Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-06-14 · Heft 24 (14.6.1881) · p. Seite 395

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 24 (14.6.1881)
Date
1881-06-14
Page
Seite 395 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3227339-3227364--39031-3308312
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

395 Das Jubiläum des Hoffchauspielers Sounenthal. da Herr Sonnenthal sich stets bereit finden liest, bei Vor- Wien '> ^uni Stellungen zu Gunsten jüdischer Wohlthätigkeitsanstalten mit-! zuwirken. Es scheint mir angemessen, in Ihrem geehrten Jour-, - nale des 25 jährigen Jubiläums des Hofschauspielers!,... . „ a . ~r ....... a . . Adolf Sonnenthal zu gedenken. Wie bekannt, ist das Hoflotterte £tt GuU^kU des 3jrftCUtifci)CU £tUttktnl)flufcS burgtheater in Wien, für das recitirende Drama, das erste' itt Strfljjburg. in Deutschland, und hat es das tberckre bei weitem Wir werden ersucht, folgenden Artikel des „Elsässer überflügelt. In solcher Weise jedoch, wie Sonnenthal, ist Journals" in unsrem Blatte zu geben, noch kein Schauspieler in Wien gefeiert worden; der Kaiser Nächsten Montag, am zweiten Pfingstfeiertagc, wird dem zeichnete ihn aus, indem er ihm den Orden der eisernen Publikum in einem der großen Säle des ersten Stockiverkes Krone verlieh (mit welchem die Erhebung in den Adels- und des Stadthauses die Ausstellung der Gewinne zu Gunsten zwar in den Rittersland verbunden ist>, den außer ihm von des israelitischen Krankenhauses veranstalteten Lotterie eröffnet den Hofschauspielern nur der greise Altmeister Carl La Roche; werden. Der Besuch dieser Ausstellung gehört zu den inbesitzt. Der Bürgermeister der Stadt Wien wird ihn im; tcressantesten Vergnügungen, welche in diesem Jahre das Namen der Residenz beglückwünschen, und ich müßte eine Programm des Pfingstfestes für unsere in der Stadt bleibenganze Nummer Ihres Blattes in Anspruch nehmen, wenn ich den Mitbürger, sowie für die nach Straßburg kommenden all die Ovationen, die dem Künstler im Laufe des gestrigen Fremden darbictcn wird. Seit langer Zeit schon hat sich Tages in seinem Hause und Abends im Burgtheater bereitet die straßburgische Mildthätigkeit nicht mehr in so glänzender wurden, beschreiben wollte. Nun istSonnenthal, der sich urfprüng-^ Form durch zahlreichere und schönere Gaben, welche in lich dem Sckmeiderhandwerk gewidmet hatte, einer der ersten, > hohem Grade das geschmackvolle Aeußere mit dem inneren wenn nicht der erste Schauspieler; doch dieses Moment allein' Werthe vereinigen, kundgegeben. In der That erreichen die würde noch nicht diese massenhaften Ovationen erklärlich! bis jetzt für die Lotterie eingegangencn Gaben den Werth machen; Sonnenthal ist aber auch ein Mensch in der edelsten! von 50,900 Fr.; es ist das ein ganz ausnahmsweiscs und Bedeutung des Wortes, und deshalb hat er sich die Sympa-! um so schöneres Resultat, als unsere Mitbürger aller Kon thien der höchsten Gesellschaftskreise, wie die der Bolksmassen j fcssionen mit gleichem Eifer dazu beigetragen haben, erworben. Ich möchte jedoch noch eines hinzufügen: der! In erster Linie erscheinen die zahlreichen und prächtigen, Mann ist Jude. Zu schweigen davon, daß er an hohen! vom Komitö angekausten Gewinne: ein silbervergoldetes Thce Festtagen das Gotteshaus besucht und seine Kinder in bcr.ieröice, zwei silberne Brodkörbe, eine goldene Uhr mit Kette, jüdischen Religion unterrichten läßt, mag doch hcrvorgc-jeine Damenuhr, ein so reich ausgestattctcs Reise-Necessaire, hoben werden, daß er in der Regel bei den Religions-- daß man damit bis ans Kap Horn gelangen könnte; ein Prüfungen seiner Kinder anwesend war. — Ich kann mich noch! zweites silbervergoldctes Thecservice; ein Tisch in Boulelebhaft des Momentes erinnern, als er getraut wurde. Ter Arbeit mit eingelegter Goldverzicrung; ein auf tausend Franken sel. Prediger Mannheimer vollzog die Trauung. In der geschätztes Piano von Kricgelstein; ein Fischscrvice mit Schaufel Ansprache an den Bräutigam hob er den Umschwung der und Salzfaß; ein Schrank in Boule-Arbeit; zwei prächtige Zeit in doppelter Beziehung hervor. Ehedem wurde der silberne Kuchenkörbe: ein Spiegelschrank; ein Schreibtisch mit Schauspieler zu den Vagabunden gezählt: nun werde er, Bibliothek von Ebenholz nnd eingelegtem Elfenbein, eines wenn er Künstler ist, geachtet und geehrt. Gegen den Inden der schönsten Loose der Lotterie; ein großer achter Smyruaals solchen herrschten früher zahlreiche Borurthcile, die nun Teppich; ein mit Blumen besetzter Blumentisch aus Majoim Lichte einer besiern Zeit immer mehr schwinden. Und lika; ein Kronleuchter ans sächsischem Porzellan u. s. w. nach diesen beiden Richtungen hin habe der (damalige) Neben diesen fürstlichen Anschaffungen des Komitö erscheinen Bräutigam dazu beigctragen, eine bessere Anschauung vom die Gewinne der großmüthigcn Geber, die wir täglich in Schauspieler und vom Juden zu verbreiten. Und Sonnenunseren Spalten verzeichnen. Es sind dies Pendeluhren und thal ist dieser doppelten Mission bis heute auf das glänzendste Regulatoren, die jedem Salon zur Zierde gereichen, Uhren, nachgekommen, und wenn die Künstler sich beeifcrn, ihn als zierliche Nachtlampen, Lehnsessel, Thcebüchscn, Bücher und Genossen zu beglückwünschen, so haben die Juden ebenfalls Noten, Blumentische jeden Formats, ein prachtvolles Punsch- Grund, sich aus vollem Herzen des Jubiläums dieses großen service aus Krystall, ein origineller Vogelbauer, eine kunst- Menschendarstellers zu freuen. Der Vorstand der hiesigen reiche Platte aus getriebenem Kupfer, werthvolle Opernguckerisraelitischen Culturgemeinde hat sich veranlaßt gesehen, dem und endlich Herrn Louis Schützenbergers Gemälde. Jubilar bei diesem Anlasse eine Adresse überreichen zu lassen, Ein Hauptgewinn der Herren Kommissäre besteht in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.