Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1881)
- Date
- 1881-04-12
- Page
- Seite 240 (sequence 8)
- Language
- German
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240 aus. Die Versammelten hätten kein Recht, hier eine Sonderj heit staatlicher Fürsorge und Leitung angesehen werden, stellung als Soldaten cinzunehmen; die Angriffe seien gegen! 2) In den Schulen des Staates muß aus die Angehörigen die Juden als solche und nicht gegen die jüdischen Soldaten verschiedener Religion und Confession gleichmäßig Rücksicht gerichtet. Im klebrigen kämen die Angriffe von einer Seite, genommen werden. Eine Entfernung des Religionsunterrichts die jede Vertheidigung überflüssig erscheinen laffe. In dem» aus der Schule ist nicht zu erstreben. :>) Die Aussicht über selben Sinne äußerte sich Justizrath vr. Meyer, der den! das gesamte Schulwesen muß der Staat durch ihm allein Gemeindevorstand gegen den Vorwurf der Unthätigkeit in unterstehende technisch vorgebildete Beamte führen. 4) Das Schutz nahm. Der Vorstand hatte bisher von jedem Schritte l Bolksschulwesen muß aus Grundlage der allgemeinen staat- Abstand genommen, weil er wahrzunehmeu glaubte, daß er. lichen Schulgesetzgebung wesentlich als Angelegenheit der büraus eine wohlwollende Beurtbeilung solchen Schrittes nicht! gerlichen Gemeinden angesehen werden. 5) Bei den höheren rechnen könne und das Uebel sich selbst richten werde. Die J Lehranstalten ist die Aufhebung der zum Theil noch bestehen- Juden könnten sich damit getrosten, daß die Gesammtvertre-! den Unterscheidungen derselben nach der Confession zu erstretung des Volkes im Landtage, daß die Vertretung der Berliner > ben; bei der Anstellung der Lehrer an denselben darf nur Bürgerschaft, daß die Preffe für sie eingetreten und die. die pädagogische und wissenschaftliche Tüchtigkeit enffcheiden. eigene Glorifikation ohne thatsächlichen Inhalt in Form der j 6) Die Universitäten haben bei Berufung ihrer Lehrer von vorgeschlagenen Resolution habe gar keinen Zweck. Jeder jeder confessionellen Berücksichtigung abzusehen und nur das widerlege die Schmähungen durch die That, d. h. durch! Jntereffe der Wiffenschasten ins Auge zu fassen; jede Schmäeigene Tüchtigkeit und Bortrefflichkeit. Redner machte insbej lerung ihrer Lehrfreiheit durch Berücksichtigung kirchlicher sondere auch darauf aufmerksam, wie es dem Militärstraf-! Ansprüche oder durch Mitwirkung kirchlicher Autoritäten bei gesetzbuch widerspreche, wenn die Versammelten sich hier als , den Berufungen ist unbedingt zu verwerfen. Der Borstand Soldaten mit politischen Dingen beschäftigten, und schloß mit j spricht in dem versandten Rundschreiben die gewiß berechtigte einem formellen Anträge auf Uebergang zur einfachen Tagesj Erwartung aus, daß alle diejenigen, welche diesen Grundordnung. — Auf der anderen Seite traten namentlich Rej sähen zustimmen, auch bereit sein werden, den Bereinszweck dakteur Klaußner und Hr. Hoffstaedt sehr nachdrücklich für i mit ihren besten Krästen zu fördern und dadurch den liberalen die Resolution ein. Große Sensation erregte namentlich eine Schulverein Rheinlands und Westfalens, dessen Beginnen Bemerkung des letzteren Redners. „Es nützt gar Nichts, so! schon jetzt auch im übrigen Deutschland lebhafte Theilnahme führte derselbe aus, daß Jeder für seine persönliche Ehre gefunden hat, zu einer Macht im Lande und zu einem nachseinen Mann steht. Ich habe schon vor 21/-2 Jahren Herrn Dr. ahmungswerthen Beispiel rühmlichen Zusammenstehens frei- Bernhardt Förster zu Charlottenburg, Leibnizstraße No. 2( >.: sinniger Schulmänner und Schulfreunde zu erheben, auf Pistolen gefordert und hier (einen Brief hochhaltend und Nordhausen, 29. März. Die „Nordh. Ztg." berichtet sodann auf dem Tische des Präsidiums niederlegend) ist die aus dem dortigen „Männer-Bildungs-Verein": Im großen Abbitte des tapferen Herrn Förster. Zeugen sind ferner im Saale der „Hoffnung", welcher die Masse der Erschienenen Saale, welche bekunden können, daß ich auch in diesem Jahre kaum zu fassen vermochte, hielt gestern Abend Herr Dr. einen Herrn aus Lehrerkreisen fordern mußte und im Besitz Leimdörfer den mit großer Spannung erwarteten Bortrag einer schmählichen, von mir dictirten Revocation des Herrn! über den „Talmud", jenes viel genannte, aber wenig gebin." Bei der schließlichen Abstimmung wurde der Antrag kannte und selbst von Denjenigen, die sich mit ihm eingehender auf einfache Tagesordnung angenommen. I beschäftigt haben, oft mißverstandene Buch, welches beinahe Potsdam, 29. März. Heute hielt der „Liberale Wahlzwei Jahrtausende an sich vorüber ziehen sah und fast in verein" eine Versammlung. Erwähnt wurde in ihr unter! allen Zeilen einer politischen und religiösen rückläufigen Be- Anderem, daß die Antisemiten - Petition bei den meisten wegung gerade von den Uneingeweihten oder von selbstsüch Schulzen zur Unterschrift ausgelegt sei, wie denn auch diettgen Convertiten verhöhnt und beschimpft wurde. Der Herr bekannten Agitatoren in dieser so widerwärtigen und unchristi Vortragende bezeichnte auch die jetzige Zeit im Allgemeinen lichen Sache an eine Versammlung in Potsdam unter der Aegide Liebermann-Henrici denken. Bonn, 29. März. Gegen die auf dem Schulgebiete anschwellende Reaktion hat sich ein „liberaler Schulverein Rheinlands und Wesffalens gebildet, der bereits über 650 Mitglieder zählt. Zur Bezeichnung des Bereinsstandpunctes hat der Vorstand folgende leitende Grundsätze aufgestellt: als eine Periode des religiösen Rückgangs, in der das wüste Gelärm des Fanatismus und der diesem auf dem Fuße folgenden Unduldsamkeit erschalle, lebhaft erinnernd an die gräuelhaftesten Epochen des Mittelalters. Nachdem der Herr Vortragende die Genesis des uralten und hochbedeutsamen Sammelwerkes dargelegt, ging derselbe auf den Inhalt desselben näher ein und gab interessante Proben, sowohl von l) Das ganze Bildungswesen des Volkes muß als Angelegendem prosaischen, meist gesetzliche Bestimmungen enthaltenden