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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-07-19 · Heft 29 (19.7.1881) · p. Seite 474

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 29 (19.7.1881)
Date
1881-07-19
Page
Seite 474 (sequence 4)
Language
German
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474 schöpft hat. Der Verfasser hat eine ausnehmend freundliche! liner Vertrag auferlegte Maßnahme führt in Rumänien ein Aufnahme bei den Rumänen gefunden. Er rühmt dies und j auflösendes Element ein, welches, indem es die rumänische bekennt von Anfang an ein großes Bedauern, daß die emi-l Nation schwächt, das Werk der Absorption erleichert, das nente Sympathie der Rumänen für Frankreich und für alles, Rußland vorbereitet." Folglich müssen die Juden Parias Französische und besonders für die durch Frankreich verbleiben, denn diese sind mit „dem auflösenden Element" ge« fochtenc Politik der Nationalitäten dadurch unterbrochen meint. Jndeß leidet diese These an großen Schwächen. Bis worden sei, daß der französische Minister im Berliner Eonjetzt haben wir geglaubt, daß es Ungarn, Oesterreich und greß die Unabhängigkeit Rumäniens an die Bedingung der - Deutschland gewesen, die mit Hingabe ihrer besten Kräfte der Gleichstellung der Israeliten zu knüpfen beantragt und durchj türkischen Einfluthung Widerstand geleistet und sie gebrochen gesetzt, sowie diese Unabhängigkeit erst später als Oesterreich,! haben. Jetzt erfahren wir, daß dies das Werk der Rumänen Rußland und Italien anerkannt habe, wodurch die Rumänen gewesen sei, dieselben Rumänen, die von den Türken untervon Frankreich abgewendet und Oesterreich zugeführt worden worfen und erst durch die europäischen Mächte, nicht durch seien. Man erkennt hieraus leicht, daß der Verfasser in der sich selbst, von der Türkenherrschaft befreit wurden! Eine vorliegenden Schrift eine bestimmte Tendenz verfolgt, nämgleiche Rolle sollen sie dem Panslavismus gegenüber spielen, lich die, seinen Landsleuten die Rumänen von möglichst Dieses Völkchen von nicht fünf Millionen soll den Slaven, glänzender Seite zu schildern und die beiderseitigen Sympawenn sie vereinigt sind, Widerstand leisten, den Russen, Polen, thien wieder zu beleben. Wir wollen nun dem Verfasser Czechen und den Slaven des Oesterreichischen Kaiserstaates! nicht den Borwurf absichtlicher Täuschung im Dienste seiner Hat man doch soeben im russisch-türkischen Kriege gesehen, Tendenz machen. Aber man weiß, daß wer bei Betrachtung welchen Widerstand sie den Russen allein zu leisten vermochten, der wirklichen Dinge eine entschiedene Tendenz verfolgt, auf's Sie, deren Interesse ganz gegen Rußland war, mußten ihr Leichteste sieht, was er zu sehen wünscht und selbst die Ein- Heer den Russen überlassen, ihr Land und ihre Hauptstadt sicht in die Widersprüche verliert, in welche er verfällt. Ten den Russen Preis geben und sich in die Bedingungen schicken, Mittelpunkt bilden eben darum unglücklicher Weise die ruwelche Rußland ihnen auferlegte, die Zurückgabe Befsarabiens, mänischen Juden. Die Roheiten, Gewaltthätigkeiten und Besoweit es ihnen gehörte, und die Annahme der Dobrudscha. drückungen, welche die Juden in Rumänien erfuhren, sind es! So sind die Vordersätze vollständig falsch. Im Nachsatze besonders, welche dem Ansehen Rumäniens und dem Interesse stellen sich nun die Rumänen selbst das schlimmste Armuthsfür dieses Volk in Europa großen Abbruch thaten. Die zeugniß aus. Tie Juden bilden den zwanzigsten Theil der Rumänen haben ihre Selbstständigkeit nicht wie die Bevölkerung, und dieser zwanzigste Theil soll die übrigen Griechen durch einen heroischen Freiheitskampf erworben, neunzehn Theile so auflösen und beherrschen, daß die rumäsondern erhielten sie im Pariser Frieden als ein nische Nationalität davon völlig bedroht werde. Ueber dieses Geschenk der europäischen Politik. Umsomehr mißfiel die Armuthszeugniß schlüpft der Franzose im Gefolge seiner ru- Hartnäckigkeit, mit welcher sie in ihrem Lande den Juden mänischen Einpauker hinweg. Er nimmt dies als Thatsache die bürgerlichen Rechte verweigerten und sie als Parias bean und seine ganze Schilderung läuft nun tendenziös darauf handelten. Auch jetzt weiß Europa, daß mit Umänderung hinaus, die Herrschaft, welche die Juden schon jetzt über die des Art. 7 der rumänischen Verfassung nur eine Spiegel- Rumänen ausüben, als ganz enorm und entschieden darzufechterei, eine Verhöhnung des Berliner Vertrages getrieben stellen. Er verfällt dabei, wie es Parteigängern immer erworben, und die rumänischen Juden jetzt erst recht von allen geht, in Widersprüche, Unrichtigkeiten und Uebertreibungen. bürgerlichen Rechten ausgeschlofien und allesammt, mit Aus- Tie Juden sollen den Panslavismus vorbereiten und doch nähme einiger zwanzig Naturalisirten — denn wie es um die werden sie wegen ihrer deutschen Sprache als Deutsche be- 889 früheren Soldaten steht, weiß Niemand - für Fremde zeichnet. In der Wallachei sind die Juden geringzählig und erklärt sind. Daß die europäische Diplomatie sich mit diesem größtentheils Spaniolen, aber sie werden ebensowenig natura- Gaukelspiel begnügte, gereicht ihr nicht zur Ehre und kann lisirt, wie die als Deutsche behandelten russisch-polnischen nur aus der zeitweiligen Complikation und dem Friedensbe- Juden in der Moldau. Diese letzteren werden allesammt als dürfniß erklärt werden. Der französische Reisende will Dem Einwanderer seit 1806 behandelt, während doch in der Mol nachhelfen, und seinen Lesern insinuiren, daß die Rumänen dau seit Jahrhunderten Juden wohnten und z. B. die Jasgar nicht anders handeln konnten. Er hält die These der syer jüdischen Kaufleute stets ein Hauptelement der Leip- Rumänen aufrecht (S. 13): „Während mehrer Jahrhunderte ziger Messen gewesen. Nach der Darstellung unseres Fronhaben die Rumänen den Occident gegen das Eindringen des zosen sind alle rumänischen Juden reiche Leute und doch muß Islam geschützt; sie haben gegenwärtig dieselbe Rolle zu er gestehen, daß er in Jassy, Botuschan und an a. O. neben spielen, dem Panslavismus gegenüber. Die durch den Bereinigen Reichen Armuth und Elend aus den Gesichtern der

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