Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1881)
- Date
- 1881-08-02
- Page
- Seite 510 (sequence 8)
- Language
- German
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510 ständen den Bewohnern der Räume Lebensgefahr droht, so! Aufruhrs vor. Der Herr Oberregierungsrath erwiderte, hat die Familie schon zwei Nächte unter freiem Himmel im, daß er dem Vorredner auf das politische Gebiet nicht folgen Karten zugebracht. Nicht minder grauenvoll sieht cs in den; könne, er stelle aber auch anheim, daß jeder in seinem Kreise Wohnungen der anderen jüdischen Mitbürger aus, die sämmtzur Ausrechterhaltung der Ordnung beitrage, insbesondere lich mit Ausnahme von zweien in derselben Weise von den sein Gesinde und Hauspersonal von Ansammlungen auf der Roheiten und Gewaltthätigkeiten des Pöbels heimgesucht; Straße fernhalte. Herr Scheunemanu stellte darauf den wurden. Tie Polizei, obgleich sie verslossene Nacht aus Antrag, der Magistrat möge die über Aufruhr und Land- 5 Gendarmen und 3 Polizeidienern bestand, war auch jetztj friedensbruch handelnden Paragraphen des Strafgesetzbuchs wieder zu schwach, um den Pöbel zu bändigen. Auch bei einem j an den Straßenecken anschlagen lassen, mit dem ausdrück' christlichen Mitbürger (Glashändlcr) ist das Schaufenster mit > lichen Hinweis darauf, daß die Vorgänge der letzten Abende sämmtlichem Inhalt demolirt worden. Selbst der Herr Land' unter diese Paragraphen salleu, und daß für die Schädirath v. Bonin, welcher selbst 3 Individuen festnahm, wurde gungen, welche durch diese Exzesse dem jüdischen Eigenthum von dem Pöbel angegriffen. Bon dem Synagogenvorstand! zugefügt seien, die Kommune ersatzpflichtig sei. Dieser Ander hiesigen jüdischen Gemeinde wurde an den Herrn Regie' i trag wird angenommen und der Magistrat tritt nach Schluß rungspräsidenteu v. Auerswald eine Depesche abgesandt, in der Versammlung sofort in die Berathung über denselben welcher dringlich uni energische Hilfe gebeten wurde. Wie ein. Morgen wird der Staatsanwalt zur Aufnahme der ich aus ganz zuverlässigen Quellen erfahre, ist an das hiesige Untersuchungen hier erwartet. Uebrigens sind, wie wir hören, Landrathsamt ein Bescheid des Inhalts telegraphisch gelangt, Anordnungen getroffen, daß erforderlichen Falls innerhalb daß er selbst heute Abend hier cintreffen werde.! zwei Stunden Militär am Orte sein kann." Reustettin, 20. Juli. Ter „Neu-Stett Ztg." schreibt i Neustetlin, 21. Juli. Gestern Abend ist der Staatsman von hier: „Gestern Abend ist als Vertreter des Regieanwalt Pinoff aus Cöslin hier eingetroffen. Tie gerichtliche rungspräsidenten der Oberrcgierungsrath Graf d'Haussonville Untersuchung ist in vollem Gange und dehnt sich natürlich aus Köslin hiereingetroffen und hat nach einer noch gestern auf eine Menge Personen aus. In Folge eines richterlichen mit dem Herrn Landrath von Bonin und Bürgermeister Haftbesehls ist der Unternehmer Luttosch bereits verhaftet Zingler abgehaltenen Konferenz die Mitglieder des Synagogenworden. Die Polizeiverwaltung hat den Landfriedensbruch - Vorstandes zu sich bitten und Magistrat und Stadtverordnete Paragraphen bekannt gemacht, um die Strafbarkeit solcher zu einer gemeinschaftlichen Sitzung um i)1/., Uhr zusammen-, Exzesse den Leuten vor Augen zu führen und vor weiterer treten taffen. Ter Herr Oberregierungsrath führre selbst den Verübung derselben zu warnen. Die Gendarmerie ist be- Vorsitz und eröffnete die Versammlung mit Ausdrücken des > deutend verstärkt, doch sind wohl, da die Stadt vollkommen Bedauerns über die vorgekommenen Exzeffe und mit dem; ruhig ist und die Erregung der Gemüther sich schon etwas Vorschläge, aus der Zahl der gutgesinnten Bürger einen! gelegt hat, keine weiteren Unruhen zu befürchten. Sicherheits-Ausschuß zu bilden, dessen Aufgabe es sein würde, > Thorn, 21. Juli. (Privatmitth.) sZweite Bersammdahin zu wirken, daß Zusammenrottungen des Pöbels auf lung des Rabbiner-Verbandes für Ost- und Westpreußen den Straßen verhindert würden. Außerdem habe er eine am 4. und 5. Juli.j Am ersten Tage wurden geschäftliche erhebliche Verstärkung der Gendarmerie angeordnet und diej Angelegenheiten erledigt, der Verwaltungsbericht pro 1880/81 selbe dem Herrn Landrath, so lange er es zum Wohle der! mitgetheilt und das Begrüßungsschreiben des deutsch-israeli- Stadt für nöthig erachte, zur Verfügung gestellt. Herr j tischen Gemeindebundes, sowie die Entschuldigungen der aus Bürgermeister Zingler stimmt im Ganzen den Ausführungen gebliebenen Herren l)r. Rosenstein-Graudenz, Klein-Elbing und des Herrn Oberregierungsraths bei. Herr Stadtverordnetem! der Kollegen aus Pr. Straßburg und Pr. Stargardt zur Vorsteher Rechtsanwalt Schcunemann dagegen hält die Bildung Kcnntniß gebracht. Zum Vorsitzenden wurde per Acclamaeines Sicherheitsausschusses sür durchaus inopportun und! tion Herr vr. Bambcrgcr Königsberg gewählt, der zu Beinutzlos , da die gegenwärtige Polizeimacht mit der in Aus-, sitzern die Herren Rabbiner vr. Oppenheim-Thorn und Friedsicht genommenen Verstärkung genügen würde, etwaige Aus-! berg-Tilsit beruft. Die Thesen des Herrn I)r. Gronemann schreitungen für jetzt im Keime zu ersticken. So lange man! zur Religionsschulsrage werden vcrtheilt und in längerer cs aber gestatte oder ein Auge dabei zudrücke, daß ein! Diskussion erörtert. Dieselben werden später dem Druck über- Blatt wie die „Norddeutsche Presse" durch ihre Hetzereien! geben werden. Am Nachmittag des ersten Tages sprach Herr täglich neuen Zündstoff anhäufe, so lange man es dulde, : Dr. Oppen heim über die Geschichte der Mischna und för daß ein Reiseprediger wie Henrici in den Localen hiesiger derte in seinem Vortrage, der für die Fachgenossen später Stadt ungestört seine Brandreden halte, so lange liege auch im Druck erscheinen wird, manches Neue und Hypothetische die Gefahr eines erneuten und verstärkten Ausbrucbcs des zu Tage, das eine ausführliche Begründung noch erfahren