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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-09 · Heft 32 (9.8.1881) · p. Seite 523

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 32 (9.8.1881)
Date
1881-08-09
Page
Seite 523 (sequence 5)
Language
German
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523 progrfes pendant le premier sciecle: 2. vol. in 8 (Paris. Guyot feit zu schützen. Eine Uebertragung der vorliegenden Schrift Seribe, 1838)und ll-'Hebraisme et Christianisme (Paris 1840) iu's Deutsche halten wir nicht für empfehlenswert!), weil sie waren mehr kritischer Natur, um die Stellung des Judeneinerseits den Gegenstand etwas oberflächlich behandelt, anderer thums zum Christenthume zu eruiren. Namentlich die erste seits Manches heranbringt, was namentlich vom deutschen dieser beiden Lochriften gab in Frankreich zu einer lebhaften Standpunkt überflüssig erscheint. Dagegen erachten wir auf dem Polemik Veranlassung, fand jedoch in Deutschland nur ge Grunde desselben ein umfassendes Essay für wünschenswerth, das ringe Beachtung, weil sie hier weit hinter gleichartigen die Ideen Salvador's in erschöpfender Weise auseinandersetze. deutschen Arbeiten zurückstand. Die orientalische Frage war es, welche die Aufmerksamkeit Salvador's besonders auf sich zog ' Seiner Geistesrichtung gemäß faßte er sie nicht als eine Er-1 scheinung der Gegenwart auf, sondern als eine altgeschichtliche in den verschiedensten Phasen. Er erkannte darin eben! so eine geschichtliche wie eine religiöse Nothwendigkcit ans dem Charakter und den Tendenzen des Occidents und des Orients heraus. Er ging daher zunächst aus die Herrschaft der Römer in Judäa zurück: Histoire de ln dominati«m romaine en Judee et de la ruine de Jerusalem (Tarif. 1847). Die eigentlichen Resultate zog er dann in seinem letzten Werke: Paris. Home. Jerusalem (Paris 1800). Man kann sie einfach mit den Worten bezeichnen: eine vollständige Reform des Christenthums auf dem festen Boden des Judenthums. Dies war das Zukunftsbild, welches sich Salvador von der dereinstigen Religion entwarf. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit der Revision seiner Arbeiten. — Wenn wir die Einwirkung Salvador's uns klar machen wollen, so müssen wir uns vergegenwärtigen, daß er der gründlich wissenschaftlichen Bearbeitung seiner Gegen stände ermangelte. Seine Bildung ging über die französische nicht hinaus; sowohl die jüdisch-traditionelle als auch die moderne deutsche Exegese und Kritik lagen ihm ferne, und er war sich wohl bewußt, daß er sie weder kenne, noch benutze. Dies hat seine Geistesrichtung beschränkt und seinen Ergebniffen den wissenschaftlichen Werth vermindert. Es ist eben die allgemeine Entfaltung des Geistes und die Betrachtung des Judcnthums aus dieser, welche ihn leitete, die nothwendig Schwächen und Lücken bei ihm bewirkte, andererseits aber auch seinen großen Borzug ausmachte. Tie Befreiung von hergebrachten eingerosteten Ansichten und die geistige Befruchtung gelang ihm dadurch und erhob ihn zu einem Bahnbrecher. Die wissenschaftliche Forschung, durch ihn von Neuem belebt und aus neue Wege geleitet, konnte nachholen, was ihm gefehlt, modisiziren und rektifiziren. Aber sicher ist es, daß die Hauptgedanken Salvador's in die Anschauungen vom Judenthum, dessen Geschichte und Mission übergegangen sind, freilich, wie es zu geschehen pflegt, ohne daß das jüngere Geschlecht dessen bewußt ist. Wir glauben deshalb, daß es für die gegenwärtigen Jünger sehr nützlich wäre, wenn sie die Schriften Salvador's studirten, nicht sowohl um die Leistungen desselben anzuerkenncn, als vielmehr um sich immer wieder geistig zu erfrischen und zu beleben, und sich vor dem abermaligen Versinken in eine nüchterne Gelehrsam- Bonn, 28. Juni. Herr Großrabbiner A. E. Astruc, gegenwärtig wohnhaft in Paris, beschäftigt sich mit einer französischen Uebersetzung unserer Schrift: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?" Gerade in die französische Sprache ist diese Schrift bis jetzt noch nicht übertragen worden, obschon sie bereits in fast allen europäischen Sprachen er schienen ist. — Herr Astruc hat jüngst in der Revue politiijue et litteraire. bekanntlich eine der verbreitetsten Pariser Zeitschriften, eine Abhandlung verösicntlicht, in welcher er den Beschluß des Senats, dem neuen Schulgesetze einen Paragraphen einzuverleiben, welcher vorschreibt, daß in den öffentlichen Schulen „die Pflichten gegen Gott" gelehrt werden sollen, in scharfsinniger Weise kritisirt: -Le Deisme au Senat" vom 10. Juni 1881, §. 80 ff. Er spricht sich gegen diesen Beschluß aus, weil er ein Reglement erfordert, das ..die Pflichten gegen Gott" normirt und dem Lehrer vorschreibt, wie er diese lehren soll, ohne doch eine positive Unterlage dafür zu haben, da er auf eine der positiven Religionen nicht zurückgreifen dürfe. Ter Verfasser exemplisizirt dies gleich, indem er den Antragsteller jenes Paragraphen Jules Simon um die Normirung dieser Pflichtenlehre besrägt, und aus deffen Religion naturelle die Unzuverlässigkeit und das Schwankende der Begriffe und Tesinitionen nachweist, und doch ist Jules Simon noch ein Philosoph, der dem rationellen Dogmatismus huldigt. Wie Viele in Frankreich stehen nun weit, weit links von Simon! In der That hat seitdem die Teputirtenkammer den vom Senat angenommenen Paragraphen Simon's verworfen und das ganze Gesetz bleibt deshalb bis zur nächsten, im August zu wählenden Kammer liegen. — Auf eine andere Schrift des Herrn Astruc über den Unterricht in der biblischen Geschichte kommen wir in einer der nächsten Nummern zurück. Pest, 11. Juli. Ter Talmud, welcher seit Eisenmenger so oft gebrandmarkt und ganz besonders in neuester Zeit zu Angriffen und Schmähungen des Judenthums und der Juden wieder ausgebeutct wird, erfreut sich seit einigen Teccnnien seitens jüdischer und christlicher Gelehrten mannigfacher wissenschaftlicher Behandlung. Bietet doch dieses Riesenwerk seiner ganzen Anlage nach eine reiche Fundgrube auch für die verschiedensten Wissenschaften! Abgesehen von den umfasienden lexicographischen Arbeiten, welche wir aus diesem Gebiete von M. Sachs, Levy, Kohut u. A. besitzen, von den vielen Monographien talmudischer Persönlichkeiten, wurde die Zoologie des Talmuds lLöwysohnl, die talmudische Medizin (Wunderbar),

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