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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-02 · Heft 31 (2.8.1881) · p. Seite 513

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 31 (2.8.1881)
Date
1881-08-02
Page
Seite 513 (sequence 11)
Language
German
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513 geben, die durch persönliche Fähigkeit, Fleiß und Anstrengung ohne Beeinflussung von Außen errungen werden. Hier zeigt sich die Bildungsfähigkeit der Israeliten in höchstem Glanze: »Bon den 248 Advokaten, welche zu Ende des Jahres 1880 in Galizien waren, sind nicht weniger als 95 Juden, d. h. also 38'3 Prozent. Unter den 828 Aerzten sind 382 (— 45-2) Juden. Freilich wird dieses letztere Verhältnis ein wenig verändert, wenn wir die Doktoren der Medizin von den praktischen Aerzten ausscheiden, dann sind von den ersteren 28'2 Prozent (142 von 504) und von letzeren 74 Prozent (240 von 324) Juden. Von den 1027 Hebammen des Landes sind mehr als die Hälfte (511*) Jüdinnen. Brauchen wir noch eines besseren Zeugnisses zu Gunsten der! galizischen Juden?! „Endlich will ich hier noch ein Vcrzeichniß der israelit.! Wohlthätigkeits Anstalten in Galizien folgen lassen. Leider find wir aber nicht in der Lage, den Bermögensstand und das Budget einer jeden derselben anzugeben, da die amtlichen Quellen dieselben nicht überall angeben. Wir appelliren somit an alle Gemeindevorstände und Freunde unseres Vereines, die hier folgenden Daten nach Möglichkeit ergänzen zu wollen. In Galizien sind 13 israelitische Spiräler vorhanden, von denen 8 (Lemberg, Krakau, Brody. Przemysl, Rzeszow, Stanislau, Tarnopol und Tarnow) zusammen einen Vermögensstand von 393,271 fl. und 8 (Bolechow. Brody. Drohobycz, Jaroslau, Rzeszow, Tarnopol, Tarnow und Zbarazl im Jahre 1880 zusammen ein Budget von 47,219 fl. aufweisen. Ferner 3 Waisenanstalten (Brody, Krakau und Stanislau) mit einem Bermögensstande von 45,734 fl.. 8 Armenanstalten (Bohorodczany. Brody, Klasno, Solotwina und Zurawno 2) mit einem Vermögensstande von 5531 sl.. 5 Wohlthätigkeitsfonds (Brody, Chorostkow und Krakau 3) mit einem Kapitale von 19,263 fl. und endlich 3 Arbeiter-Unterstützungsfonds (Lemberg, Gorlica und Zablotow) mit einem Kapitale von 5568 fl." Spanien. Madrid, im Juli. Die Gran Logia simbolua independiente espagnola hat an das CentralComite der All. isr. univ. folgendes Schreiben gerichtet: Sevilla, den 7. Juli 1881. Wir haben die Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß die Gran Logia simb. indep. osp., deren gegenwärtige Residenz diese Stadt ist, den Beschluß gefaßt hat, sich an Ihr Comite zu wenden, um den Schutz und die moralische wie materielle Stütze der Freimauerei Spaniens, welche durch unser Comitö vertreten ist, den Israeliten anzubieten, welche jetzt durch die ungerechteste Unduldsamkeit erfolgt und genöthigt sind, ihren heimathlichen Herd zu verlassen. Indem die große Loge Ihnen diese Entscheidung mittheilt, bittet sie, den Israeliten, welche die Gastfreundschaft der spanischen Erde, die ihnen Se. Majestät der König von Spanien angebotcn, anuehmen. auszusprechen, daß sie ans unsere ganze Sympathie und Unterstützung rechnen können. Genehmigen Sie. meine Herren, die Versicherung unserer besten Gefühle. Der Großmeister l.-R. Castro; der Großpräsident I.-L. Padilla; der erste Qberaufseher Brandio Ruiz; der zweite Oberausseher ^l. Martiupz; der erste Sprecher 4. Gonzalez; der erste Secretair M. Rubix y Pineda. Diese Maßregel ist in Folge eines Vorschlages der Loge La Razon von Sevilla ergriffen worden, wie Herr Brandio Ruiz mittheilt. Dieser Vorschlag lautet: Alle Welt kennt den Ausruf des Central-Comite's der All. isr. von Paris an die Gefühle der Humanität der ganzen Menschheit, um Schutz für ihre Brüder, welche Opfer der schwersten Acte der Barbarei und unerhörten Gewaltthaten im südlichen Rußland geworden sind. Bei einem so traurigen Schauspiel kann die Freimaurerei weder gleichgültig bleiben, noch die Augen abwenden; sie soll im Gegentheil sich n it aller Anstrengung bemühen, so viel als möglich die unglückliche Lage des israelitischen Volkes zu lindern, welches erst den römischen Götzen, später anderen Religionen ein ungerechtes Opfer geworden. Die Stunde der Gerechtigkeit hat geschlagen; da unser Jahrhundert berufen ist, viele Jrrthümer verschwinden zu lassen, welche die Menschlichkeit beschämen, und die Uebel zu verbessern, welche diese nach sich gezogen, so ist kein Moment geeigneter als der gegenwärtige, daß die Freimaurerei ihre Stimme zu Gunsten dieses Volkes erhebt und. Dank ihrer Macht und ihrem Einflüsse, erlange, daß auf immer der ungerechte Fluch verschwinde, welche der bewaffnete und mächtige Sieger gegen das unbewaffnete Opfer geschleudert. Es genügt nicht, daß das Oberhaupt der spanischen Nation 60,000 Unglücklichen, welche seinen Schutz anflehen, i die Ermächtigung ertheilt hat. in ihr Vaterland zurückzukehreu:; es ist unerläßlich, daß. wenn sie unfern gastlichen Boden be- ' treten, sie den schützenden Armen wahrer Menschenfreunde begegnen. ■ Diese Betrachtungen und noch andere veranlassen uns zu j dem Vorschlag. Sie möchten Ihre Sympathien dem Comite i der All. isr. univ. aussprechen und ihm Schutz sowie moralische z und materielle Stütze für seine russischen Brüder anbieten,! welche kommen werden, um unter uns zu wohnen.! Madrid, im Juli. Wie die spanischen Blätter melden,! haben schon einige jüdische Bankiers in Polen und Rußland! Quartiere für sich in Madrid bestellen lassen und werden sie! gleich nach dem Schluffe der heißen Jahreszeit nach dieser Stadt übersiedeln. Die türkischen Blätter melden wieder, daß fortwährende jüdische Emigranten aus Rußland in Kon 31*

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