Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1881)
- Date
- 1881-05-10
- Page
- Seite 306 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227359--38937-3308207- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
306 ger bemittelten Mitgliedern des Reichstages, da bekanntlich j ernstlich sich ihrer angenommen, Subventionen zukommen liediese Abgeordneten keine Diäten erhalten, zu Hülfe zu kom-!ßen. Wir erklären jedoch aufs Bestimmteste, nichts davon men. Hiergegen erheben sich die (sreieonservative) „Post",; zu wissen. Höchst angenehm war uns jedoch in dem angedie (freiwillig gouvernementale> „Nordd. Allg. Zt." und > führten Artikel der „N. A. Z." die Bersicherung, daß nur Genossen, die dies für unstatthaft erklären. Selbstverständ- 1 die Gegner des Reichskanzlers diesem eine gewisse Annähelich haben wir hier über diesen Gegenstand kein Wort zu verj rung an die Antisemiten zuschrieben. Nichts wäre erfreulieren. Aber man benutzt es, um noch weitere Angriffe zu! licher für uns. Wenn aber die „N. A. Z." für ihre eigenen formuliren. Tie „N. A. Z." sagt weiter hin: Artikel ein Gedächtniß hätte, so würde sie sich erinnern, daß „Tie Angaben der „Post", ihre Richtigkeit vorausgesetzt,! sie selbst nicht wenig zu diesem Gerüchte beigetragen hat. — würden noch einen erschwerenden Charakter erhalten, wenn j In den betr. conservativen Blättern wird mitgetheilt, daß es sich bestätigen sollte, daß im Auslande, namentlich in j sich in der conservativen Partei eine Secession vollzogen hat. England und Holland, Sammlungen zu dem obigen Zweck unter dem Borwande versucht werden, daß die antisemitische Bewegung bei der Regierung und in specie bei dem Reichs- Hier Mirbach, dort Wagener; hier das neugegründete „Deutsche Tageblatt", dort die eingegangene und wieder erstehen sollende „Deutsche Landeszeitung". Für uns sind die kanzler Unterstützung finde. Dieser Umstand erklärt einigerbeiden Fraktionen von ganz gleichem Werthe. Bei dieser Gemäßen die Beharrlichkeit, mit welcher fortschrittliche und solegenheit wird von dem antisemiüschen „D. Tageblatt" an cialistische Redner durch künstliche Gruppirung rein äußerli-! der vorstorbenen extra antisemitischen „D. Landesz." eine cher und zufälliger Thatsachen den Kanzler in eine intime Kritik geübt, wie sie bitterer von keinem liberalen Blatte ver- Berbindung mit den antisemitischen Kämpfen und Agitationen faßt sein könnte. — Aus Mecklenburg wird folgendes Kuriozu bringen suchen. Man erkennt dann in diesen Vorgängen sum gemeldet: eine Reclame mit Rücksicht auf die Sammlungen, die unter — Es ist schon gemeldet, daß dem Kammerherrn von den Gegnern der Antisemiten für reichsfeindliche Wahlen! Prillwitz und dem Rittergutsbesitzer Bandelow, die wegen der flüssig gemacht werden sollen. Wir zweifeln nicht, daß die, thätlichen Beleidigung eines jüdischen Kaufmanns am bevorstehenden Wahlen mehr Klarheit als bisher in dieses l Heiligendamm in Gefängnißstrafen verurtheilt sind, diese Stra- Getriebe bringen werden. Bisher ist nur das allgemein conj sen int Wege der Gnade erlassen wurden. Wie jetzt aus statirt, daß die Fortschrittspartei seit dem Beginn der antise- Rostock verlautet, sind an Stelle der Freiheitsstrafen Geldmitischen Agitation ungewöhnlich gut bei Kasse ist " strafen von 8t)0 resp. i’OO Mk. getreten, und sollen diese Diese Insinuationen haben den doppelten Zweck, die Summen drei milden Stiftungen (Bethesda in Sülze, Stift Fortschrittspartei zu bezichtigen, daß sie sich Geld ans dem i Bethlehem in Ludwigslust und Alexandrinenstift in Rostock) Auslande für ihre Zwecke hole, und daß sie gewissermaßen zusließen. — im Solde der Juden stehe. Jndeß ist der erste Punkt durch-; Die Verlogenheit der Antisemiten hat sich wieder einmal aus falsch, denn die für den Wahlfond der Fortschrittspattei recht blamirt. Im „deutschen Volksverein" war mittgetheilt eintresfenden Geldeingänge werden regelmäßig in der „Parl.; worden, daß die Arbeiter der Löwe'schen Fabrik die sehr Corr." veröffentlicht, und es ergiebt sich, daß die Fortschrittstheure Fahne, welche ihnen bei den Einzugsfeierlichkeiten Partei noch niemals Gelder aus dem Auslande erhalten habe, vorangetragen wurde, durch Abzug vvn ihrem Lohne. Hütten Auch ist es eine sehr irrige Votstellung, daß die englischen bezahlen müssen. Die Arbeiter erklären nun in einer Zuschrift und holländischen Juden Geld zur Bekämpfung des deutan die „Post", daß ihnen die Fahne von Herrn Löwe beschen Antisemitismus hergeben werden. Andererseits ist es dingungslos geschenkt worden. eine alte und verbrauchte Prattik, alle, welche Recht und I — Einer der unermüdlichsten Wühler unter den Stu- Humanität gegen die Judenfeinde vertheidigen, als von den denken im verflossenen Winter war der stud. jur. v. Schramm. Juden bezahlt darznstellen. Die Zahl der Wahrheit lieben- Wie die Zeitungen früher berichteten, hat er wegen seines den Männer, die in der jüngsten Zeit gegen die Antisemiten Auftretens gegen Mommsen das consilium abeundi erholoffen aufgetreten, ist, Gott sei Dank, so groß und die Stel-, ten. Auch war derselbe bei dem Faustkampfe im Hause des lung der meisten so hervorragend, daß eine solche Vcrdächtii Dr. B. Förster thätig. Ueber diesen wird nun in der „Staatsgung nur auf ihre Urheber zurückfäüt. Verleumdung undI bürger Zeitung." berichtet, daß er bei dem Kultusminister v. Verdächtigung sind ja das Fahrwasser, in welchem sich die Puttkammer am m2’2. d. eine Audienz gehabt, in welcher der Antisemiten fortbewegen. Uebrigens haben die letzteren, wie Minister geäußert, daß er die Bestrebungen des „Vereins es zu Tage liegt, so viele Unterstützung erhalten, daß es deutscher Studenten" billige, die Nichtbestätigung deffelben denjenigen, die unter ihren Angriffen zu leiden haben, gehabe lediglich einen formalen Grund gehabt, er habe die wiß nicht zu verübeln wäre, wenn sie der Partei, die allein Universitätsbehörden angewiesen, „der Reconstituirung des