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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-22 · Heft 12 (22.3.1881) · p. Seite 194

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 12 (22.3.1881)
Date
1881-03-22
Page
Seite 194 (sequence 10)
Language
German
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i{>4 daß überall auf dem Lande die christlichen und jüdischen Mirbürgcr in friedlichster Weise Zusammenleben. Und in licb geändert. Durch den Tod verloren wir im Lause des verflossenen Jahres 8, durch freiwilligen Austritt 2 active den größeren Städten macht sie sich bemerklich und dient Mitglieder; dagegen haben wir den Beitritt von 19 neuen hier zu einem willkommenen Stoff der Unterhaltung. Frankfurt am Main, 10. März. (Privatmitth.) Die „Achawa" hat ihren 16. Rechenschaftsbericht für das Jahr 1880 ausgegeben und wir entnehmen demselben folgende Angaben: Auch im versloffenen Jahre entfaltete unscrere „Achawa" eine ebenso umfangreiche als gesegnete Thätigkeit; sie bewährt sich je länger je mehr als ein Institut, welches des allgemeinen Vertrauens und einer thatkräftigen Unterstützung würdig ist. Die Einnahmen an Geschenken belaufen sich auf Mk.5256.30 (gegen Mk. 5916.63 im vergangenen Jahre); die Gesammtsumme der Einnahme an Geschenken, Zinsen, Beiträgen und Einkaufsgeldern beträgt Mk. 15,665.57 (gegen Mk. 15,944.49 im vorigen Jahre). Mitgliedern zu verzeichnen, sodaß sich die Zahl der activen Mitglieder am Ende des Jahre 1880 auf 219 beläuft. Man kann daher nur in die Schlußworte einstimmen: „Möge auch der Kreis unserer Freunde sich erweitern, daß wir bei den sich stets steigernden Anforderungen, die an uns herantreten, im Stande sind, den Wünschen vieler Bedrängten gerecht zu werden, bekümmerte Herzen zu trösten und das Unglück trauernder Wittwen und Waisen zu erleichtern!" Ober-Ingelheim, 6. März. (Berichtigug). Mit Erstaunen ersehe ich aus dem Artikel „Darmsladt" in 9fr. Io, daß auch hier Exceffe gegen die Juden vorgekommen sein sollen. Weder ich noch irgend ein Jude von hier oder der nächsten Umgegend weiß das Geringste davon. Nicht eine Daß die Summe der uns überwiesenen Geschenke gegen Spur! Wir leben so ruhig und friedlich hier und die verdas Jahr 1879 eine Minderung erlitten hat, wird im wesentschiedenen Confessionen sind so einträchtig, wie zu anderen lichen der Ungunst der Zeiten, unter welcher viele Wohl-^ Zeiten. Im October, gelegentlich der Erneuerung des Ge thätigkeitsvereine zu leiden haben, zuzurechnen sein. Abge-! meinderaths, hatte ein Wahlcanditat allerdings „Wählet sehen davon können wir nicht umhin, es immer als ein! keinen Juden" an einigen Stellen mit Kreide angeschrieben, günstiges Ergebniß zu betrachten, daß wir im Stande waren, I Das war eben ein bloßes Wahlmanöver. Allein der in allen den an uns gerichteten Bitten Rechnung zu tragen Aussicht genommene Jude, Herr Ferdinand Mayer, seit und sogar eine größere Summe zur Bertheilung für Jahresj Jahren Feuerwehrcommandant. dessen Bater jenes Ehrenamt Unterstützungen zu bestimmen, als dies in den vorhergeals Gemeinderath Jahrelang bekleidet und nur wegen vorgangenen Jahren je der Fall gewesen. gerückten Alters niedergelegt hatte, wurde ttotzdem gewählt Die Anzahl Derjenigen, welche eine Jahresunterstützung und trat in aller Ruhe in sein Amt. Nur eben die gegnebeanspruchten, hatte sich aus 49 mit 65 '/2 Theilen gesteigert (gegen 44 mit 60 Theilen im Jahre 1879). Bei der zur Verfügung sich bietenden Summe von Mk. 7336 konnte ein einzelner Theil nur mit Mk. 112 (gegen Mk. 120 im vorigen Jahre) bedacht werden. rischen Canditaten mögen sich geärgett haben! — Ich selbst bin seit bald 6 Jahren Gemeindeschullehrer. Ich habe z. Z. in meiner Klaffe 68 Schüler — Katholiken, Protestanten Deutschkatholiken und — 2 Juden. Dabei ertheile ich den 22 jüdischen Schülern aller Klaffen von Amtswegen (also Aus dem Reservefond wurden im Lause des Jahres an! obligatorisch) auf Kosten der Commune Neligionsunterricht. 14 Bittsteller Mk. 730 verabreicht.! In äußerster Liberalität hat man es mir möglich gemacht. Einschließlich dieser Summe betrugen die zur Berwenl selbst das Cantoramt zu versehen und der jüdischen Gemeinde, düng gelangten Unterftützungsgelder des abgelaufenen Jahres! als sie gegen eine Entschädigung von jährlich 120 Mark, Mk. 8066 (gegen Mk. 7640 im Jahre 1879). ) die die Civilgemeinde zahlt, mir das jüdische Gemeindehaus In den 16 Jahren ihres Bestehens hatte demnach die' zur Dienstwohnung einräumte, die Zusage gegeben, daß unter „Achawa" die Summe von Mk. 65,930.29 an ihre noth-! den 7 Lehrern der hiesigen Schule stets ein Jude sein soll! leidenden Mitglieder vertheilt. . In der ganzen Zeit meiner amtlichen Wirksamkeit hat man Das Bereinsvermögen hat nach Abzug der oben er-! mich's noch nicht durch ein zurücksetzendes Wort fühlen laffen, wähnten Mk. 7336, welche auf Rechnung des Jahres 1881 j daß ich ein Jude sei, während man mir bereitwilligst Disgestellt werden muffen, die Höhe von Mk. 94,716.04 erreicht.! pensationen für die hohen Festtage und dergl. ercheilte. Und Unter den mit einer Jahresunterstützung (Pension) Bedachten befinden sich 33 Wittwen (theils alleinstehende, theils mit mehreren Kindern), 2 Waisen, 4 dienstunfähige Lehrer mit zahlreicher Familie, 5 Ehepaare und 5 alleinstehende, theils durch Alter, theils durch fortdauernde Krankheit dienstunfähige und völlig erwerblose Lehrer. Die Zahl der acttven Mitglieder hat sich nicht wesentder Vorsitzende des Ottsschuloorstandes ist ein strengkirchlicher katholische Geistliche, der Kreisschul-Jnspettor ebenfalls ein frommer Katholik! Es wäre also eine eigenthümliche Jllustratton zu dieser meiner öffentlichen Stellung, wenn hier „Antisemitisches" aufkommen könnte. Ueberhaupt sind die Mittheilungen über die Vorkommnisse in Rheinheffen in dieser Richtung sehr übertrieben und mit der größten Bor-

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