Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1881)
- Date
- 1881-05-10
- Page
- Seite 304 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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304 und die örtlichen Verhältnisse den Einwanderern höchst günstig, Fundgrube großen Reichthnms ist, und nur der Aufwendung durch deren Capital und Fleiß diese fruchtbaren Landstriche von Capitalien und Arbeit bedarf, um ein höchst werthvoller reichen Ertrag liefern und für sie selbst, wie für die türkische Besitz zu werden. Der Reichthum an Kalium allein, wovon Regierung, eine Quelle großer Einkünfte werden könnten, jährlich 200,000 Tons in England verbraucht werden, ist Herr Qliphant bemerkt: daß das gewöhnliche Urthcil über unerschöpflich, während Petroleum und Asphalt sich in großer Palästina von den Eindrücken der Reisenden hcrrührt, welche• Menge an seinen Usern finden. Herr Oliphant berechnet, nur das felsige, unfruchtbare Land im Westen des Jordan: daß ein Capital von 1 Mill. Pf. St. genügen würde, um kennen, wo die wenigen fruchtbaren Stellen schon bebaut sind.! die nöthigen Ländereien zu kaufen, da sie fast gänzlich un- Abcr hier, in Moab und Gilcad, sind 3000 Fuß hohe Tafelj bewohnt sind. Wenn auch nur 50,000 aufgebracht und, wie länder, auf welchen dichte Wälder mit reichem Wiesenland er mit vieler Offenheit sagt, „zum Theil zu gut angebrachten abwechseln, von üppigen Thälern durchschnitten, welche sich! Bestechungen in Konstantinopel, zum Theil zum Ankauf von allmählich zu einer Ebene von subtropischem Charakter ober-! Land, das nicht dem Staate gehört, verwendet würden, so halb des Todten Meeres senken, das 1300 Fuß unter dem' könnte man dafür die ganze Provinz Ajlun kaufen, und die Meeresspiegel liegt. „Aber die Höhenvcrhältniffe," sagt Herr! Anlage würde fabelhafte Zinsen bringen." Im Falle daß Oliphant, „geben keinen genügenden Begriff von den klima- > das Land Gilcad und die Ebenen von Moab gewählt würden, tischen Verschiedenheiten, welche von den eigenthümlichcn Ver-i wäre der westliche Theil der Colonie nur eine bequeme Tagehältniffcn des Jordan-Thales herrühren, deffen Lage unter dem Meeresspiegel die Ursache so großer Gegensätze der Vegetation von derjenigen der Berge von Gilead darbietet, als reise von Jerusalem entfernt, von wo man sich im Anfang, alles Nothwendige verschaffen könne; der Bermittelungsort für die Ausfuhr aber würde Haifa, am Fuße des Berges betrüge der Unterschied der relativen Höhe 10,000 Fuß, an-! Karmel, sein. Herr Oliphant schlägt dann ein höchst sinnstatt der Hälfte dieser Erhebung. Die Folge davon ist, daß reiches Eisenbahnnetz vor, welches, wie ein Blick auf die an keinem Orte der Erde sich auf so kleinem Raum eine so Karte zeigt, jedenfalls wünschenswerth sein müßte, mag nun große Abwechselung der Bodenerzeugniffe erzielen läßt. Das! die Niederlaffung zu Stande kommen oder nicht; denn es Thal des Jordan würde ein ungeheures Treibhaus für die neue Colonie abgeben. Hier könnten Palmen, Baumwolle, Indigo, Zucker, Reis, Sorgum angebaut werden, außerdem Bananen, Ananas, Yamswurzeln und andere Feld- und Gartenfrüchtc. Etwas höher eignet sich das Land für Tabak, Mais, Ricinus, Hirse, Flachs, Melonen, Kürbisse, Kümmel, Koriander, Anis, Granaten, Orangen, Feigen und so herauf bis zur Hochebene, wo Weizen, Gerste, Bohnen und Linsen würde zu der näheren Kenntniß und Nutzbarmachung großer fruchtbarer Landstriche führen, welche unter der türkischen Mißregierung zur Wildniß geworden sind. Die Hauptlinie würde von Damaskus nach Jsmatlia am Suez-Canal gehen und sich dort mit den ägyptischen Bahnen vereinigen; diese Linie würde das Jordan-Thal entlang und durch die beabsichtigte Colonie gehen, eine Zweiglinie von Tiberias nach Haifa aber Damaskus mit dem Mittelländischen Meere ververschiedener Art mit Oliven und Weintrauben die Haupt-1 binden. Eine noch kürzere Linie würde nach Jerusalem producte bilden würden. Gilcad besonders ist ein Land des! führen und vom Südende des Todten Meeres aus eine Ei- Weins und des Ocls: cs eignet sich auch vorzüglich zum Seidenbau, während in den Wäldern der Johannisbrodbaum, die Pistazie, der Mandelbaum und viele balsamische und harzreiche Pflanzen in Menge wachsen. Alle Früchte des südlichen Europa, wie Aprikosen, Psirsischc uud Pflaumen, gedeihen trefflich, sowie besonders auf den Höhen Aepfel, Birnen und Quitten; hier würden auch die Früchte und Gemüse Englands fortkommen." Die von Herrn Oliphant projectirtc Colonie würde im Westen vom Jordan und von dem westlichen Ufer des Todten Meeres begrenzt werden, denn dieses merkwürdige Wafferbecken soll in die Grenzen des Landes eingeschloffen werden. Im Norden würde es an den Jabok, im Süden an den Arnon stoßen, während die Haj-Straße, auf welcher die Pilger nach Mekka ziehen, dicht an der Ostgrenze vorbeiführen würde. Der Grund, weßhalb das Todte Meer mit eingeschloffen werden soll, ist der, daß dieses merkwürdige Gewäffer eine senbahn über Petra nach Akabah gehen und so die Verbindung mit dem Rothen Meere Herstellen. Unabhängig von den großen Handelsvorth eilen der letztgenannten Linie würde sie von großer Wichtigkeit für die nach Mekka Pilgernden sein, die so von Damaskus mit der Eisenbahn nach Akabah gelangen und von dort Dampffchiffe nach den Häfen von Medina und Mekka nehmen könnten. Die ganze Länge der Linie von dem Mittelländischen nach dem Rothen Meere würde etwa 260 (englische) Meilen betragen, von denen die ersten 150 durch ein reiches bevölkertes Land gehen. So wäre ein neuer Weg nach Indien gewonnen, deffen Herstellung leichter und minder kostspielig sein würde, als der Weg durch das Thal des Euphrat; zugleich würde die Bahn vermuthlich einträglicher sein, da Syrien und Palästina dadurch in directe Eisenbahnverbindung mit dem Rothen Meer und dem Handelsverkehr des Orients gebracht würden. Es ist überflüssig auf die besonderen Bortheile hinzuweisen, welche der