Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1881)
- Date
- 1881-07-05
- Page
- Seite 436 (sequence 2)
- Language
- German
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436 Apostelgeschichte selbst. Nachdem die Apostel, unterstützt vonj nahmen sie keinen Theil und dokumentirten hiermit wiederdem Wunderglauben des Volkes-'), eine größere Anzahl Anum ihre völlige Loslösung von Judenthum und Juden. Hänger gesammelt und sogar im Tempel zum Volke über! So begann der große Prozeß zwischen dem Christen- Jesus als Messias und dessen „Auferstehung von den Tobten" thume und dem Judenthume. Bon der Seite des ersteren redeten, wurden Petrus und Johannes vor das Synhedrium bestand dieser in dem ununterbrochenen Streben, das Judengeführt, von diesem aber nur mit dem Verbote, weiter so zum thum zu beseitigen durch die Bekehrung der Juden; von Volke zu sprechen, entlaßen. Da sie diesem Verbote keine Seiten des Judenthums, sich unter allen Umständen zu er- Folge leisteten, und abermals vor das Synhedrium geführt halten. Die eigenthümliche Wendung des Geschickes hatte wurden, sie auch vor diesem ihre Lehre wiederholten, und über den zum Christenthume bekehrten Völkern als eine Erbschaft ihre Bestrafung debattirt wurde, berief sich Gamaliel auf vom römischen Reiche hinterlafsen, daß die Juden auch in zwei Präcedenzfälle, wo man diejenigen, welche sich für den abendländischen Ländern überall ansässig waren und Messiasse ausgegeben, ruhig gehen und ihrem Schicksale überzwar im Besitze der vollen bürgerlichen Rechte. Der Schauließ. Er soll die merkwürdigen Worte gesprochen haben: platz jenes Prozeßes war daher überall gegeben. Gerade „Tenn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen deshalb mußte dieser Prozeß eine zwiefache Gestalt annehmen, sein sollte, so wird es zerstört werden; wenn es aber von die eines geistigen Kampfes zwischen den beiderseitigen Lehren Gott ist, so vermöget ihr es nicht zu zerstören; ihr möchtet und Ueberzeugungen und die eines gewaltthätigen, den Gegeuch sonst gar gegen Gott auflehnen." Und das Synhedrium ner mit allen weltlichen Mitteln bestreitenden. Betracbten stimmte ihm bei.'h Merkwürdig nennen wir diese Worte, wir hier zunächst diesen geistigen Kampf. — Wenn in der da sie eine Toleranz, und zwar bei dem gesammten Tribu-! Ausgestaltung der christlichen Dogmen während der ersten nal bezeugen, wie sie selbst in unserer heutigen Zeit nur Jahrhunderte der Gegensatz zwischen dem Christenthume und selten zu finden sein wird, und die bis zu der Vorausdem Judenthume immer schärfer herausgebildet ward, so setzung geht, daß auch das, was unserer Ueberzeugung widerwaren es zwei Momente, durch welche das Christenthum zu spricht, „von Gott sein", d. h. Wahrheit enthalten, damit gegnerischen Schritten gegen das Judenthum veranlaßt wurde, dauernd, von Gott angeordnet sein könne — erinnernd an Das erste lag darin, daß es für die Christologie eine Nothden berühmten Ansspruch bei den Streitigkeiten der Schulen Wendigkeit war, den Tod Jesu von allen politischen Motiven von Hillel und Schammai: y-. z-\-, z'rbn '~z~ — zu befreien, die derselbe offenbar hatte, da diese Hinrichtung Ganz anders gestaltete es sich aber, als diese Lehre sich zu die That des römischen Machthabers war, in römischer Weise dem Dogma von der Gottheit Jesu, der Dreieinigkeit und durch die Römer vollbracht ward und dabei der Spott auf dessen Confeguenzen erweiterte und das Gesetz Mosis, welches das Rex -Tudaeorum die Hauptrolle spielte, hingegen die Jesus als unverletzbar verkündigt hatte, aufgehoben und nicht ganze Schuld auf die Juden zu werfen, sie als die Urheber blos für die Heiden, sondern auch für die Juden annullirt und eigentlichen Thäter zu bezichtigen und das ganze wurde. Hiermit hatte sich das Christenthum vom Juden-; Volk, sogar in allen zukünftigen Geschlechtern, dafür verantthume losgelöst und eine Kluft zwischen beiden gerißcn, über wörtlich zu machen. Es war diese Darstellung des Todes welche eine Brücke nicht geschlagen werden konnte. Ter Fanatismus erwachte von beiden Seiten. Die Christen suchten cifrigst so viele Prosetyten wie möglich unter den Juden zu machen, und die Juden sich der neuen Religion zu entledigen, Jesu keine bloße Feindseligkeit gegen die Juden, sondern ein logisches Bedürfniß, um diesem Tode den christologischen Charakter zu gebeuZ Das zweite Moment bestand darin, daß, um die christlichen Dogmen zu stützen und der neuen Lehre die die Zerstörung des Tempels androbete und das Gesetz j den ihr unentbehrlichen Zusammenhang mit der alten zu ververnichtete.Z Einzelne Verfolgungen und Vertreibungen j schaffen, die ganze Erscheinung als im alten Testament gelehrt, der Christen seitens der Juden sind vorgckommen und waren vorausverkündigt und vorbildlich angedeutet nachgewiesen dem Charakter jeder Volksbewegung entsprechend. Dennoch! werden mußte. Hierzu war eine besondere Auslegung vieler können diese nur örtlich und zeitlich gewesen sein und keinen! alttestamentarischer Stellen und Aussprüche erforderlich, so allgemeinen Umfang angenommen haben, da die Christen! wie die Angabe von Details, die erst aus den Schriftstellen bis zur Zerstörung Jerusalems und der Verbannung der —- — Juden aus ihrem Lande in diesem und in Jerusalem _ ^re. Broschüre?- 38, 44 f Uebrigens lese man die Z J! Darstellung des luduchen Srrasprozevoerfahrens, welche Prof. Bargha selbst wohnten. An dem Nationalkampfe gegen die Römer in seinem Werke „Die Bercheidigung in Strafsacbcn" giebt, (s. Nv.! 2. 5. 6. dieses Jahres) und seinen § 9 über den Prozeß Jesu nach, 5) S. Apostelgesch. 2, 44 und an v. D. } um zu erkennen, wie die Berichte in den Evangelien allen Grundo) Das. 3—5. i sützen und Vorschriften des jüdischen Rechts widersprechen und Zeug 7s „Diese wie jene sind Worte des lebendigen Gottes", Jerusch. > nih geben, daß ihre Versasier keine Ahnung vom jüdischen Rechte Sota 111 f. 19, i. | harten. Man lese ferner, was wir zu dem betr. Eapiret des Prof. Apostelgeschichte G, 14. [ Bargha hinzugefügt in No. 6 des laufenden Jahrgaugcs.