Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1881)
- Date
- 1881-08-02
- Page
- Seite 504 (sequence 2)
- Language
- German
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504 so lad«'n sie die schwerste Verantwortlichkeit auf sich, so machen Staates, wenn er Person und Eigenthum seiner Bürger ohne sie sich zu Theilnehmeru des Verbrechens und zwar iu noch Unterschied und ohne Aufschub schützt, es ist dies seine erste schuldigerer Weise als die Tumultuanten, als die Plünderer und unerläßliche Pflicht, ohne deren Erfüllung alle seine und Mörder selbst. Denn diese tragen nur die Schuld an übrigen Zwecke und Ziele nutz' und erfolglos sind und er den Schäden, die sie selbst verursachen, jene lässigen oder selbst seine Existenzberechtigung in Frage stellt. Denn wenn böswilligen Behörden aber lassen zugleich die Majestät des erst jeder beliebige Hause sich zusammenrotten, Häuser demo- Gesetzes und des Staates, das Ansehen der obrigkeitlichen liren, Eigcnthum zerstören und Personen mißhandeln kam, Gewalt mit Füßen treten, und sanktioniren gewissermaßen. was bietet dann der Staat für Sicherheit und für Spieldie Anarchie und Rechtsverletzung, abgesehen davon, daß sie raum zur Lösung höherer Aufgaben? Selbst wenn hinter- Schuld daran tragen, wenn die Gesetzlosigkeit und die Bardrein der Strafrichter einschreitet, ist es nur zu beklagen, daß barei an Ausdehnung gewinnt, weil die Uebclthäter zu der dessen Arm eine Anzahl Uebelthäter treffen muß, welche ein Meinung verleitet werden, daß sie ungestraft ihre verbrecherechtzeitiger und geschickter Widerstand von ihren Vergehungen rischen Absichten ausführen können, ja daß die Negierung zurückgehalten hätte. — Und nun kommt die Sophistik hinterste begünstige. drein, welche theils aus eigenem Haß, theils um die Schmach Tiefe einfachen Erwägungen, welche wahrhaftig die zu vermindern, die aus solchen Vorgängen und Zuständen ersten Elemente des staatlichen und die natürliche Unterlage auf Staat und Volk fällt, die Schuld obendrein auf die undes gesellschaftlichen Lebens betreffen, ist es nicht eine Anglücklichen Geschädigten zu wälzen und die Missethäter zu klage unserer ganzen Zeit, wenn sie noch vorgetragen und rechtfertigen sucht. Indem mau zu vergessen sich stellt, daß nachdrücklich geltend gemacht werden müssen! Aber Erscheiim Staate doch alle Verhältnisse gesetzlich geregelt sind, und nungen in den jüngsten Tagen machen es nothwendig, sie daß, wo gegen das Gesetz gehandelt wird, der Staat das in's allgemeine Bewußtsein zurückzuführen, von der einen Strafamt übt, sagt man den Juden in Rußland alles mög- Seite die auffallendsten Thatsachen. von der anderen jene liche Ueble nach, um jene Raub- und Mordzüge der Tumul unsere Zeit beherrschende Sophistik, die schwarz zu weiß und tuanten zu erklären und zu rechtfertigen. Wenn ein Jude weiß zu schwarz macht. Es ist constatirt, daß die ersten durch Handel und Gewerbsleiß, durch Gründung industrieller Plünderungsicencu in den südrussischeu Städten von der dor- > Etablissements der trägen und trunksüchtigen Maste gegenüber tigen Polizei- und Militärmacht unbehindert blieben und! sich Etwas erwirbt, so wird er als Vampyr und Ausbeuter tagelang die Räuberhorde ihr verwüstendes Werk fortfetzte' des Volkes gebrandmarkt und man giebt es als ganz gerecht und so gut wie beendete, ehe die Behörden cinschritten, aus, daß ihm der Pöbel seine Fabrik verbrennt, seine Ma denen ein ernstlicher Widerstand gar nicht entgegentrat. Daß gazine plündert oder seinen kleinen Bazar ruinirt und ihn selbst sich auf diese Weise der Brand mit reißender Schnelligkeit: dazu mißhandelt. Man hat den Juden endlich ein wenig Freiausdehnte, ist nicht zu verwundern, und es gehörte hierzu zügigkeit gestattet, und nun sie sich in einer Anzahl Plätze noch gar kein fanatischer Haß des Pöbels gegen die Juden: j niedergelassen, läßt man sie durch den Pöbel auf's Aeußerste die Lust an Rauben, Plündern und Zerstören, sobald sie sich ungestraft befriedigen zu können vermeint, giebt Erklärung malträtiren, straft zwar einige der Uebelthäter, jagt aber die Juden aus ihren Wohnplätzen hinaus und giebt so dem genug. Die Art und Weise, wie hingegen in Odessa allen! Pöbel hinterdrein eine Rechtfertigung für sein schmähliches ähnlichen Versuchen sofort und energisch entgegengetreteu und Treiben, das man hierdurch als eine Art Lynchjustiz rechtnach einer halben Stunde Alles wieder zur Ruhe gebracht; fertigt. Ist es nun nicht wahr, daß hiermit der Staat jene ward, wirft ein grelles Licht aus die Behörden in jenen erste und unbedingte Verpflichtung verletzt? Aber die Folgen Städten, namentlich in Kiew. Aber was soll man nun dakönnen nicht ausbleiben: von der eine» Seite die Verzu sagen, wenn in Preußen selbst, mitten in einer blühenden Milderung des Volkes, von der anderen eine Abschwächung Provinz, einige Stunden von einer mit einer starken Garni- ' aller Autorität des Staates und des Gesetzes! Möge diese son gespickten Festung ähnliche Auftritte statisinden und in Warnung auch in anderen Staaten beachtet werden, denn darauf folgenden Nächten wiederholt werden? Wir sind wie gesagt, mit den Thatsachen stellt sich die Sophistik ein, iveit davon entfernt, dem Bürgermeister von Neustettiu und und dann ist es mit allem Rechtsgefühl und Rechtsschutz zu seinem halben Dutzend Polizisten, die sich alle mögliche Mühe Ende, gegeben haben sollen, einen Vorwurf zu machen. Wohl aber konnte man verlangen, daß am Tage nach dem ersten Ausstande eine Compagnie Soldaten herbeigerufen werde, um dem viel ärgeren Zers'.örungswcrk der zweiten Nacht vorzubeugeu. Nun, es ist keine Vergünstigung, kein Verdienst'des