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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-04-26 · Heft 17 (26.4.1881) · p. Seite 271

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 17 (26.4.1881)
Date
1881-04-26
Page
Seite 271 (sequence 5)
Language
German
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271 einerseits die vollste Gewissensfreiheit jedes einzelnen Bürgers, Zurückweisung aller hierarchischen Eingriffe in die dem Staate zustehenden Gebiete. Ebenso aber auch andrerseits j freie Bewegung jeder religiösen Gemeinschaft auf ihrem j eigenthümlichen Gebiete, auf dem Gebiet ihrer Gottesver-! ehrung, und gesetzlicher Schutz für die diesem Zwecke gewid-; meten Anstalten." Die letzten Worte hätte der Bcrf. doch etwas näher erklären müssen, denn sie sind äußerst elastisch und dehnbar. Soll dieser „Schutz" nur die äußere Sicherung gegen tharsächlichc Angriffe auf diese Anstalten bedeuten, so ist der Staat ihn für alle gesetzlich bestehenden Anstalten schuldig. Soll er aber in der Unterstützung durch aktive Mittel bestehen, so tritt der Vers in Widerspruch mit seinen früheren Hinweisungen auf den blühenden Bestand von Mir chen und Konfessionen ohne diese Unterstützung, die noch dazu zum Theil aus dem Steuersäckel der anderen Eonfcssionen fließt. Die Wichtigkeit des Gegenstandes und der Werth der vorliegenden Schrift werden nufere ausführliche' Besprechung rechtfertigen. — Wir fühlen uns verpflichtet für die Zusendung von Schulberichten und Prüfungseinladungen' mannichfaltiger Art. Ter beschränkte Raum gestattet uns jedoch nicht, über dieselben hier zu berichten, namentlich über längst bestehende und bewährte Unterrichtsanstalten. Erfreulich war uns unter vielen der Bericht über die seit 1' ■< Jahren errichtete und von Rabb. l>r. Horovitz geleitete Re ligionsschule zu Frankfurt am Main, welche bereits von 150 auf 194 Zöglinge gestiegen ist (114 Knaben, *0 Mädchen >, was von dem wachsenden Bedürfnis der Eltern für den religiösen Unterricht ihrer Kinder und von der Anerkennung der Leistungen der Schule Zeugnis; gicbt. Die Einleitung des Dirigenten gicbt mancherlei gute Winke, namentlich auch über die Nothwcndigkeit der Prüfungen gerade für Religivnsschulen. — Predigten: TaS Israelitische Fremdcngesetz. Bon Dr. Adolf Schwarz, Stadt und Conferenz-Rabb. (Karlsruhe, Bielefeld, 1881.) Eine treffliche, im erleuchtetsten Geiste und wärmsten Gefühle gehaltene Predigt, die wahre Humanität des mosaischen Fremdcugesetzes (auf 4. Mos. 15,16.) beleuchtend, hie und da mit scharfen Blicken auf die jetzige Strömung in Deutschland. — Tie AltarSflammen. Trau- Predigt von Or. T. Leimdörfer, Rabb. (Nordhausen, Selbstverlag, 1881. Zum Besten der Achawa.) Recht warm empfunden, sinnige Anwendung von 5. Bios. 6, 6. auf das eheliche Leben. — — Nachdem die Buchhandlung Eduard Hallberger in i Stuttgart das Prachtwerk „Eghpten in Bild und Wort" vollendet hat, beginnt sie ein solches über Palästina, das unser Interesse in noch höherem Grade erweckt. In 56 Lieferungen zum Preise von Mark 1.50. wird sie „Palästina in Bild und Wort nebst der Sinaihalbinsel und dem Lande Gosen" mit 40 feinen Stahlstichen und außerordentlich vielen vorzüglichen Holzschnitten herausgeben. Ten Text bildet eine freie Bearbeitung eines bctr. englischen Originals mit Anmerkungen von Georg Ebers und Hermann Guthe. Allerdings werden hier die Stätten des Neuen Testamentes ebenfalls berücksichtigt; allein da diese zumeist die Zeit vor der zweiten Zerstörung Jerusalems berühren, interessirt auch uns ein großer Theil derselben. Wir können daher mit Fug und Recht die Aufmerksamkeit unserer Leser auf dieses neue glänzende Unternehmen der berühmten Bcrlagshandlnng richten. — Bon der Prachtausgabe der Werke Leasings, welche Sig wund Benfingers Berlag (Wien, Leipzig und Prag) herausgicbt, liegen uns die 5. und 4. Lieferung vor. Mit der schließen die Sinngedichte; die 4. greift in den zweiten Band : ein und enthält den Schluß von Emilia Galotti und den Anfang von Minna v. Barnhelm. Tie zahlreichen Illustrationen sind sehr charakteristisch, durchaus im Geschmack des vorigen Jahrhunderts gehalten. tcc i l*m i ci >i i a c I} v i c I] l*c v i. Deutschland. Berlin, 11. April. (Privatmitth.) Tie antisemitischen. Wühlereien, welche im verflossenen Winter unter Studenten an den Universitäten Berlin und Leipzig stattgefunden, haben nach und nach zur Spaltung unter diesen selbst geführt, wodurch sie schließlich auf eine ganz geringe Anzahl Agitatoren von vorübergehendem Einfluß reduzirt werden. Hierfür giebt folgender Artikel der hier erscheinenden ultramontancn „Germania" ein deutliches Bild. Sie schreibt: „Aus dem „Verein (reetius Vereinen) deutscher Studenten" liegen uns zwei Zuschriften vor, welche sich beide gegen die Annahme politischer Tendenzen und Einmischung in das Parteitreiben verwahren. Herr v. Schramm schreibt uns, daß der traurige Eonflict zwischen Förster und ihm eben dadurch entstanden sei, daß er den Verein gegen die politisch-agitatorischen Reden deS l)r. Förster verwahrt habe. Ter Vorstand des akademischen „V. d. St." erklärt u. A. Folgendes: „Der „V. d. St." eonstituirte sich im Teccmber verflossenen Jahres als ein polizeilich angemeldeter Verein, die Anerkennung als akademische Corporation fand er nicht. Auch der Herr EultuS minister bestätigte den Verein nicht, weil er nicht nur Stndircndc der hiesigen Universität, sondern auch Akademiker der techn. Hochschule und „alte Herren" als Mitglieder aufnahm.

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