Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1881)
- Date
- 1881-05-31
- Page
- Seite 353 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227362--38987-3308260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
353 ren. Im dritten Stockwerk befindet fich auf der Westseite I Sprache kräftig und blumenreich war. Ec flehte um den ein großer Saal, der als „Aula" für Gottesdienst, Vorle- Segen Gottes für dieses Haus, das dem Auffinden der Wahrsungen und Feierlichkeiten benutzt werden soll. Hinter diesem heit geweiht sei und bat Gott, er möge die Lehrer und sind drei kleinere Zimmer und auf der Ostseite des Hauses > Schüler erleuchten, daß sie die Wahrheit und die reine Wahrzwei Zimmer, die zu Schulzwecken oder als Bersammlnngsheit finden mögen. Herr Freibcrg stellte dann Herrn M. Zimmer für wifienschaftliche Vereine benutzt werden kön-! Loth, den Vorsitzenden des Exekutiv -Comitös vor, der das nen. Das Haus ist schön und praktisch eingerichtet, die Zim-1 Gebäude mit einer Ansprache dem Präsidenten des Boards mer alle luftig und hell, da das Haus von allen Seiten frei; der Gouverneure, Herrn B. Bettmann, übergab. Herr Loth dastebt. j machte zuvörderst ans den großen Nutzen freier und gründ' Wie bekannt, wurde das Gebäude durch Subskriptionen, i licher Erziehung aufmerksam und tvie besonders eine Anstalt, die das Exekutiv-Comitö in's Werk gesetzt hatte, nachdem in der die zukünftigen Lehrer und Rabbiner der Israeliten Herr Henry Adler durch eine Schenkung von 10,000 D. die für ihren Berus auSgcbildct würden, sich alseine dringende Anregung dazu gegeben hatte, angekaust. Bis setzt wurden Nothwendigkeit herausgcstellt habe. die Basements der Synagogen in Plum- und in Mound- Dem Comitü, welchem die Arbeiten oblagen, gebühre Straße für das College benutzt. der höchste Dank. Vor 0 Jahren habe die Anstalt noch Es ist erklärlich, daß die gestrige Einweihung des neuen keine Bibliothek gehabt, und heute zähle dieselbe ('>(),).) Bande. Gebäudes, die in der Aula stattfand, als Ereigniß von gro- Zum Präsidenten Bettmann gewendet, sprach der Redner her Wichtigkeit in den hiesigen jüdischen Kreisen angesehen auch diesem den Dank des Comitiis für das rege Interesse wurde und daß sich ein so zahlreiches und dabei den besten j und den Eifer, den er der Anstalt stets bewiesen, und über- Klassen angehöriges Publicum eingestellt hatte, daß die Vor-! gab ihm dann das Gebäude. Halle und die Nebenzimmer in Anspruch genommen werden muß- Herr B. Bettmaun antwortete mit einer längeren Anten, da die Aula nicht alle Anwesenden fassen konnte. Ter! spräche. Er wiederholte den Tank an das Ereentiv Eomitü Saal war sehr geschmackvoll mit Blattpflanzen ausgcstaltet z und die Subskribenten und sagte dann, daß er mir inniger und besonders das Podium, auf dem Würdenträger der An-! Herzensfreude dieses Gebäude übernehme. In alten Zeiten statt und cingeladene Ehrengäste saßen, reich mit Pflanzen! hätten die Israeliten zwei große Denkmäler gehabt. Moses und Blumen dekorirt. | legte den Schatz der Wissenschaft in dem Buche der Bücher Auf dem Podium saßen die Herren: M. Loth, Vor-! nieder und Salomon errichtete einen Tempel, in welchem alle sitzender des Exekutiv Comites der Ver. Gemeinden; Gouv.! Schätze der Kunst gesammelt wurden. Das Gebäude, das I. D. Cox, Rev. Dr. I. M. Wise; B. Bettmann, Präsident! heute eingeweiht werde, sei ein Tempel der Kunst und Wis des Boards der Gouverneure; Rev. Dr. M. Lilienthal; Thos. i senschaft, aber ein Tempel, der nicht sv vergänglich sei, wie Vickers, Rector der Cincinnati Universität, Rev. Di-. §. H.! der Salomon's. Dessen Tempel und die jüdische 'Jiatioitali Sonncschein von St. Louis und Julius Freiberg. Vicetat sei weggefegt vom Erdboden, aber die Religion der Jn- Präsidcnt des Boards der Gouverneure. den fei noch unverändert, denn deren pviung fei mit nnaus- Dic Feierlichkeit wurde mit dem prachtvollen Vortrag ‘ lvschlichcn Buchstaben jedem Juden in's Herz geschrieben des 100. Psalm eröffnet, den der Chor der Plum-Straßen- und von Generation ans Generation als heiliges Vcrmächtniß Synagoge unter Leitung des Herrn Carl Barus sang. Frl. übergegangen. Emma Hcckle sang das Sopran-Solo und erregte damit ge- Daß junge Leute dazu erzogen werden, diese Lehre zu rechte Bewunderung. verbreiten, und eine Bibliothek gegründet werde, in welcher Herr Julius Freiberg trat dann vor, und erklärte, daß die Schätze der jüdischen Literatur angesammelt werden, das die Feier der Einweihung eines Gebäudes gelte, das ein , sind die Hauptzwecke, um derctwillen das College gegründet Tempel der Wissenschaft sein solle, und von dem aus die wurde. Er übernehme es mit Stolz und Freudigkeit, als Lehren der heiligen Schrift und der alten Rcligionslehrer > eine Anstalt, in der nach dem Licht der Wahrheit und Aufüber die Welt verbreitet werden solle. Es fei die einzige klärung geforscht werden solle. Es werde in derselben der derartige Anstalt in den Ver. Staaten und das Ereigniß für beste, nur erreichbare weltliche Unterricht sowohl als auch das-Judenthum Amerikas von so eminenter Wichtigkeit, daß der theologische Fachunterricht gegeben. Alle sind cingeladen. es passend sei, vor Allem den Segen des Höchsten für die Jedem stehen feine Thore offen und seine Lehrmittel zur Anstalt hcrabzuflchcn. Er stellte daher den Rev. Di-. M. Verfügung, ganz gleich welcher Religion, 'Rationalität oder Lilienthal vor, der das Gebet sprechen würde. Tie Änwe-, Raffe er angchört. Tie Anstalt soll ein Heim der Wissensenden erhoben fich und Dr. Lilicnthal sprach in der ihm! schüft fein, in dem Jeder willkommen ist, der sich in eine e'.g cncn beredten und eindringlichen Weise ein Gebet, dessen Literatur cinführen lassen will, die :?ooo Jabre alt ist. oder