Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1881)
- Date
- 1881-04-05
- Page
- Seite 221 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227354--38847-3308112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
221 Gewild des Landes u. s. w.", wo also Schopenhauer die zwar in 17 biographischen Skizzen von Samuel Hanagid gewünschte Gleichstellung des Menschen und der Thicre ge- bis Isaak Abravancl. In einem nächsten Bande gedenkt er sundcn hätte. Der Berf. protestirt indeß entschieden dagegen, die hervorragendsten jüdischen Autoritäten des 16. bis „das; die alttestamentliche Anschauung vom Thier die Thierly. Jahrhunderts zu besprechen. Der Berf. besitzt Sachquälerei irgend wie begünstige". Erstellt zunächst die vielen und Quellenkunde und verbindet mit dieser Gewandtheit der herrlichen Schilderungen und Vergleichungen aus der Thier- Sprache und tüchtige Auffassung der Individualitäten. Die welt zusammen, die sich in der h. Schrift finden, bei den vorliegende Schrift wird demnach nach allen Seiten hin Psalmisten, Hiob, Propheten u. s. w. Tann bespricht er ihren Zweck erfüllen. Tie Geschichte des Judenthums und der die Gcsetzesstellen zum Schutze der Thierc, wobei wir freilich Juden hat nicht allein das historische Licht nicht zu scheuen, mehrfach ein tieferes Bcrständniß vermissen. Das; das Bersondern gewinnt an Würdigung und Bedeutung, je Heller bot, von lebenden Thieren zu effen, schon 1. Mos. 4 enti die Beleuchtung ist, unter die sie gestellt wird. Es zeigt sich halten ist, ist sicher. Machte doch überhaupt das Verbot des! dann erst recht, welche Fülle von Geist, Energie und Hin- Bluteffens das Verzehren von Stücken aus lebenden Thieren! gebung in den Bekennern des Judenthums, selbst in den unmöglich. Hierauf sammelt er talmudische und midraschische! unglücklichsten Zeiten vorhanden war und lebte. — Die Stellen, welche Vorschriften gegen Thierquälcrei und für! Juden in Abeffynien (Falaschas). Ihr Ursprung, ihre gegute Behandlung der Thierc enthalten, sowie Erzählungen! schichtliche Entwickelung und ihre gegenwärtigen Zustände, und sinnreiche Fabeln aus der Thierwelt. Ter Vers, hat! Eine Qucllenstudie von Ludwig Stein, stiul. phil. (Am hiermit der guten Sache, der Wahrheit und Humanität einen > sterdam, Van Es Joachimslhal, 1880.)" In unserer anerkcnnenswerthen Dienst geleistet. Wenn er meint, nach! Zeit braucht Etwas nur auf die Tagesordnung gefetzt zu dem Geiste der rabbinischen Vorschriften könnte auch eine werden, um in rascher Folge eine Bearbeitung zu erhalten, noch mildere Art der Tödtnng, z. B. die Schlachtmaske, zuwelche im Vorrücken bis zu einer erschöpfenden Bearbeitung gelaffen werden, so vergißt er, daß der primäre Zweck der führt. Nachdem die Falaschas vor vier Jahrzehnten die Rabbinen die möglichst vollständige Entfernung des Blutes! Aufmerksamkeit wieder auf sich zogen, und durch die Reise aus dem Thierkörper ist, die doch durch die Schlachtmaske! Halevy's ein neues und schärferes Licht über sie verbreitet nicht erzielt wird. Er fügt noch ein Gutachten des l)r. Stein wurde, haben mehrere Autoren, z. B. Metz, Alles zu sammeln über das Schächten hinzu. Stein geht ganz wie die Tal- > versucht, was sich an Notizen und Berichten über sie aus mudisten zu Wege, nur daß diese zu viel in den Schnitten! alter und neuer Zeit aufsinden läßt. Die vorliegende Schrift hinein interpretirten, Stein aber Alles hinaus interprclircn : ist die vollständigste ihrer Art und hat mit großem Fleiße will. Es wird ihm aber nicht gelingen, das rrc*'. aus dem sämmtliche Nachrichten, welche ans die Juden in Abeffynien Schrifttext zu bringen, und das heißt: „Tu sollst schlachten"/theils bezogen werden können, thcils sich wirklich beziehen, — Blüthen und Knospen der Humanität aus der Zeit von zusammengestellt und kritisch beleuchtet. Daß hiermit die Reuchlin bis auf Lessing. Spiegelbilder für inhumane' vielen geschichtlichen Räthsel, die diesem Theile der Diaspora Herzen der Gegenwart. Von l)r. M. Tcssaucr. (Zürich, des jüdischen Stammes anhaften, doch ungelöst bleiben oder Schmidt, 1881.) Der Verfasser führt in blühender Sprache! ihre Lösung noch zweifelhaft, ist nicht Schuld des Berfaffers, 1) Reuchlin, Charakterbild aus der Morgendämmerung der! sondern liegt in der 'Natur der Sache. Jedenfalls müssen Toleranz, 2) Erasmus, die Humanität des Unbewußten, wir seinen Eifer anerkennen und die Methode seines Stn- 3) Luther, Klosterzelle und Gedankenhelle und 4> Lessing, der Fürst der Humanität, in prägnanten Charakterbildern vor. diums loben, wenn auch die Tarstellungswcise noch etwas jugendlich ist. — Lessing als Held der Aufklärung. Ein zur Man sieht, wenn es die Literatur vermöchte, Unduldsamkeit > Lessingfcier gehaltener Vortrag von l>,. I. Rülf. Der Rein- und Inhumanität, Vorurtheil und Lüge aus den Menschen! ertrag wird der Sammlung zu Gunsten des Berliner Lessingzu bannen, so müßte sie unsere Zeit völlig davon befreien.! Denkmals überwiesen. < Memel, Schmidt, 1881) Ein treff- Jedenfalls wird dem wohlgesinnten Leser dieses Büchlein eine | lieber Vortrag, der besonders den Charakter des unsterblichen anregende und anziehende Lektüre geben. — ('Imelmw > Mannes zu zeichnen und seine Verdienste auf so vielen Gcllnckorat. Geschichtsbilder aus der nachtalmudischen Zeit. (500—1500.) Nach den Quellen bearbeitet von l>r. M. H. Friedländer. (Brünn, Epstein, 1880.) Ter Vers, hat schon früher „Geschichtsbilder aus der Zeit der Tanaiten und Amoräer" herausgegeben und vielen Beifall damit geerntet. Um so näher lag es ihm, jetzt auch die Cclebritäteu des Mittelalters in ihren Lebensumrissen darzustellen und bieten, besonders auf dem der religiösen Aufklärung, zu würdigen sucht. — Rede zum Gedächtnißtage Cn-mienx's gehalten am 10. Februar 1881 in der Synagoge zu Mannheim von Di'. W. Steckclmachcr, Stadtrabbiner. (Mann heinr, Vereinsdruckcrci, 1881. Eine begeisterte Rede, des edlen Gegenstandes würdig, die wohl befähigt war, die Herzen der Hörer zu ergreifen. — Gabriel Rießer, ein Rechtsanwalt.