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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-10-16 · Heft 124 (16.10.1838) · p. Seite 500

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 124 (16.10.1838)
Date
1838-10-16
Page
Seite 500 (sequence 2)
Language
German
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500 hend aus dem Rabbine, Lehrer, Vorsänger und den ordentlichen und außerordentlichen Gemeinde-Vorstehern, in schwarzer Kleidung mit Flor um den linken Vorderarm, dem Leichenzuge vor der zweiten Abtheilung des Militärs folgen sollte. Die Beisetzung wurde am Sabbat, den 15. Abends 7 Uhr vorgenommen. Als der Conduct zum Hauptportale der Stadtkirche gelangte, woselbst der Sarg von dem Trauerwagen genommen und bis an die Fürstl. Familiengruft getragen wurde, gingen die Israeliten in die nahgelegene Synagoge, wo sie einen angemessenen Trauer-Gottesdienst abhielten. Am Mittwoch, Morgens 9 Uhr, wurde der letzte Trauer-Gottesdienst abgehalten. Der Rabbine hielt, nachdem ein von demselben in deutscher Sprache verfaßtes Klagelied von den Chorsängern nach Breckels Melodie des Beerdigungsliedes abgesungen worden, eine Rede über das Leben und Wicken des Höchstseligen, mit besonderer Bezugnahme auf die von Ihm unserm Schul- und Kirchenwesen mit väterlicher Fürsorge bezeigte Aufmerksamkeit, und sprach mit fester Ueberzeugung die Hoffnung aus, daß, da mit dem Schluffe des künftigen Jahres die staatliche Gültigkeit des Schutz-Briefes erlösche, auch unsere bürgerlichen Verhältnisse auf gesetzlichem Wege geordnet werden dürften,*) indem der nunmehr regierende Fürst Friedrich Wilhelm Consta ntin von den Gefühlen des Guten und Rechten durchdrungen sei, und, der Schule dieses Jahrhunderts angehörend, den zeitgemäßen Staatsgrundsatzen huldige. Nachdem die Schuljugend einen Choral aus dem würt. israel. Gesangbuche gesungen und die Gemeinde die Psalmen 45, 12 und 121 uvctttut hatte, begaben sich der Rabbine und die zwei Vorsteher Seligmann Höchst etter und M. Bing, in Folge höheren Auftrages, in das Regierungs- Locale, wo sich sammtliche Rache, Beamten, Osficiers, Geistlichen u. s. w. versammelten, um Sr. Hochfürsil. Durchlaucht zu condoliren. Die Aufwartung wurde im Schloßsaale angenommen, wo sich die Condoliren den nach der ihnen angewiesenen Rangordnung im Kreise berumstellten. Als der Fürst in der Reihe an die israel. Abgeordneten kam, sagte er zu denselben mit Wohlwollen: „Ich werde sorgen, „daß die öffentlichen Verhaltniffe der israel. Glaubens.-Ge- „nossen gesetzlich geregelt würden. Wir werden in der Cul- „tur hinter den übrigen Staaten Deutschlands nicht zurück „bleiben, aber die Organisation laßt sich nicht übereilen/" Die edle Fürstin, Höchstdeffen Gemahlin, sagte: „/dicht „wahr, als Ich bei Ihnen gewesen *), haben wir noch nicht „gedacht, daß uns dieses Unglück so bald treffen werde. „Aber Sie werden gewiß auch Meinen Gatten lieben und „ehren." Die Beilage zum hiesigen Bererdnungs - und Intelligenz-Blatte vom 22. d. M. enthielt drei Elegien: die erste ist, wie man sagt, vom regierenden Fürsten, die andere von einem Pfarrer, und die dritte unter der Aufschrift: „das Trauvrgefühl," vom Rabbine. *) Ausführlich lat er sich über „Israels Vergangenheit und Gegenwart" in der vei der gekleodienftlichen Feier iv* 2mädrigen Regier» ngS-I ubilä u n<v des 'o er ft. Fürsten om 4 Reo. 1S15 gehaltenen und irn Bruck: erschienenen Festrede c Tübingen) ausgesprochen. ac) Aiu 10 u. 11. d. M. geruhten Ihre Hochs. Durchs. den israel. Sc!',ulprüfungen Huld reichst beizuwohnen/ Belletristik. Abendrots). Eine Reihe romantisch-historischer Skizzen von Friedrich Waldemar (Di-. Fricke in Göttingm). I. Dtntipatev. (Fortsetzung.) Ohne bedeutenden Verlust gelangte das ganze Heer in die Gegend Aegyptens, welche von den Griechen, wegen der besondern Form, Delta benannt war. Aber hier wurde ihrem raschen Vordringen ein unerwartetes Ziel gesetzt. Der König Ptolemäus, welcher noch vor Kurzem mit den innigsten Freundschaftsversichecungen von Casar geschieoen war, jetzt aber, wortbrüchig nach Art der Alexandriner, seinen ehemaligen Beschützer in Alexandria nicht minder hart bedrängte, als der nunmehr Hingerichtete Achilles, erfuhr Mithradates Annäherung, und sandte ihm ein Heer entgegen, welches die Ankömmlinge schon durch seine Wucht erdrücken konnte. Hinter dem Nile sollten sie die Feinde erwarten, und was dem Wassergrabe entging, mit dem Schwerste empfangen. Allein die Kampflust der Aegypter war zu sehr durch Cäsars eiserne Vertheidigung seines Stadttheiles aufgereizt, um nicht die endlich dargebotene Gelegenheit zum Kampfe begierig zu ergreifen. Die Anführer wurden unter sich uneinig und während ^ln Hausen dem königlichen Befehle gemäß zurückdlieb, ging der größte Theil über den Fluß, und griff den syrischen Feldherrn ungestüm an. Dieser hatte sich zwar, auf die erhaltene Nachricht von der Feinde Annäherung, nach Art der Römer verschanzt, allein er mußte doch fürchten von der Uebermacht umzingelt, und mit seinem Heere vernichtet zu werden. Darum ging er mit Antipatec zu Rathe, ob es, nachdem der erste Angriff glücklich abgewehrt sei, nicht vorzuziehen wäre, auch hier, wie bei Pelusium mit dem Schwerdte in der Faust sich einen Weg zu bahnen. Antipater hatte genau die Starke des Feindes erkundschaftet, wußte, daß jenseit des Flusses ein nicht viel geringerer Heereshaufen schlagfertig stand, und riech aus diesen Gründen zur Vertheidigung. Mithradates konnte ihn kaum begreifen. Du suchst nur Deinen Willen, sprach er, und Zorn flammte aus dem dunkeln Auge des Asiaten, nimmer folgst Du meiner Hand. Hatte ich doch gesagt, wir wollen im

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