Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1881)
- Date
- 1881-08-09
- Page
- Seite 522 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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522 Zuständen des Orients interessiren. — Bereits ist uns das vierte Heft der Hebrew Review, published bv the Rabbinical Literary Association ot' America (Bloch et Comp. Cincinnati. 1. Juli 1881) zugekommen, womit der erste Band dieser Bierteljahrssckirist abgeschlossen ist. Das Heft enthält den Schluß der Abhandlung des Dr. Hamburger über „Die Philosophie der jüdischen Religion in Bibel und Talmud". Alsdann eine Uebersetzung des in dieser Zeitung Nr. 2, 4—(5 abgedruckten ersten Abschnitts des Werkes „Die Bertheidigung in Strafsachen von Professor Bargha, nämlich über das jüdische Strafrecht".') Hieran schließt sich ein Aufsatz von R. S. Poole über jüdische Ethik, in welcher die ethischen Ansichten der biblischen Schriften kurz skizzirt werden, und es Die Gegenwart vergißt zu schnell Derer, auf deren Schultern sie steht, der Urheber vieler der Ideen, welche sie jetzt als Allgemeingut besitzt. Die geistige Atmosphäre, in welcher Salvador lebte und wirkte, hat einen so prägnanten Charakter, daß ihre geschichtliche Reproduktion für die Kultur- und Literaturgeschichte von großem Werthe ist. Oberst Salvador hat seine Ausgabe nach einer eigenthümlichen Methode gelöst. Das Leben seines Oheims war sehr einfach und fern von allen äußeren Bewegungen. Als man ihn nach der Julirevolution in das politische Leben hereinziehen und ihm irgend ein Staatsamt überweisen wollte, lehnte er dies ab, denn er fühlte sich nur heimisch in seinen Ideen und war allen Ehrgeizes baar. Der Verfasser läßt sich daher auf folgt noch ein Ueberblick des Dr. M. Mielziner über die > eine eigentliche Biographie gar nicht ein, sondern führt uns Uebersetzungen des Talmuds. — j nach und nach die Schriften seines Oheims vor, charakteri Es war eine schöne Zeit, die dreißiger und vierziger Jahre j sirt sie kurz und fügt jedem Werke die Geschichte derselben dieses Jahrhunderts, eine Zeit, wo aus den Flügeln einer! hinzu, nämlich ein Referat über die Kritiken, welche das frischen Geistesbewegung dem Idealen zugestrebt und ihm in! Werk bei seinem Erscheinen und auch späterhin erfuhr, und der Welt des Denkens und Fuhlens die Herrschaft errungen! inwieweit Salvador diesen Kritiken entgegentrat. Man wird ward. Tie verknöcherten Formeln führten zwar in den meisten I zugestehen, daß diese Methode eigenthümlich ist, aber sie hat Staaten noch das Regiment, aber sie getrauten sich kaum I besonderen Werth, theils weil sie uns ganz und gar in die das laute Wort zu ihrer Pertheidigung zu führen. Es! Zeit versetzt, in welcher diese Werke ein lebhaftes Interesse war ein Kamps um die Prinzipien als solche, von deren der^ erweckten, bekämpft und gebilligt wurden, so daß uns ein einstiger Verwirklichung alsbald das Heil der Völker, der Einblick in die Bewegungen und Gedankenkreise jener Zeiten allgemeine Frieden und das allgemeine Glück erhofft ward, gewährt wird, theils weil sie den Ideen und Zielen Salva- Diese Zeit endete mit den revolutionären Erschütterungen! dor's sehr entspricht, indem sie uns die Ansichten, die er bedes Jahres 1848. Als der Idealismus zum Realismus kämpfte, deren Gegensatz die seinigen waren, genau erkennwerden sollte, zeigte er sich noch unfähig, eine feste und sichere: bar macht. Tie früheren Schriften Salvador's waren post- Gestaltung anzunehmen; vorder plötzlichen Umwandlung erschrak! tiver Art, indem sie das mosaische Gesetz und dessen polidie Mcnschenwclt und die Reaktion hatte gewonnenes Spiel, tischen und socialen Gehalt aus eine neue und überraschende Hieraus entspann sich ein Kampf, der in die schroffste Par- Weise ans Licht fetzten: Loi de Moi'se ou Systeme religiteibildung auslief, innerhalb derer sich die äußersten Gegeneux et politique des Hebreux. (Paris 1822) und Histoire sätze unverhohlen enthüllten, und an den Streit um die Exides institutions de Moi'se. (Paris 1828.) Seit dem „Moste nz alle Kräfte setzten und alle Leidenschaften und Verkehrtfalschen Recht" von Michaelis, das sich, ohne das Bewußtheiten freiließen. In jene schöne Zeit, wo neue Ideen die sein höherer Prinzipien, innerhalb der juristischen und antigeistige Welt durchsluthetcn und sich in überraschender Weise quarischen Kreise hielt, war auf diesem Gebiete nichts gegeltend machten, versetzt uns folgende Schrift: .1. Salvador,! schehen. Durch die Kämpfe in der französischen Revolution vie, ses oeuvres et ses critiques. par Colonel Gabriel unfe während der Restauration hatte sich das politische Salvador. Paris, Calman Levy 1881. Joseph Salvador und soziale Bewußtsein zu den höchsten Stufen entfaltet, und starb im Alter von 77 Jahren, am 17. März 1873. Nur! von diesen aus prüfte Salvador mit großem Scharfsinn und seine ersten Schriften waren epochemachend, obschon es seinen in wahrhaft bnmanem Geiste das Gesetz und die Jnstituspäteren nicht an Fülle des Geistes und an höchst bedeutenden tionen Mosis, und gelangte hier zu um so mehr über- Apercüs fehlte, und deshalb gehört feine eigentliche Wirksamraschenden Resultaten, als man sich, besonders in Frankreich feit den Jahren 1820—50 an. Es ist deshalb ein verdurch Voltaire, daran gewöhnt hatte, die Bibel und ihr Gedienstliches Werk des Neffen, uns ein umsaffendes Bild von' setz als einer Zeit der Barbarei entsproffen anzusehen und den Werken und Ideen seines originellen und geistvollen hinsichtlich ihrer mehr eine kleinliche Satyre als eine ge- Oheims in der vorliegenden Schrift vorgesührt zu haben, wiffenhafte Prüfung anzuwenden. Das letztere Werk wurde — - denn auch alsbald ius Deutsche übertragen und übte auch i) Es hätte dieser Uebersetzung g.-wift zum Nutzen gereicht, wenn i hier eine nachhaltige Wirkung ans. Die folgenden Arbeiten sie auch die Bemerkungen gebracht hätte mit der wir den Abdruck ^Salvadors: Jesus-Christ et saDoctrine. Histoire do beuteltet haben, und die manche Lucke in der Arbeit A-araba s aus-, i begleitet haben, und die manche Lücke in der Arbeit Pargha's ausfüllten. Redakt.! l’etablissement de l’Eglise, de son Organisation et de ses