Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1881)
- Date
- 1881-05-17
- Page
- Seite 331 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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331 „Geht nicht, lieber Absalon, geht wirklich nicht," versicherte der Kanzlist. „Also so will ich meinetwegen — Grünblatt heißen." Die Beamten begannen von neuem zu lachen. „Was find zwei Dukaten?" rief der Kanzlist, was kann man für zwei Dukaten kaufen? Eine Hose, die man ein Jahr trägt oder zwei, aber nicht einen Namen, den man sein Leben lang tragt, für zwei Dukaten kannst Du allenfalls Zuckerhut oder Eisenstein heißen." Absalon war wie vom Donner gerührt, es schien ihm ganz unmöglich, daß er, der als glorreicher Sonnenglanz ausgegangen war, als einfacher Zuckerhut nach Hause zurückkehren sollte. Er steckte traurig seine zwei Dukaten wieder ein und ging sachte zur Thüre hinaus; es währte jedoch nicht lange, so kehrte er zurück und zupfte den Kanzlisten wieder beim Aermel, er war entschloffen, sein Letztes herzugeben. „Ich will, noch dazulegen zwei Zwanziger," flüsterte er, „aber machen Sie mich nicht unglücklich und geben Sie mir den Namen Grünblatt. Gott wird Sie segnen und Ihre Kinder und Enkel." Der Kanzlist schüttelte nur den Kopf, der Kreiskommiffär rief entrüstet; „Willst Du mit uns handeln? Glaubst Du, daß wir Juden sind?" „Wenn Sie mir nicht wollen geben einen guten Namen," sagte Absalon furchtbar entrüstet, aber nur innerlich, und ganz im Geheimen, denn er stand noch immer mit gekrümmtem Rücken da und sprach leise, wie wenn er jemanden im Schlafe zu stören fürchte, „dann will ich auch nicht geben zwei Dukaten und zwei Zwanziger für einen Namen, der nicht werth ist einen Kreuzer." Er wartete noch einen Augenbick und als ihn die Beamten nicht weiter beachteten, ging er rasch zur Thüre hinaus und schloß dieselbe sogar ziemlich kräftig zu. Es währte indeß kaum fünf Minuten, so stand der arme Absalon wieder bei dem Schreibtisch des Kanzlisten und begann schwer seufzend: „Wenn ich schon Hab' kein Geld, will ich noch geben zwei Hühner und eine gute Hose für den Herrn Kanzlisten, was ich Hab' gekauft vom Grafen Komorowski, und Sie werden mich nennen Sonnenglanz." Er war Plötzlich muthig wie ein Löwe, legte noch dem Kanzlisten ein Silberstück von zehn Kreuzern auf die Unterlage und sprach: „Das ist noch überdies für Ihre Mühe, Herr Krummholz, schreiben Sie also in Gottesnammen Sonnenglanz." „Pack' Dich auf der Stelle," rief der Kreiskommiffär entrüstet, „willst Du uns etwa zum Besten haben? Wir haben keine Zeit für Dich, wenn Du nicht Zuckerhut heißen willst, so sollst Du Knoblauch heißen und damit basta!" (Schluß folgt.) Anzeigen. Ty* QAYiQ /\ werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- Allo\/X tv/ folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingeben. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von £. Hosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Ein ücfigioasfcltrcr, der gleichzeitig! als Chasan und Schauchet zu fungiren hat, wird sofort für unsere Gemeinde gesucht. Fixes Gehalt 750 M. [6575] Der Vorhand der israelitischen Gemeinde Papenburg. W. J. Hes. Eine geprüfte Lehrerin mit bestem Zeugniß des König!. Lehrerinnenseminars in Berlin versehen, sucht Stellung als Lehrer« und Erzieher«. Auskunft ertheilt bereitwilligst He». Rabb. vr. Frankl in Berlin 6., Heiligegeiststr. 49. [B. 6651] Inder Hofbuchhandlung uonKlingelholfer in Dannstadt ist zu haben: [7190] Das Gebetbuch und der Religionsunterricht , zwei hochwichtige Fragen im jetzigen Judenthnm, historisch-kritisch beleuchtet von bl. Mannheimer, em. Rabbinatsverweser. — Preis: 2 Mark. Dannstadt 1881. Im Berlage von A. Stubenrauch in Berlin ist das ans Wunsch vieler Lehrer veröffentlichte geographische Gedicht: [7557] „Die Reise durch Europa", herausgeaeben v. I. Gossel, soeben erschienen u. z. Preise v. 30. Pf. d. a. Buchhandlungen z. beziehen. Die Stelle eines Cantors an der hiesigen Synagoge mit einem jährlichen Gehalte von 1800 Mark und den Erträgnissen an Casualien nebst dem mit dieser Stelle verbundenen Schächterdienste, veranschlagt zu 700 Mark, ist wieder zu besetzen. - Nur musikalisch gebildete, mit guten Stimmmitteln versehene Bewerber wollen ihr Gesuch nebst Zeugnissen an den Unterfertigten binnen 14 Tagen einreichen. [6962 Speyer, de» 29. April 1881. Der Synagogeiiaussclmss. Die Stelle des Kantors, Schächters und Religionslehrers wird in unserer Gemeinde am 1. Juli vakant. Das jährliche Gehalt beträgt 900 Mark nebst freier Wohnung, Heizung und sonstigen Nebeneinkünftcn. Jüngere Bewerber erhalten den Borzug. Reisekosten werden nicht vergütet. [ 7507 ] Jlaltn i. Pommern im Mai 1881. |)£t Sorkand der Syrrago-eu-Hememde Louis Hirscnheim. Eine geb"Däme [M sucht zu Joh., gest. a. gute Res., Stellung z.! eine Stelle als Comptoiristin oder Caffirerin selbst. Fübruna e. fl. Haushaltes a. Gesell-! gesucht. Werthe Adreffen bittet man unter schafterin o. z. Stütze d. Hausftau. Off. u. Oh. | Chiffre C. P. 392 bei Haasenstein t Vogler 7356 an Rudolf Rosse, Leipzig. [7356] , in Magdeburg niederzulegen. [7350]