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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-06-14 · Heft 24 (14.6.1881) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 24 (14.6.1881)
Date
1881-06-14
Page
Seite 391 (sequence 9)
Language
German
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m das zugestehen wollen, dann fragen Sie das deutsche Volk, nicht. Synod Altenkrügcr beantragt den Ucbergang zur wie es darüber denkt. Wer gegen uns in der beantragten Tagesordnung über den Antrag Heckmann. Probst v. d. Weise Vorgehen will, der müßte doch vorher den Muth ge- Golz befürwortet diesen Antrag. „Man kann auf dem habt haben, gegen die nichtswürdigc Presse vorzugehcn und Standpunkte des Herrn Heckmann stehen und doch der Mei die infamen Angriffe jüdischer Scribenten gegen uns abzunung sein, daß es nicht opportun ist, daß die Synode bewehren. Von Judenverfolgung aus Fanatismus ist gar keine reits ein definitives Votum abgiebt Ties ist der Stand- Rede, ich habe mich auf den Standpunkt des öffentlichen Punkt, aus welchem ich stehe." — Hierauf wird die Debatte Lebens gestellt und eine uns drohende Schmach abgewehrt, geschloffen und der Antrag Altenkrüger mit 25 gegen 23 Die Toleranz ist auf unserer Seite, die Intoleranz aus der Stimmen angenommen. Man fieht, Herr Stöcker ist sehr andern. Noch dieser Tage brachte wieder der „Börsenarm an Erfindung, denn auf alle Vorwürfe weiß er nichts Courier" einen Artikel, in welchem er das Andenken des weiter zu erwiedern, als die Angriffe des „Börsen-Couriers" verewigten Michern in empörender Weise beschmutzte. Tie: und Genossen und die Urtheile Straßmann's und Lowe's schauerlichen Ereignisse in Rußland sollten doch unsere jü'über die Reaction. Darum die Verfolgung aller Juden, dischen Scribenten veranlaßen. Maß zu halten. Ich bin für die Aufregung des Volkes gegen sie, die Petition um Bebrüderliche Ermahnung und kann versichern, daß ich mir! schränkung ihrer Rechte, all' der wüste Lärmen?!! nach der heutigen Discussion noch mehr Mühe, als bisher,! Bonn, 30. Mai. (Privatmitth.) Die Beerdigung des geben werde, jeden Anlaß zur Erregung des Fanatismus zu Pros. Dr. Ja kob Bernays fand am 27. d. 5 Uhr Nachm, vermeiden; ich kann aber ebenso versichern, daß dazu gar unter großer Bctheilignng in würdigster Weise statt. Ueber keine Gefahr vorliegt, denn in unseren Versammlungen geht dreißig Professoren und eine große Anzahl Studenten es durchaus ruhig und gesittet zu. Nicht Intoleranz, folgten dem Sarge und selbstverständlich die hiesigen Glausondern die Sorge um das Seelenheil unseres Volkes treibt; bensgenossen und viele Honoratioren der Stadt gaben dem uns in die Agitation. Wenn die nichtswürdigc Presse da- Verewigten das Geleit zur letzten Ruhestätte. Vor zwei rauf ausgeht, unser geliebtes Volk um seine Seligkeit zu; Jahren noch zählte unsere Universität sechs Dozenten jüdischer bringen, so ist es meine Pflicht, eine Art öffentlicher Seel- Religion, nämlich vier außerordentliche Professoren und zwei sorge dagegen einzusetzen. Ich werde in der schoncndstcn, Privatdozentcn. Gegenwärtig sind davon nur noch zwei liebevollsten Weise weiter meinen Weg gehen, aber so lange außerordentliche Professoren übrig, da Bernays verschieden, nicht die Scribenten ihre giftige Feder zur Ruhe gebracht, Philippson einem Rufe an die Universität zn Brüssel, Zuntz so lange lasse ich auch mein Schwert nicht ruhen. Das an die technische Hochschule zu Berlin und Wolfsbcrg als sage ich als Mann und als Christi Synod. Samter: Ich Arzt an einen größeren Badeplatz folgte. Es doziren also constatire blos, daß Herr Stöcker auch bei der Frage der nur noch in der juristischen Fakultät Prof. Strohmann und Sonntagsarbeit hier das „jüdische Capital" sofort wieder an in der medizinischen Prof. Nußbaum. Uebrigens wird von den Pranger gestellt hat. Nennen Sie das Liebe? Ich kundiger Seite versichert, daß dem verewigten Bernays halte es für einen Ausdruck des Haffes! Stadtv. Löwcl: vor einigen Jahren die Ernennung zum ordentlichen Pro- Nach meiner Uebcrzeugung wird die sogenannte „schamlose! fessor angeboten, jedoch von ihm abgelehnt worden, weil dajüdische Presse" bei Weitem übcrtroffen durch die christlichraus eine Vermehrung seiner Pflichten als Dozent hervorgesociale Presse, die an Schamlosigkeit das Ungeheuerlichste gangen wäre, die er neben dem Amte als Oberbibliothekar, leistet. Was Eh-. Strapmann betrifft, so erkläre ich, daß das ihm bei seiner Pflichttreue überaus in Anspruch nahm, ich seine Worte in dem von ihm gebrauchten Zusammen-! nicht übernehmen wollte?) Aus seiner reichen Bibliothek hange aus voller Seele unterschreibe. Straßmann's Abwehr : und seinem literarischen Nachlasse hat der Verewigte testarichtet fich gegen die Angriffe, welche die August-Confcrenzmcntarisch eine Auswahl dem «Seminar in Breslau und gegen unsere eben erst errungene Kirchcnverfassung. die unser eine andere der hiesigen Universitätsbibliothek vermacht, kirchliches Leben verjüngen sollte, beliebte. Nicht wir, sondern; Breslau, 25. Mai. Ter „Germania" schreibt man die kirchliche Orthodoxie macht unsere Kirchen leer. Wer in'von hier: ..Gestern constituirtc sich, wie bereits vorher gesolcher Weise gegen Gesetze sich auflchnt, der muß cs sich! meldet, der „Verein deutscher Studenten zur Pflege deutschgefallen lassen, daß er mit einer giftigen Viper verglichen nationaler Gesinnung unter den Breslauer Studenten" in wird. Hofprediger Stöcker (persönlich): Ich erwidere dem einer von 74 Commilitonen besuchten, vom stuck, theol. Synod. Löwel, daß es keine christlich-sociale Presse giebt^ Damit steht freilich im Widerspruch, daß vor ungefähr drei cSff» fiftf«» htoii* tntr in dem in dem Rucke he« Sierrn Dreiruü die bittersten Portvürse zum ordentlichen Professor ernenne, und — damals erfolgte von keiner Seite ein Dementi! Sinne gebraucht, wie Herr Stöcker von der „jüdischen Presse spricht. Andernfalls gicbt cs eben auch eine „jüdische Presse" I keiner Seite ein Dementi!

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