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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-29 · Heft 13 (29.3.1881) · p. Seite 204

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 13 (29.3.1881)
Date
1881-03-29
Page
Seite 204 (sequence 4)
Language
German
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204 lichc Geist muß sie erfüllen und beherrschen schon im elter-! Borkommniffe in den Zeitungen besprochen werden. Dazu lichen Hause, dann in der Erziehung der Kinder, deren eigent-- j kommt nun die weite Verbreitung der materialistischen, panliche Bildungsstätte das Herz der Mutter abgiebt, in ihrer! theistischen, mit einem Worte antireligiösen Phrasen. Die Stellung zu ihrem Manne, sür den sie in allen wichtigen Fragen den eigentlichen sittlichen Resonanzboden bildet, und im Widerstande bei den Kämpfen des Lebens. Desgleichen Frau liest sie so gut auf wie der Mann. Dem letzteren ist cs möglich durch ein tieferes Nachdenken die Haltlosigkeit derselben zu erkennen und sie in das Reich der Zweifel zurückzuist die religiös-sittliche Stärke die ganze Macht, die dem i werfen, aus welchem sie entsprungen sind. Aber der Fvau schwächeren Geschlecht zur Seite steht, um sie vor jeder Vergewaltigung, vor jeder Benachthciliguug zu schützen, lind endlich ist der weibliche Geist der religiös-sittlichen Bildung zngencigt und befähigt. Das Frau so gut wie verschloffen. drängen sie sich als eine Autorität auf, deren Bestand schon die Herrschaft der Sittlichkeit und die Unumstößlichkeit der religiösen Anschauung beseitigt, so daß jene metaphysische Denken ist der irreligiösen Phrasen bei ihr Geltung gewinnen nnd we- Die consequente Erforschung uigsteus das religiös-sittliche Denken und Fühlen verdrängen. und Verfolgung eines Philosophems ist ihr eine unlösbare Allem diesem gegenüber wird eine gründliche religiös sittliche Aufgabe. Aber desto leichter und inniger versenkt sie sich in die religiöse und sittliche Anschauung, desto feiner und zarter dringt sie bewußt und unbewußt in alle Falten des menschlichen Gemüthcs ein, gelangt da zum unmittelbaren Erziehung unserer weiblichen Jugend um so nothwendiger, und da das religiöse Leben im Hause schwach geworden, ein sorgfältiger, umfasiender und andauernder Religionsunterricht ein unumgängliches Bedürfniß. Es war und ist ein trau- Vcrständniß aller Räthsel, und findet die Mittel, die Erreriger Jrrthum, nach welchem der Religionsunterricht der guug und den Sturm zu beschwichtigen. So vereinigen sich Knaben möglichst gesteigert und ausgedehnt werden sollte, die Lebensbedingungen, der Beruf und die Natur des wcibwährend cs genügend erschien, die Mädchen mit einigen alllichcn Geschlechts, um cs zum eigentlichen Träger der religiös-sittlichen Bildung zu machen, um ihm die Uebung und Entfaltung derselben abzusordern. Dies ist es, was ich Elgemeinen Lehren der Religion und Moral und mit dem Auswendiglernen einiger Bibelversc abzusinden. Schon nach der Richtung unserer Zeit, nach welcher jeder oberflächliche und lern und Erziehern ans Herz legen möchte. Ich weiß sehr flüchtige Unterricht bei den Schülern selbst in Mißachtung wohl, daß die religiös-sittliche Erziehung nicht durch das geräth und bald als etwas Ueberslüssiges vergessen wird, muß bloße Wort, nicht durch die Lehre allein erzielt wird; daß dieses geringe Maß der religiösen Bildung wirkungslos bleiben, es hierzu der Atmosphäre des Hauses, der Familie bedarf,! Vielmehr muß auch die weibliche Jugend in die gesammte daß Vorbild, mahnendes und warnendes Beispiel einen gu- Religionslehre eingeführt, sie ihr zu einem Gegenstände des ten Theil beitragen. Aber das Wort und die Belehtieferen Nachdenkens, der weiteren Forschung gemacht, ihre rung sind doch nothwendig, und zwar in unserer Zeit in Geschichte zu lebhaftem Jnteresie erhoben und ihr das Beciuem viel größeren Umfang und mit mehr Vertiefung, als wußtsein eingesenkt werden, daß das Bekenntniß und die man gewöhnlich meint, und als in der Regel dargeboten Verkörperung dieser Religions- und Sittenlehre eine ihrer wird. Unsere Zeit ist nicht mehr eine solche, wo, wenn ich Lebensaufgaben sei. Nur wo die tiefer erkannte und emso sagen darf, die Instinkte die besten und einfachsten Führer, pfundene Religionslehre zu einem wahren Geisteseigenthum, abgabcn. Diese Instinkte werden in dem raschen Treiben des zu einer innerlichen Jdentifizirung geworden, vermag sie alle Lebens, in dem Wirrsal der Interessen gar zu leicht abge- Zeiten, allen Wechsel, alle Geschicke, alle Kämpfe des Lebens schliffen, verwirrt, unbrauchbar gemacht. Der jetzige Mensch will wissen und erkennen, und das weibliche Geschlecht ist zu bestehen und auf deren Gestaltung lebendig einzuwirken. — Aus allen diesen Gründen halte ich die religiös-sittliche hierin in diesem Bedürfniß und Verlangen bereits so weit Bildung unserer weiblichen Jugend für das nothwendige gekommen, wie das männliche, wenn auch nicht in der Be- Fundament ihrer Erziehung, ohne welches diese ohne dauernden friedigung desselben. Ferner wirken die zersetzenden Elemente Halt ist. Ich erachte sie sogar dem weiblichen Geschlechte jetzt nicht weniger, ja, ich scheue mich nicht, es zu sagen, für nothwendiger noch als dem männlichen. Der Mann kann noch weit mehr auf die Sittlichkeit des Weibes als des intelligente Kräfte erreichen, durch seine Intelligenz eine Stufe Mannes. Schon die vorwiegende Lektüre von Romanen, wie erklimmen, auf welcher er selbst bei sittlichen Schwächen noch die letzteren jetzt geboten werden, der deutschen, wie der eine höhere Stellung, einen hochachtbaren Wirkungskreis zu sranzösffchen, unterwühlt die sittlichen Empfindungen und bewahren vermag. Die Frau aber, die des sittlichen Werthes zerstört jede Sicherheit und Entschiedenheit in der religiössich entkleidet, der sittlichen Würde entsagt, verliert unter sittlichen Anschauung. Man übersehe nicht, wie mißlich jene allen Umständen den inneren Gehalt und kann sich höchstens Ungeuirtheit wirkt, die jetzt in den Häusern herrscht, und mit noch eine Zeit lang den Firniß der Künstlerschaft oder der welcher auch vor den Kindern z. B. die vielen unsittlichen aristokratischen Gesellschaft bewahren.

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