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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-06-21 · Heft 25 (21.6.1881) · p. Seite 405

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 25 (21.6.1881)
Date
1881-06-21
Page
Seite 405 (sequence 7)
Language
German
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405 den zwei Fällen, der Leugnung der Auferstehung und der göttlichen Offenbarung, nicht sagt: „der Leugner ist ausgeschlossen vom Judenthum", sondern: „derselbe hat keinen Antheil am ewigen Leben". Wenn Maimonides hinsichtlich seiner 13 Glaubensartikel hiervon abweicht, so zeigt Adler, daß das desfallsige Werk eine Jugendarbeit des Maimonides ist, und daß dieser in seinen späteren Arbeiten sich rectisizirt. „Assyrische Ausgrabungen und das A. T." von Di. R. Budensieg, der in dem engen Rahmen den noch viel bestrittenen Gegenstand nicht erschöpfen konnte. Endlich: „Die Philosophie der jüdischen Religion" von l)r. Hamburger (lieber setzung ans dem Deutschen, hier angefangen.) — Als Be weis, daß im nordamerikanischen Judcnthum bereits alle Richtungen vertreten sind, kann das Erscheinen einer hebräischen Monatsschrift: -tr-rr: “rscr: (New-Pork, Larasohn, 1881) gelten. Das erste Heft erschien im Nissan, dem Titel nach ist es ein Auferstehen des alten Merassepb in der Neuen Welt. Ob dieser den Werth des alten „Sammlers" erreichen werde, lassen wir dahingestellt. In New- Bork besteht nämlich seit zwei Jahren eine Gesellschaft ~,zy rr*-*, die bereits eine Jahresbilanz von 520 Dollar» hat. Die neue Monatsschrift soll das Organ derselben fein, l Der Bericht der Gesellschaft, die Statuten derselben und das - Gebet, welches Herr Moses Ahron Schreiber am Eröffnungstage des Bersammlungshauses der Gesellschaft hielt, füllen einen großen Theil des Heftes aus; dann eine Abhandlung über die Worte: pNr; cy, nin, «irr, ~ec u. s. f. — Ter verdienstvolle Dr. A. Berliner veröffentlicht: dtzn r.'.nr, hebräische Grabschriften in Italien. Erster Theil, 200 Inschriften aus Venedig, 16. und 17. Jahrhundert. Herausgegeben und mit Noten versehen von Dr. A. Berliner. (Frankfurt a. M. 1881. I. Kaufimann.) Tie hier mitgc theilten Grabschriften sind einer handschriftlichen Sammlung entnommen, welche mehr als 400 Nummern enthält, und geben nicht selten Beiträge zur Geschichte und Literatur ab. Die meisten rühren von Leon da Modena her, wie sich meist schon an dem Musiv Styl aus Schrift- und Talinudstellen erkennen läßt. Er war ein fruchtbarer Gelegenheitsdichter, der, besonders für Geld, Alles besang, was ihm in den Weg kam. Die Noten des Herausgebers tragen viel zum Ver stündniß der Grabschriften bei. Er gedenkt, die andere Hälfte in einem zweiten Theile zu veröffentlichen, der anch Grabschriften in Berona und Padua Nachfolgen sollen. — Wir fügen heute noch eine eben erschienene Broschüre hinzu: Wozu der Lärm? Ein Beitrag zur Klärung der sogenannten Judenfrage von Dr. Ernst Kelchner. «Frankfurt a. M. 1881. Selbstverlag.) In würdiger, nachdrücklicher aber gemäßigter Weife untersucht der Verfasser und widerlegt die Vorwürfe und Angriffe, die man jüngst in Deutschland auf die Juden gehäuft, und die doch nur Vorwände zur Verfolgung sind. Wir wünschen dem im Geiste der Gerechtigkeit abgefaßten Schriftchen recht viele Leser. --- Endlich erwähnen wir noch gern eines musikalischen Erzeugnisses: Bundeslicd für israelitische Cantoren, eomponirt von Adolph Schönfeld, Cantor der israelitischen Brüdergemeinde zu Posen. (Posen, Schlesinger.) Das „Bundeslied" besteht in dem Texte des ersten und dritten Verses des 133. Psalms, und paßt daher für jede ' ernstere Festversammlung. Tie Melodie ist durchaus anziehend, gefühlvoll und würdig und besitzt den Charakter 'synagogaler Melodien. Sie ist für Solo und Chor und mit i Orchesterbegleitung eomponirt, die sehr geschickt und ein- | drucksvoll in der Benutzung der Instrumente ist. Die Ar beit erscheint so dem Zwecke durchaus angemessen, für den sie bestimmt ist. n tq >i xachzlcfjVcr^. Deutschland. Berlin, 6. Juni. Im 6». Berliner Wahlkreise hielt das (fortschrittliche) Mitglied des Reichstages Prof. Dr. Günther aus Nürnberg einen Vortrag über die jetzige politische Lage, in welchem derselbe die „auf die Entstammnng des gemeinen Neides spekulirenden Antisemiten" geißelte. Er sei überzeugt, daß viele der Leute, die sich in die Genossenschaft von Leuten, wie Henrici und Ruppel haben locken lassen, sich bald schämen werden, für eine so schmähliche Agitation Handlangerdienste geleistet zu haben. (Stürmischer Beifall.) Die Fortschritts- Partei werde sich sammeln und zeigen, daß es einer Anzahl Ruhestörer nicht gelingen werde, die Prinzipien, die das freisinnige Bürgerthum seit Jahrzehnten beseelt, plötzlich über Bord zu werfen. (Beifall.) — Wie tief durch die antisemitischen Agitationen der Einfluß auf die geselligen Verhältnisse geht, dafür liegt uns heute ein Beweis vor, dessen wir darum erwähnen wollen, weil man späterhin den Juden wieder einen Vor wurf aus ihrer Zurückhaltung und Zurückgezogenheit schmieden wird. Unsere Leser wissen von dem in Berlin seit 00 Jahren bestehenden, von Joseph Mendelssohn begründeten Verein zu gegenseitiger Unterstützung in Fällen der Bedürftigkeit und Krankheit, der „Gesellschaft der Freunde", die aus ca. 450 der gebildetsten und begütertsten Juden besteht. Bon dieser war vor langer Zeit auch „ein geselliger Verein der Gesell-

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