie sich immer deutlicher zeigt, nicht j befiel&eit zu gründen, und es konnte in Anlaß der am 11. von seiten der Regierung direct, sondern von solcher Seite, j Juni 1879 stattgesundenen goldenen Hochzeit Ihrer Majedie nicht ganz ohne Anlaß glaubte, damit bei der Regierung stäten, unseres erhabenen Kaiserpaares, mit einem aus ein- Dank zu verdienen, gesucht, die Arbeiterbevölkerung in die maligen Gaben gebildeten Fonds von 3640 Mk. zu einer antisemitische und auf diesem Umweg in die antiliberale Be-- „Jubiläumsstiftung, Asyl für hülfsbedürftige, glaubenstreue wegung zu ziehen. Und ohne Frage scheiterte dieser Versuch! Israeliten der Synagogengemeinde Emden" übergegangen zum guten Theil an dem sattsam bekannten Umstande, daß werden. Seitdem find die Fonds auf 5424 Mk. 73 Pf. das Judenthum ein starkes Contingent zur Socialdemokratie | angewachsen und ist die Zahl der Bereinsmitglieder, welche stellt. Daß Jacoby, Marx und Lasfalle Juden gewesen, i feste jährliche Beiträge zahlen, auf 50 gestiegen. Fortwährend würde weniger dazu gethan haben. Offenbar falsch aber ist wird der Vorstand durch Beweise der nicht müde werdenden es, daß die Staatsanwaltschaften Befehl haben sollten, straf-^ Opferwilligkeit erfreut. In diesen Tagen brachte z. B. die fällige antisemitische Blätter nicht zu verfolgen. So wird j Stadtpost von einem Anonymus ein Geldgeschenk von 100 doch in Preußen dem Rechte nicht hohngesprochen. Wenn! Mk. Auch mehrere auswätts wohnende Glaubensgenoffen, wir jener Behauptung des vr. Brandes, für den gewiß wir die in hiesiger Gemeinde geboren sind, haben sich bereits keinerlei Schwärmerei hegen, somit nachdrücklich entgegendurch Spenden betheiligt, und es ist höchst wahrscheinlich, treten können, so wollen wir nicht verschweigen, daß manches daß noch erhebliche Geschenke von auswärts eingehen werden, im Treiben des so außerordentlich gemischten reactionären sobald man in ausgedehnterer Weise als bisher das Jntereffe Kriegslagers eine scharfe Zurückweisung wenigstens seitens in den betreffenden Kreisen zu wecken sucht. So kann es der gouvernementalen Preffe verdiente. Sonst kann es für flüchtige Beobachter leicht den Anschein gewinnen, als dulde oder wünsche die Regierung all die gesprochenen und gedruckten Roheiten und Gemeinheiten, die täglich unter ihren Augen sich ereignen, ohne daß sie dieselben auch nur mißbilligt." Wir haben den ganzen Artikel der „K. Z." hergestellt; aber alle Umschweife, welche die „K. Z." gebraucht, um denn keinem Zweifel unterliegen, daß das zum Ankauf eines passenden Hauses erforderliche Capital bald angefammelt sein wird. Dann ist das Asyl gesichert, da die Betriebsmittel durch Beiträge hiesiger jüdischer Wohlthätigkeits-Ansialten, namentlich der Kranken- und Beerdigungs-Brüderschaft, 2'~:rrnr'c: rrc“, welche dazu ohne Beeinträchtigung ihrer sonstigen Aufgaben im Stande sind, zu einem erden vr. Brandes zu widerlegen, helfen insofern zu nichts,! heblichen Theile gedeckt werden können. (Wir haben der als es unleugbar feststeht, daß in Preußen die schändlichsten! guten Sache wegen den Art. bis auf wenige Worte auf- Berleumdungen und Schmähungen auf die gesammte jüdische I genommen; was soll es aber bedeuten, daß wiederholt das Bevölkerung täglich gehäuft und die heftigsten Aufreizungen! Wort „glaubenstreue" betont ist? Soll dies auf Spaltung gegen sie gesprochen und gedruckt werden, ohne daß die bez.! und Ketzerriecherei ausgehen? Dann wäre der Schade größer Behörden davon Nottz nehmen, oder geschehenen Anzeigen als der Nutzen. Redaction.) Folge geben. Dies steht fest und daß daran Folgerungen Aus Pommern, 25. Juli. Die Neustettiner Affaire geknüpft werden, kann man Niemandem verdenken. — Gehat nachträglich noch zu einem Curiosum ersten Ranges Verdanken sind zollfrei. anlaffung gegeben; der „Neuen Stettiner Zeitung" ist näm- — Wie uns der Vorsteher der hiesigen Gemeinde Herr lich folgendes Schreiben zugegangen: „Neustettin, 23. Juli 1881. I. de Jonge mittheilt, hat die Sammlung für die russischen Juden hier 6000 Mk. ettragen, welche an das Berliner Comit6 geschickt worden. Emden, den 22. Juli. (Privatmitth.) Was eifriger Wille und Opferfreudigkeit vermögen, davon kann die kleine, aus etwa 700 Seelen bestehende Synagogengemeinde Emden ein erfreuliches Beispiel aufweisen. Um den für die Israeliten bekanntlich so verhängnißvollen Folgen der Armengesetzgebung entgegen zu treten, wurde von einigen Gemeindemitgliedern der Gedanke gefaßt, ein eigenes Asyl für hülfsbedürftige, glaubenstreue Israeliten der hiesigen Gemeinde zu gründen. Trotzdem der Plan für eine so kleine, wenig begüterte Gemeinde fast unausführbar erscheinen mußte, so fand derselbe doch in der Gemeinde sympathische Aufnahme, Der geehtten Redaction der „Neuen Stettiner Zeitung" übersenden wir ein Exemplar der „Norddeutschen Presse", in welcher ein sachlicher Bericht über die Ausschreitungen am 18. und 19. d. M., wenn auch mit mehreren Uebettreibungen, enthalten ist, mit dem ergebensten Ersuchen, danach eine Berichtigung des Artikels der „Stargarder Zeitung" vom 18. Juli gefälligst zu veranlassen. Die Polizei-Verwaltung. Zingler." Daß eine Behörde einen Zeitungsbericht, der „mehrere Uebertteibungen" enthält, zur weiteren Benutzung empstehlt, dürfte den verstorbenen Ben Akiba in Verlegenheit setzen, wenn er noch lebte. Aus diesem von einer Behörde zur Benutzung empfohlenen Bericht wollen wir zur Probe eine Stelle hervorheben: „Die beiden Cohns begaben sich mit der ihrer Raffe eigenthümlichen Unverschämmtheit schleunigst unter Zurück-

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