Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1881)
- Date
- 1881-05-10
- Page
- Seite 313 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227359--38944-3308214- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
313 Vorgesetzten Schulbehörde. Die ehemaligen Schüler hatten als Ehrengabe einen prachtvollen Secretair und 1 Dich,; feiner Rohrstühle gesandt und erschien die betr. Deputation, um den Gefühlen der Dankbarkeit und Hochachtung Ausdruck zu verleihen. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde Essen, wo Herr Goldberg vor 33 Jahren als Hülsslehrer sungirte, hatte ein anerkennendes Schreiben an denselben gerichtet und überreichte Nachmittags eine Deputation ein Etuis mit werthvollem Inhalte. Ein Festessen vereinigte Abends etwa 130 Theilnehmer, worunter Bürger aller Consessionen. Im Lause des Tages kamen viele Depeschen und Glückwunschschreiben von Nah und Fern an. Eine theatralische Vorstellung ehemaliger Schüler, sowie ein daraus folgender Ball beschloß das sowohl Gemeinde wie Lehrer ehrende Fest. - Bei der aus so gräßliche Weise verunglückten Expedition des Lberßen Flatters in die Sahara, deren sämmtliche Mitglieder von den Tuaregs ermordet worden, befand sich auch ein Israelit, der Quartiermeister Dennery im 2*1. Lebensjahre. Bonn, 2. Mai. (Notizen.) Wir haben schon die Gründe angegeben, weshalb wir an dieser Stelle nicht wieder weitläufig über Lord Beaconsfield referiren. Daher nur Weniges. Wir haben schon früher die Mittheilung über die Geburt Benjamin Disraeli's aus der Matrikel der portugiesischen Gemeinde gebracht. Wir geben sie hier noch ein mal. Bureau der Synagoge der spanischen und portugiesischen Juden, Bevis Marks (London) E. C. i Name des Kindes: Benjamin. Name des Vaters: Jsaae. 1 Name der Mutter: Maria. Zuname: D'Jsraeli. Wochen; tag der Geburt des Kindes: Freitag. Jüdisches Saturn:; 19. Tebet 5565. Christliches Zeitalter: 21. Dezember 1304.! Operation der Beschneidung vollzogen von: T. A. Liudo. > 26. Tebet 5565. Bescheinigt von: D. I. de Castro. Ein andres bemerkenswerthes Factum ist folgendes: In i der Gruft, in welcher Lord Beaconsfield zu Hughenden bei-, gefetzt ward, ruht außer Lady Beaconsfield und Jacob Disraeli auch Mrs. Willyams, jene Dame, der B. Tisraeli einen nicht geringen Theil feines Vermögens verdankt. Jetzt wird auch bekannt, auf welche Weise er in den Besitz der Erbschaft von Mrs. Willyams gelaugte. Diese Dame war, wie Disraeli. jüdischer Abstammung, sie hatte sich mit einem indischen Beamten verheiratet, als dessen Wittwe sie 1351 K e u i l Der Handel um dcu ÜamenH Bon Sacher-Wasoch. Das war ein Trauertag in Israel und ein unerhörter Tumult in der Judengafse der galizischen Kreisstadt, als der 1) Wir haben in Nr. 18 über die Sammlung trefflicher Novel leien rejervirt, welche Herr Sacher Ma>och vor kurzem unter dem an Mrs. Disraeli schrieb, sie habe die Absicht, ihren Gatten zum Universalerben einzusetzen. Disraeli, welcher die Sache als Scherz auffaßte, antwortete ihr, daß er gegen ihre Absicht nichts einzuwenden habe. Darauf erhielt er einen Cheque über I00O Pfd. Sterl. von der Dame als Beisteuer für seine Wahlspesen. Disraeli machte sodann der Dame seine Aufwartung, um ihr für das willkommene Geschenk zu danken, bei welcher Gelegenheit sie ihm ihr Testament zeigte, worin sie ihm ihr ganzes Vermögen unter der Bedingung ver machte, daß er und seine Frau ihr zweimal im Jahre einen l Besuch in ihrem Hause in Torquai abstatteten. Nach 4 oder 5 Jahren starb die Dame und Disraeli fand sich im Besitze eines Baarvermögens von 40,000 —50,000 Pfd. Sterl.. einer Quantität werthvollen Tafelgeschirrs und Juwelen, einer prachtvollen Bibliothek sowie eines prächtig möblirten Hauses. (Bemerkung.) In Nr. II d. Bl. beklagte sich Herr Simon Krämer in Nürnberg darüber, daß eine seiner früher herausgegebenen Erzählungen von der Zeitschrift „Der ' jüdische Kantor" abgedruckt worden sei, ohne daß sein Name;als Verfasser angegeben worden, und bezeichnete dies als; „literarischen Diebstahl". Hierüber giebt nun Herr Pred. jin Rostock iu Nr. 15 des angeführten Blattes eine ausführliche Erklärung. Er habe vor Jahren „einige vergilbte Blätter, die eine kleine Erzählung aus dem jüdischen Volksleben ohne Titel enthielten" von einem Freunde erhalten. so daß er den 4kamen des Verfassers nicht kannte. Als ihm nun der Redakteur des „Jüdischen Kantors" den Mangel geeigneter Feuilletonartikel klagte, habe er ihm diese Erzählung mit neuem Titel und einigen Veränderungen in der Sprache überlassen, im Glauben, daß die Erzählung alt und der Vers, längst aus dem Leben geschieden sei. Den letzteren konnte er eben nicht angeben, weil er ihn nicht wußte. — Ta Herr Wolfs nicht den geringsten persönlichen Nutzen aus der Sache gezogen, sich selbst nicht einmal als Einsender genannt hat, können wir ihm vollständig glauben, daß er hon:,, ticktgehandelt. Vorsichtiger wäre es freilich gewesen, wenn er in einer Note die Art, wie er zu dieser Erzählung gekommen, beigemerkt hätte. Hinzufügen wollen wir. daß die Bemerkung des Herrn Krämer einige Wochen in der Druckerei der A. Z. d. I. in Leipzig gelegen, ehe die Reihe des Abdrucks an sie kam. Redaktionl e t o n. Erlaß des Kaisers Joseph II. bekannt wurde, durch den die Juden gezwungen wurden, fortan Familiennamen;u führen. Wie bei einer Feuersgefahr waren alle die schlichten, guten Titel „Neue Judengeschichten" (Cr. L. Morgenstern, Leipzig 1881), heiausgegeben har. Mit gefällig gewährter Erlaubniß geben wir hier als Probe eine interessante Pisce, die bei ihrem sactifchen Untergründe auch tiuen culturhistonfcheu Werth bar. Reüaclion-