Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1881)
- Date
- 1881-04-26
- Page
- Seite 275 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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,»§»»^ff«flM^WlM«WW«W»WM»WW>WßWffWWWWMWWWWWWWWWWWWWAM!WWW!WW!WWWWWWWW^ 275 für diese Arbeiten die silberne Medaille zuerkannt Es wäre überflüssig, hier noch besonders den Wunsch auszusprechen, daß diese beiden Anstalten wachsend die dauernde Untere stützung aller Menschenfreunde erfahren mögen, um ihre segensreiche Wirksamkeit immer mehr ausdehnen zu können. Großbritannien. London, im März (Verspätet). Wir haben schon oster - zu bemerken die Gelegenheit gehabt, daß in England von Zeit zu Zeit die Idee einer Eolonisation der Juden in Pa-! lästina ans Licht tritt und zwar nicht sowohl aus der Mitte der Juden selbst, als von christlicher Seite, und wiederum nicht wie in Teutschlard und Ungarn als Ausbruch des Judenhasses, sondern in jenem pietistisch biblischen Sinne, der in England noch so sehr verbreitet ist. Jüngst kam dies auch im Parlament zur Sprache, indem in der Sitzung vom 9. März Mr. Errington den Minister der auswärtigen Angelegenheiten fragte, ob die Regierung Kenntniß habe von einem Gerüchte, nach welchem mehrere Mächte versprochen hätten, die Bemühungen derjenigen zu unterstützen, welche die Absicht haben, eine große Colonie in Palästina, dem Lande ihrer Vorfahren, zu gründen? Unter Anderem wünscht er zu wissen, ob der Sultan diesem Plane zustimme oder nicht? Sir F. CH. Dilke, Staatssekretair, erwidert: „Ich bin im Stande mitzutheilen, daß im Jahre 1^79 Mr. Samcncc Oliphant diesen Plan und diese Absichten dem damaligen! Minister, Lord Salisbury, unterbreitete. Dieser Letztere zog! den Vorschlag in Erwägung und gab dem Unternehmer Empfehlungsbriefe an unseren Gesandten in Constantinopel : und an alle syrischen Consulen. Der Minister ersuchte alle unsere Agenten, Herrn Oliphant thätlich zu unterstützen in allen seinen Unternehmungen und in allen für sein Unternehmen nöthigen Schritten. Im Uebrigen betonte der Minister, daß die Mission des Herrn Oliphant rein privatim sei und nichts Ossizielles habe, da die Regierung für jetzt nicht die Absicht hege, einen direkten Antheil daran zu nehmen. Ich weiß nicht", sagt Mr. Dilke am Schluß, „ob sich die gegenwärtige Verwaltung seitdem für diese Angelegenheit intcressirt hat; ich glaube übrigens zu wissen, daß der Sultan ihr seine Billigung verweigert hat." Schwei.;. Zürich, 7. April. Dem Berl. Börsen C. wird telegraphirt: „Der Berliner Hosprediger Stöcker wurde heute beim Betreten der Rednertribüne mit Pfeifen und großem Lärm empfangen und während seines Vortrages durch wiederholten Lärm unterbrochen." Bonn, 17. April. (NotizenV Man schreibt uns aus Nürnberg: Gestern Abend ist Prediger Dr. Ziemlich aus München zum Rabbiner dahier erwählt worden. Bei zahlreichen Meldungen war die Auswahl keine reiche, weil die Gemeinde nur aus ein Provisorium evon 3 Jahren) einzugehen sich veranlaßt sah. Bonn, 12. April. (Literarische Notizen.) Es ist schon wiederholt in unserem Blatte bemerkt worden, daß die Eolonie der polnisch-russischen Juden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika in starkem Zunehmen begriffen ist. Selbstverständlich nehmen diese Auswanderer ihre Sitten, Sprache und Ueberzcugungen mit nach dem Lande, wo sie sich ansiedeln, und erst bei den folgenden Geschlechtern kann! der Einfluß der neuen Umgebung bemerkbar werden. Ein Zeugniß hierfür gab uns in diesen Tagen die Nummer einer Zeitschrift, die uns zugesandt worden und welche in der That interessant ist. Sie besteht übrigens jetzt schon im siebenten Jahrgang. Der Titel ist: T!i*> .h-wisli yr'V und erscheint sie in großem Format wöchentlich in New '))ork. Sie ist in hebräischer Quadratschrist gedruckt, in! deutscher Sprache versaßt, jedoch selbstverständlich im Jargon. >Den Hauptinhalt bilden Nachrichten aus Rußland, zuerst! dann d"''; cyr'T'; den ausführlichen Mit! theilungen aus Rußland folgen dann in beiden Rubriken! einige spärliche Nachrichten, aus den übrigen Ländern, wie auch aus Nordamerika selbst, diese sich aus die eigene Eolonie beschränkend. — Aus Wiesbaden schreibt man: Seit nun fünfundzwanzig Jahren sungirt l>r. S. Baer als Lehrer und Eantor der kleinen jüdischen Gemeinde Biebrich-Mosbach. Er ist aber zugleich in gewissen biblischen Wissenschafts fächern eine Specialität ohne Gleichen, ein ausgezeichneter Kenner der traditionellen hebräischen Grammatik und der > größte jetzt lebende Kenner der Massora. d. i. traditionellen Bibeltcxkkritik. Seit 1659 hat Professor Franz Delitzsch den; bis dahin fast Unbekannten an das Licht der Oeffentlichkeit gezogen, ihn durch aeccntuolvgische und kritische Beigaben an seinen alttestamentlichen Eommcntaren bethciligt und gemein-! sam mit ihm eine textkritische Ausgabe alttestamentlicher Bücher veranstaltet, Nach diesem in stiller Zurückgezogenheit lebenden Gelehrten erkundigte sich der Minister v. Puttkammer bei der Königlichen Regierung in Wiesbaden und das Er gebniß war, daß er ihm im Juni 1^60 als „Unterstützung bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten eine Subvention von 1(>00 Mark gewährte, und zwar „in Erfüllung eines von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige Allergnädigst zu erkennen gegebenen Wunsches". Tie huldvolle Zusage des! Ministers, auch künstig aus Erleichterung der Lage Baers Bedacht zu nehmen, ist schon jetzt im April 1661 durch Gewährung einer abermaligen Subvention von 1200 Mark in Erfüllung gegangen.! — lieber die älteste hebräische Juschrist, welche vor 17 1 J