Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1881)
- Date
- 1881-03-29
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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211 hier bei Allen beliebt, nicht zum Mindesten bei seinen christj die Anmerkungen für den Lehrer, die in einem für den Gelichen Mitbürgern; jedes Kind ehrt und achtet den hochbe-' brauch des Kindes bestimmten Buche überflüssig sind und die tagten Greis, der auch in seinem Aeußeren auf properes hie und da gegebenen Erklärungen und Deutungen, die, so- Wesen hält. Geistig ist derselbe noch frisch, doch merkt man weit sie für das Berständniß der Erzählungen nothwendig ganz besonders an seinem Gange sein hohes Alter. Bersind, vom Lehrer selbst gegeben werden können, während heirathet war derselbe nie, aber jetzt am Abend des Lebens diese im klebrigen, nach unserer Ansicht, dem Kinde fühlt er doch, was ein glückliches Familienleben werth ist. ungebrochen durch jede fremdartige Beleuchtung mitgetheilt Möchten wohlhabende Glaubensgenoffen des würdigen Greises werden sollen. Doch das sind Ausstellungen, die das Wesen an seinem 107. Geburtstage gedenken! — Aus Paris des Buches nicht berühren und die wir dem Berfaffer nur schreibt man: In der Sitzung der Akademie der Wiffenbei einer hoffentlich bald nothwendigen zweiten Auflage zur schäften vom 14. März wurde „der große Preis in den Berücksichtigung empfehlen. mathematischen Wissenschaften" dem Herrn G. H. Halphcn, In noch höheren Maße, als für die erste, haben wir Artillerie-Capitän, Repetitor an der polytechnischen Schule, unsere Anerkennung für die zweite, die nachbiblische Geschickte einem Israeliten, zuertheilt. behandelnde Abtheilung auszusprechen. Diese ist gerade in Aus Baden, im März. (Literarische Notizen.) den letzten Jahren vielfach Gegenstand populärer Behandlung Geschichtlicher Religionsunterricht von Dr. H. Sondheimer, geworden, aber ungeachtet spezieller Vorzüge einzelner der- Bezirksrabbiner in Heidelberg. (Lahr. 1881.) „Biblische selben war ein Buch, das hauptsächlich die Jntereffen der Geschichte, katechetischer Lehrstoff und jüdische Geschichte er- Schule berücksichtigt, immer noch ein Desideratum. Die bisscheinen in diesem Buche zum ersten Mal vereinigt. Konzenherigen Bearbeitungen boten meistens zu vielerlei und zu tration im Unterricht ist eine allgemeine, besonders aber für mannigfaltige Mittheilungen und Namen, und setzten bei der den ausgedehnten Unterrichtsplan der israelitischen Religions- Behandlung einzelner Partien, wie des Talmud und seiner schule nothwendige Forderung. Ueberdies bleibt das, was Lehren, Kenntniffe und Jntereffen der Schüler voraus, die in verschiedenen Büchern getrennt steht, leicht auch im Kopse d iese gar nicht besitzen können. Diesen Mängeln ist das der Schüler getrennt." Mit diesen Worten der Vorrede bevorliegende Buch entgangen. Bei sorgsamer Wahrung des gründet der Berfaffer den Versuch, den vielen bereits vor- Zusammenhangs sind doch nur die wichtigsten Partien der handenen Bearbeitungen der biblischen und jüdischen Geschichte jüdischen Geschichte behandelt, diese aber in befriedigender eine neue hinzuzufügen. Und wer mit der gestellten Aufgabe Ausführlichkeit und lebensvoller Gestaltung, mit gut ausgeeinverstanden ist — und das werden wohl die meisten Schulwählten intereffanten Mittheilungen aus der jüdischen Literamänner sein — wird die vorliegende gelungene Ausführung tur. So gewährt das Buch auf kleinem Raume eine klare derselben freudig begrüßen. Uebersicht über das Gesammtgebiet der jüdischen Geschichte, Die biblische Geschichte und Religionslehre behandelt die mit Leichtigkeit in I—2 Jahren durchgenommen werden ihren Stoff auf 118 Seiten, ohne, insbesondere bezüglich kann, durch die populäre Darstellung sich selbst für Töchterdes ersteren Gegenstandes, hinter dem für das Wiffen des und erweiterte Volksschulen eignet und sicherlich für die Er- Schülers wüuschenswerthen Maße zurückzubleiben. Und die wcckuug des Jntereffes für diesen wichtigen Gegenstand auch Gedrängtheit der Darstellung hat, weit entfernt, zu Dunkelin weiteren Kreisen sich fruchtbar erweisen wird. Um der heiten zu führen, nur dazu beigetragen, die Erzählungen klar Wachhaltung dieses Jntereffes willen wünschen wir dem und übersichtlich zu ordnen, ihre einzelnen Züge deutlich und Büchlein in seinem letzten Paragraphen noch einen Hinweis bestimmt hervortreten zu lasten. Die Sprache ist eine dem auf die, auch als Erzeugniß des jüdischen Geistes im Kindesalter angemeffene: man merkt durchweg, daß das Buch 19. Jahrh. höchst beachtenswerthe, poetische Behandlung aus den langjährigen Erfahrungen eines Lehrers hervorgejüdischer Gegenstände, wie die an Heine» „Rabbi von gangen, der auf das Gemüth des Kindes cinzugehcn und Bacharach" sich anschließenden historischen Romane von die ihm allein verständliche und es anmuthende Sprache zu Philippson, Francolm, Grace Aguilar, Waffermann, Lehreden weiß. Gut gewählte Sprüche am Schluffe jeder Ermann u. A., die poetische Verklärung jüdischer Sitte und zählung geben die aus derselben zu gewinnende Lehre und Lebensanschauung in den Novellen von Kompert und Bernversehen das Kind mit einem Schatze kernhaster Bibelworte, stein, den jüdischen Familienpapieren Herzfelds u. A. — Die Anschaulichkeit der Erzählungen suchen eine Reihe recht Tie Ausstattung des Büchleins ist eine sehr gute. J. E. hübsch gelungener Bilder nach Raphael, Schnorr u. A. zu beleben, während die beigedruckten kleinen Kärtchen die Kenntniß des Wichtigsten aus der Geographie des heiligen Landes vermitteln. Wegzuwünschen wären aus der Darstellung nur, 13*