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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-07-05 · Heft 27 (5.7.1881) · p. Seite 447

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 27 (5.7.1881)
Date
1881-07-05
Page
Seite 447 (sequence 13)
Language
German
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447 5t e u i ff c t o n. (Korrespondenz. Conferenz des Israel. Elementar-Lchrcr-Vereins sür Westfalen und Rheinprovinz. j Schluß.) | Der Gefeierte dankt bewegten Herzens, bittet die Lehrer,! die ein bedeutsamer Faktor für das Judenthum feien,! „auch ferner dessen Schutzgcift zu bleiben" und begiebt sich! darauf, von den herzlichen Tankes- und Segenswünschen t*cr ■ Versammelten begleitet, zur Bahn, um den anderen Morgen der Versammlung mitteldeutscher israelitischer Lehrer und Cultusbeamten in Nordhausen anwohnen zu können. Die Schleusen der Beredsamkeit waren geöffnet und nun folgte Rede auf Rede, Toast auf Toast, ernsten und heiteren Inhaltes, unter denen wir nur noch der inständigen Bitte des Herrn Jtzig * Münster mn gleiche Sympathien für das Lehrerseminar, ferner des „Hochs" auf das gute Einvernehmen zwischen Lehrer und Gemeinde durch Herrn M. Feibes und der humoristischen Begrüßung des Seminarlehrcr Collegiums durch Herrn Blnmcnau gedenken wollen. Schon war die Mitternachtsstunde fast herangerückt, als auf Mahnung Blumenaus Herr Steinberg das herrliche Fest in eben so schöner Weise schloß, wie es durch ihn eröffnet worden war.! Am folgenden Tage, morgens 8 Uhr, fand unter Fährung des Synagogenvorstandes die Besichtigung des schönen Gotteshauses statt, bei welcher Gelegenheit den Collegen ein wahrer Kunstgenuß bereitet wurde durch 4 stimmige Gesänge des Chors, großartig ausgeführt, mit einer meisterhaften technisch-fertigen Orgelbegleitung. Es wird erbaulich weiter klingen in den Herzen Aller, die dem herrlichen Gesang und dem prächtigen Orgelklang gelauscht haben. Um Uhr Wiedervereinigung im „Deutschen Kaiser". Vor Eintritt in die Tagesordnung kommt eine Begrüßungs-Depesche aus Nordhansen von der dort tagenden jüdischen Lehrerversammlung zur Verlesung, die brieflich ihre Erwiederung findet. Aus besonderen Wunsch eines Collegen sendet die Conferenz dem in Bochum tagenden Westfälischen Lehrertag ein Begrüßungstelegramm, Nach Beendigung der Conferenz trifft ein Gegengruß ein. — Es erfolgt nun das von Spier-Bocholt dem Collegen Löb Cöln übertragene Referat: Wie soll und kann das Gebetbuch beim Religionsunterricht benutzt werden? Ref. hebt hervor, wie gerade in und verbreitet sich dann über die Entstehung desselben, zeigt an einzelnen Gebetstücken, wie der religiöse Sinn des Kindes zu wecken sei und betont die Wirkung der hebräischen Sprache. Die Geläufigkeit des hebräischen Lesens sei zu erzielen durch recht häufige Wiederholungen, besonders derjenigen Gebetstücke, die in der Synagoge responsenweise vorgetragen werden, durch Chorlesen, Singen lassen nach den bekannten jüd. Melodien. Tie Kinder sollen aber auch beten lernen und zwar in der hebräischen Sprache, wenn auch eine andere Sprache nicht auszuschließen sei. Vor allen Dingen aber! muß das Bcrständniß der Gebete angebahnt werden, mit dem! Wichtigsten beginnend und kurz vor den einzelnen Festtagen! u. s. w., die auf dieselben sich beziehenden Gebetstücke durch-! genommen werden. Ref. erwähnt zum Schluß, daß für die! Mädchen das Gebetbuch das wichligste Religionsbnch sei u.! fiir Knaben der Pentateuch. — Eine recht lebhafte und in ' teressante Debatte knüpft sich an die vom Referenten anfge- ' stellten Thesen, die schließlich in folgender Fassung angenommen werden: 1) Das Gebetbuch ist wichtig und nothwendig beim Privatgottesdienst-, 2i Es ist nöthig und unentbehrlich beim öffentlichen Gottesdienst: o) Die Bibel, sowie auch das Gebetbuch müssen fleißig beim Religionsunterrichte zur Anwendung kommen. — Ter 3. Punkt der Tagesordnung betrifft freie Besprechungen. Blnmenau weist hin aus den herrlichen Genuß, der den Conferenzbesuchern durch den 4stim> migen Gesang in der Synagoge geboten worden und knüpft daran die Bemerkung, daß zur Belebung des gottesdienstlichen Interesses vornehmlich der einstimmige Gesang Berücksichtigung verdiene, worauf Herr Steinberg, Vorsteher der Synagogengemeinde Münster, Veranlassung nimmt, in längerer, mit köstlichem Humor gewürzter Rede dem Vorredner vollkommen beizupflichtcn und darauf hinzuweisen, daß sich die Gemeinde den Genuß nur bei besonders festlichen Gelegen beiten gestatte und als Festtage betrachte der Vorstand die Cvnferenztage.— Graf-Elfen bespricht die von der Düsseldorfer Regierung erlassenen Ferienordnung für die jüdischen Schulen und plaidirt für die einheitliche Regelung der Angelegenheit durch eine Petition von Seiten der Conferenz an den Cultusminister. Es wird von verschiedenen Eoll. auf die mustergültige Ferienorduung im Reg. Bcz. Münster hingewiesen und daß es Sache des Düsseldorfer Rabbiners fei, der die obige Ferienordnung veranlaßt, Remedur zu schaffen. Foljüngster Zeit die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit und gender Antrag wird mit geringer Majorität angenommen: Wichtigkeit des Religionsunterrichtes befestigt sei und weist Eine Eingabe an den Minister zu richten, dahingehend die auf das Gebetbuch insbesondere hin, als ein solches, das allgemeine Ferienordnnng auch auf die jüdischen Schulen eine Brücke bilde, welche die Vergangenheit mit der Zukunft ausdehnen zu wollen, die Sabbathe und gebotenen jüdischen verbindet, es sei das Bindemittel der Juden aller Länder Festtage schulfrei zu lassen, aber nicht in Anrechnung zu und Zonen. Er geht auf den Inhalt des Gebetbuches ein bringen. — Seminarlehrer Treu weift auf die edlen Züge

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