Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1881)
- Date
- 1881-06-28
- Page
- Seite 429 (sequence 11)
- Language
- German
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429 von Seiten der Conferenz mit allseitiger, freudiger Zustimmung geschieht. Die anwesenden Herren Nachod und Kronenberg nehmen freudig bewegt die Ehrenmitgliedschast an. Es verdient noch erwähnt zu werden, daß Herr Nachod den Verein mit herzlichen Worten begrüßte und kurz die hohen Ziele des deutsch israel. Gemeindebundcs schilderte. Der Gemeindebund habe sich als seine nächste Aufgabe die gestellt, für die kleineren Gemeinden materiell einzutreten, um in denselben Religionslehrer anstellen zu können. Der Herr Vorsitzende verliest hierauf die von ihm aus' gearbeitete Denkschrift über die ersten 25 Jahre des Vereins isracl. Elementarlehrer für Westfalen und Rheinprovinz und knüpft daran erläuternde Bemerkungen. (Wir machen an klingend in die herrliche Melodie des: Heil Dir im Siegerkranz. Blumenau dankt tiefbewegt Namens der Lehrer, die solche Dankbarkeit um so höher zu schätzen wissen, als ja das Blümlein Dankbarkeit ein immerhin seltenes sei und wünscht der im kräftigsten Aufschwünge begriffenen Gemeinde Münster die Entfaltung zur höchsten Blüthe. — Herrn Menke-Münster ist es Herzensbedürfniß, des würdigen, ehrcnwerthen Herrn I. Nachod zu gedenken, eines Mannes, dessen Thaten beredter als alle Worte sprechen und der in so erfolgreicher, hingebender Wirksamkeit uns die Wahrheit des Wortes: Einheit gibt Macht vor die Augen führe, unsere Anerkennung möge sich bethätigen in energischer Förderung der Zwecke des Gemeindebundes; dem Manne mit dem dieser Stelle auf das interessante Schriftchen gan; besonders: Silber auf dem Haupte und dem Golde im Herzen ein Hoch! Schluß folgt.) Silber aus dem jüdischen Familienleben. Bon Emmy Mosfi-Wnlstlohn. II- Nachdruck vcrdolcn. Aber Abi war damit nicht einverstanden. „Nein, Onkel", sprach er freundlich aber entschieden, aufmerksam. Die Ref.) Allseitiger Beifall lohnte den Ver-! faffer; Ruben-Gütersloh bittet demselben zu Ehren, sich von! den Sitzen zu erheben, was mit großer Freude geschieht.! — Als Ort der nächsten Conferenz wird Essen bestimmt.! Die Themata für dieselben lauten: „1. Wann hat der! Unterricht im hebr. Lesen zu beginnen und aus welche Weise! ist in kurzer Zeit die Geläuffgkeit des hebr. Lesens zu er-! zielen? 2. Nach welchen Gesichtspunkten ist bei dem Religions- und bibl. Geschichtsunterricht zu verfahren und i ebensowenig wie ich Deine Unterstützung zum Besuche der welche Bücher sind zu wählen? Schluß des ersten Tages! Universität annahm, kann ich es auch ferner thun. Ich habe um 7 Uhr Abends. ' mir mein Ziel vorgesteckt und muß es allein erreichen. Da- Die überaus herzliche Ausnahme, die sämmtliche Conferenz-! bei kann ich nur die Hilfe meiner guten Eltern annehmen, besucher in den gastfreien jüdischen Familien Münster's gedenn Eltern und Kind sind Eins. Aber sonst wünsche ich sunden hatten, die rege Theilnahme des Gemeindevorstandes Niemanden etwas zu verdanken, und wäre es auch der beste an unseren Verhandlungen und besonders die Erinnerung liebste Onkel Bär. Ihr nehmt'» mir nicht übel, Onkel?" an den festlichen Theil der im Jahre 1870 hier stattgehabten Der Alte that böse, obgleich er im Stillen den jungen Conferenz ließen erwarten, daß „die paar Stunden gemüth' Mann bewunderte. „Gott der Gerechte, thut der Herr Abi lichen Zusammenseins", zu denen der Gemeinde-Vorstand die doch, als wären die leibhaftigen Großherzöge von Mecklenburg Versammlung eingeladen, mehr als dies, daß sie ein Fest seine Ahnen, so nobel sind seine Grundsätze. Na, wie Du in des Wortes vollster Bedeutung werden würden. Und so willst Abi", setzte Bär sanfter hinzu, als er Tinas betrübtes war es auch. — Gleich nach 8 Uhr hatten sich sämmtliche Gesicht bei dem scharfen Ton seiner Rede bemerkte; „Du Theilnehmer in dem schönen Saale des Schloßgartens eingewirst jedenfalls dein Fortkommen finden — ich hätte Dich sunden. Herr Steinberg, der verdiente Präses des Gemeindenur so gerne hier in Schwerin behalten, und ich glaub', Vorstandes, begrüßte die Versammelten in überaus erhebender! sonst Jemand auch noch." Weise mit dem Ausdrucke der Empfindungen des Dankes und j Abi erröthete und reichte dem Oheim die Hand, dann der Genugthuung, die Conferenz in Münster tagen zu sehen, > sprach man von etwas Anderem. dem Orte, der in so inniger, bedeutsamer Verbindung mit „Ja, das geht so .mit dem Wünschen", warf Beitel der isr. Lehrerwelt stehe. In schönen, warm empfundenen ein, „wie lange hast Du doch gewünscht, daß man Dir den Worten die Bedeutsamkeit des mühevollen, entsagungsreichen Titel Commissionsrath giebt, Schwager, und obgleich sie Dir Lehreramtes, besonders des jüdischen, hervorhebend, entbietet da oben Dein Geld abborgcn und Bär bald hier, bald da der Redner den Lehrern innigen Freundesgruß und schließt aushelfen muß, geschieht's doch nicht". in geschicktem Uebergange mit einem Hoch auf Se. Majestät, „Wie, Vater, Tu wünschest Dir den -rsttel?" ries Tina unseren Kaiser, „der nie und nimmer gestatten wird, daß lebhaft und sah ihn erwartungsvoll an. die herrliche Devise der Hohenzollern: „Gleiches Recht für Der Alte konnte nicht eine kleine Verlegenheit unter- Alle" getrübt oder von frevelhafter Hand berührt werde, drücken. „Seht das ist so", entschuldigte er sich, „da heißt Mächtig braust das dreifache Hoch durch den Saal, auses immer: trotzdem der Bär ein Jud", ist er doch ein ehr- 26*