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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-15 · Heft 11 (15.3.1881) · p. Seite 180

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 11 (15.3.1881)
Date
1881-03-15
Page
Seite 180 (sequence 16)
Language
German
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180 allgemeinen Schöpfers willen. dulden und mit Gutes thun, unsere Verweigerungen gerathen würden; ist dies gar kein ihm nahe sein solle; denn Gott ist ja ein Gott sowohl der Modus einen zu bekehren, weil es in effectu eine rechte Christen, als Juden. Rorn. 3. v. 20. — Rex Superum Unbarmherzigkeit wäre, und ein tyrannischer Zwang, so in tolerat. Judaeos, feit quoque Princeps. Glaubens-Sachen nicht stattsindet, non cogenda quippe „Gewiß ist es, daß durch Haß, Neid, Verfolgung nnb religio,. sed blandis amicabilibusque admonitionibus et Versagung derer Dienste und des Guten insgemein wir keinen informatiombus , jam in verbis, quam etiam factis, exem- Juden bekehren werden, Wohl aber durch Liebe, Güte, i plisque suadenda et indueenda. Kectitissime hine Oardinalis Barmherzigkeit und Wohlthun. — Hieraus erhellet überflüssig. Tlostiensis in Summa ad Tit. X de Judae, num. 4 scribit: daß in Gottes heiligen Wort keinem Christen untersagt, einem Juden mit nothdürfftigen Diensten und Wohlthaten an Hand zu gehen, sondern vielmehr das Wiederspiel, inmassen das Exempel deren Knechte I. Timot. <>. v. 1—2 trefflich bewährt und bestättiget. —! „Weil demnach die Toleranz sowohl aus Gottes Word als auch aus tapferer, gewiffenhafter, theils Theologorum,; theils Jetorum elfatis bewährt worden, so folgt, wie schon erwähnt, nothwendiger Dingen, daß man ihnen auch die uecessaria fanvulitia et, oftieia, sine quibus esse et vivere non possunt, gönnen und zusprechen müsse. — Sonst dürste man denselben, weder Brod, Fleisch, Eier noch andere Yietualia und Kleider zukommen lasten: an errowogen in effeeiu, sie durch deren Zulassung, per indireetum, ja sowohl in ihren ritibus eonservirt und gesteiffet, nicht minder auch die ('OIIversationes und Oomrnerc-ia mit denen Schriften der gestalt exereiret und verübet werden, welches doch kein Mensch unbilligel. — Gleichwie demnach alle diese Dinge, sambt demjenigen, so die Frage erzehlet, mit denen Juden, wie gedacht, sonder alle Gewissens Gefahr, insgemein und alltäglich! für sich und in Schwang gehen: Also ist hierbey kein Unter-1 schied zu machen über den Sonnabend, sintemahl diesen Tag, nur bey den Juden beruhet, der ihrer Seils bloß eximirt j wird, die Christen aber haben nicht Ursach, sich dieses Falls! etwas irren zulasten, weil sie damit wider keines derer ihnen! vorgeschriebenen Gesetze handeln, oder anstosen, sondern sH sind vielmehr eines gantz andern aus Gottes Wort unterrichtet und versichert, als welche der Apostel noch hierinnen vermahnet: sie sollen sich kein Gewissen machen lassen, über! Sabbath, Neumonden, und anderen jüdischen Feiertagen rc. — Wenn sie nun denen Juden an diesen Tägeu nichts wollten zu Gefallen thun, da sie es doch gleichwohl an anderen Tagen nicht ausschlagen, so würden sie entweder selbst einen Unterschied der Täge milmachen, oder denen Juden aus einer gehäfigen, unverantwortlichen Widerwärtigkeit mit Fleiß wehe thun und Schaden zufügen: Welches ja schnür stracks wider die christliche Art und Liebe, auch vorher angezogene Apostolische Freyheit und Leutseligkeit liefe. — Sv derohalben diese unter uns ihren Port haben, müssen ihnen auch solche Dienste geschehen, weil es ihr Gottes-Dienst also erfordert und mit sich bringet, sonsten sie, vermöge vielmals angeregter Frage, offt in Kummer, Noth und Todt, durch solche si eclesia illos non toleraret, videTetuv illos ad sidem praeeise eogeve veile, quod fieri non debet. — Solche Unfreundlichkeit würde ihnen gegen über vielmehr eine aversion und odium, sowohl gegen unsere Person und Lehre, welche in Lindigkeit / Freundlichkeit und Bezeygung allerley Wohlthaten und Gütigkeit gegen männiglich, nach Vermahnung der Schrift Neuen Testaments,;umahl auch quoad eivilem «•onversationem bestehen solle, verursachen, welches Gott keineswegs gefiele: Inmassen sothane Unbarmhertzigkeit ihm unter andern auch vor Alters an denen Juden selbst sehr zuwider war. — Sonsten, wo wir dahinaus wollten, so wäre kein besser Mittel, man versage ihnen denn Wasser ^md Feuer, Nahrung und Kleidung, so müßten sie ihren j Gottes-Dienst wohl von sich selbsten lassen anstehen, weil sie! alsdann bey uns gar nicht substitiren könnten: Alleine, ob t fic schon mit der Weise vertrieben würden, so würde ihnen .doch von Gott schon ein anderes Räumlein aufgehoben seyn, i denn dieses Geschlecht wird nicht vergehen. — Wenn sie nun ■ von Gottes unaussprechlicher Liebe geduldet und übergelaffen werden, habe ich meinen Mund zuversiegeln, und den allerheiligsten Willen Gottes mich in Unterthänigkeit zu unterwerfen. denn er weiß wohl, was er thut, „miravi non rimari, sapviencia vera“, singet der geistreiche Gerhard in seinen Meditationibus saeris. — Bei mehr angeführter Toleranz und untermengter Wohnung bei dem Christen-Bolk ist diese Dienstleistung und Handlung deren Commercien mit ihnen unumgänglich, denn sic sind solcher Gestalt unsere Nachbarn, und insgemein Cives Imperii, per diserhim textum, L. 0. de Judais. — Dannenhero vermögen und verordnen auch die Bürgerlichen-Gesetze, daß wir ihnen die Justiz, eben wie denen Christen administriren und ihnen sonst alle Hülff und Beförderung, so viel nehmlich den Bürgerlichen Wandel anbelangt, leisten sollen, bloß allein haben wir j uns ihrer Supersition nicht theilhastig zu machen. — j „Jene, die Kaiserliche Statuta, anbelangend, ist, wie all- | bereit vorhin schon in etwas berühret, insgemein zu behalten,! daß die Juden, als Cives Romani Imperii, der Kaiserlichen j und des Heiligen Römischen-Reiches gemeinschaftlicher Rechte I fähig seyn, per legem supva laudatum 8. Cod. de .Judaeis. Dahero sie auch verschiedener Freyheiten und Privilegien I theilhastig gemacht werden, wovon aber allhier zu handeln, j das Vorhaben nicht mit sich bringet. —

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