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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-06-07 · Heft 23 (7.6.1881) · p. Seite 376

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 23 (7.6.1881)
Date
1881-06-07
Page
Seite 376 (sequence 10)
Language
German
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376 stände seiner Schmeichelei Eigenschaften zuzuschreiben, welche, Beschlüsse an allerhöchster Stelle von der betreffenden Regmenn er sie selbst besäße, ihn glücklicher und besser machen ( lementsänderung abhängig gemacht hatte. Diese Angelegenwürden, dann könnte auch Deutschland eine pädagogische, heit hat jetzt ihre Erledigung gefunden. Wie das genannte Aufgabe an sich selbst erfüllen, wenn es von China die Er-! Blatt hört, hat das hiesige Oberpräsidium vom landwirthfüllung einer heiligen Pflicht peremtorisch forderte, welche, schaftlichen Ministerium die Anweisung erhalten, das Generalwenn Deutschland und Rußland sie selbst ausgeübt hätten, landschaftsdirektorium zur Aenderung jenes Paragraphen zu beide Länder vor tiefer Schmach bewahrt haben würde.! veranlaßen, da in demselben ein Widerspruch mit der Reichs- Berlin, 29. Mai. (Privatmitth.) Die gute Sache und Landesverfasiung, nach welcher die Ausübung staetshat einen vollständigen Sieg erfochten — die Lessing-! bürgerlicher Rechte in Deutschland und in Preußen unab- Statue kommt in Berlin zur Ausführung und zwar in! hängig von dem religiösen Bekenntniß ist, enthalten sei. reichster Weise. Alle Agitation dagegen hat nichts gefruchtet! Darüber folg. Bericht: Gestern Abend trat das Comite für Errichtung eines Lessing-Denkmals im Rathhause zu einer Sitzung zusammen, in welcher die Denkmals-Angelegenheiten nunmehr bis zum Erlasse eines Concurrenzausschreibens vorschritt. Nachdem aus Vorschlag des Vorsitzenden, Oberbürgermeister von For- Das Generallandschafts-D irektorium wird diese Anweisung zur Ausführung bringen und wird dadurch auch der vom Abgeordnetenhause in dieser Angelegenheit gefaßte Beschluß vom 30. März 1878 erledigt. Kassel, 20. Mai. Die vor einigen Monaten auch in hiesiger Stadt inscenirte antisemitische Agitation hat ein geradezu klägliches Ende genommen. Nachdem gestern der Borckenbcck, der Vorsitzende des damaligen Goethc-Comites, Herr j sitzende des christlich-socialen Vereins ein anderes Mitglied, Geheime Rath von Loeper cooptirt war, erfolgte der Bericht den Gärtner Heinemann, öffentlich der Unterschlagung der für über die Kaffenverhältniffe, demzufolge die Bewilligung von den letzten antisemitischen Bortrag vereinnahmten Eintritts- 30,00t) Mk. seitens Sr. Majestät des Kaisers laut Cabinetsgelder bezichtigt hat, erklärt der Angegriffene heute mittelst ordre vom 4. K vorbehaltlich Allerhöchster Genehmigung des Inserats, daß ja ein jeder der Agitatoren zunächst für seinen Entwurfes, wie des Aufstellungs-Platzes definitiv in Aussicht j Vortheil sorge und namentlich der vr. Henrici viel Geld begestcllt ist. An die betreffende Mittheilung knüpft der Cul- | kommen habe; „wenn er (Heinemann) bei der Sache nichts lusminister seine besten Wünsche für das Gelingen des nunj verdienen solle, wolle er lieber gar nicht mehr hetzen.* mehr als gesichert zu betrachtenden Werkes. Ter Magistrat! Essen, 23. Mai. (Privatmitth.) Gestern hat auch von Berlin hat gleichfalls 30,000 Mark, in drei Raten ü! wieder der Prof. Evels aus Aachen hier gesprochen. Die 10,000 Mark zu zahlen, bewilligt, und zwar soll die erste! „große Volksversammlung*, zu der er eingeladen war, Rate sofort nach Abschluß des Contraktes, die zweite ein! konnte erst eine Stunde später eröffnet werden, weil zur Zeit Jahr nach diesem Termine und die dritte nach Enthüllung! nur — ca. — 100 Personen erschienen waren. Evels ernnd Uebergabe des Denkmals ausgezahlt werden. Die Stadt; stattete Bericht über die vor einigen Tagen in Berlin statthat sich ferner zur Uebernahme des Denkmals als Eigenthum j gehabte sozial-konservative Versammlung und hielt dann einen bereit erklärt. Die neuen Sammlungen ergaben einen Be-' Bortrag über: Ursachen und Ziele der Sozialreform-Bestre» trag von über 44.000 Mark, so daß unter Hinzurechnung! bungen in unserer jetzigen Zeit und langweilte die wenigen der von früheren Sammlungen herrührenden Bestände im! Zuhörer nicht wenig. Als dritter Punkt der Tagesordnung Ganzen ca. 132,000 Mark disponibel sind. Die durchschnitt-! war angegeben: „Bildung eines Vereins christlich lichen Kosten ähnlicher Monumente betrugen bisher 110 bis^deutscher Männer zur Wahrung aller gewerblichen 11 f> Tausend Mark. Interessen". Der sehr geringen Theilnahme wegen wurde Stettin, 20. Mai. Vor einigen Wochen veröffentlichte aus diesem Projekte nichts. Die „Eff. Zeit." schließt ihren die „Neue Stett. Z." eine Zuschrift des Landtagsabgcordnetcn Bericht über die Versammlung mit den Worten: „Die Agi- Herrn Th. Schmidt, in welcher mitgetheilt war, daß einem j tationen des Herrn Dr. Evels scheinen nach dem sehr wirin unserer Provinz angesessenen jüdischen Rittergutsbesitzer auf! kungslosen Verlauf der gestrigen Versammlung hier auf keinen Grund des 8 104 des pommerschen Landschafts-Reglements fruchtbaren Boden gefallen zu sein, die Theilnahme an den Kreisversammlungen sowie die Ausübung seiner aktiven und passiven Wahlberechtigung untersagt worden war, und daß der Generallandtag die beantragte Acnderung dieses Paragraphen einstimmig abgelehnt habe, obwohl der landwirthschaftliche Minister schon früher in einem Rescript sein Mißfallen über einen gleichen ablehnenden Beschluß ausgedrückt und eine Bestätigung anderer Oldenburg, 23. Mai. (Privatmitth.) Wie den Lesern noch bekannt sein wird, hat man hier von geistlicher Seite es versuchen wollen, Wühlereien gegen uns in Schriften (ü la Brake) und Conferenzen in's Werk zu setzen; cs haben jedoch diese antisemitischen Bewegungen G. f. D. keinerlei Früchte getragen, da hier das Terrain dazu durchaus nicht | geeignet ist. Das sind Beweise genug für die Thatsache,

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