Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1881)
- Date
- 1881-03-15
- Page
- Seite 181 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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181 „Vid Bald, in L. 15 § 6 de Eruus. Tut.: Ubi tradit, Judaeos in plerisque nobiscum participare, et seeu-! ritatem pro se et soeiis impetratam ineludere etiam soeium Hebraeum. — „Aus diesen Motiven und undispulirlichen Rechts-Gründen hoffen wir unsere Affirmativani zur Genüge behauptet und rnänniglich vor Augen gestellt zu haben, welches wir um einiger zweiffelhafftiger Gewiffen halben, die sich hierüber etwa einen vergebenen Anstoß machen möchten, wie aus der Frage wahrzunehmen gestanden, etwas ausführlicher zu deduciren der Nothdurft erachtet, salvo tarnen quorumcunque rectius sentientium judicio. — „Urkundlich ist dieses Responsum mit dem uns anvertrauten größeren Faeultät-Jnsiegel besiegelt worden." So geschehen Altdorf, den 23. December 1696. (L. S.) Decanus und andere Doctores der Juristen- Facultaet bey Nürnbergischer Universität daselbst. Vermischtes. Bom deutschen Kaiser. Die „Tribüne" erzählt: Bekanntlich hat sich schon mancher arme Junge nicht ohne den gewünschten Erfolg direkt brieflich an den Kaiser gewendet, um von demselben Hülse zur Erreichung eines heiß aber vergeblich ersehnten Zieles zu erbitten. Ueber einen ähnlichen Fall berichtet der Emser „Lahn-Bote" aus Mühlen, 1 Stunde von Ems, lahnabwärts. Dort wohnte eine brave jüdische, von ihrem Manne verlaffene Frau, die ein Töchterchen von 11 Jahren, Namens Rosalie hatte. Das Kind wollte gern in eine höhere Schule, weil es eine große Lernbegierde besaß, aber die Mutter war zu unbemittelt, um des Mädchens Wunsch zu erfüllen. Bei Anwesenheit des Kaisers in Ems im Jahre 1873 faßte das Kind den Entschluß, sich an diesen zu wenden, und ohne Borwiffen Jemandes schrieb es einen Brief an Se. Majestät, der etwa folgendermaßen lautet: „Herr Kaiser! Ich möchte gern etwas lernen, aber meine Mutter ist zu arm, und meine Tante zu Cöln sagt, ich sei zu nichtsnutzig. Das ist aber nicht wahr. Weil Sie aber so reich sind, Herr Kaiser, bitte ich Sie, laffen Sie mich in eine Schule gehen." Adressirt war der Brief: „An den Herrn Kaiser von Deutschland zu Ems." Des Kindes Bitte ist erhört worden. Se. Maj. ließ durch die Behörden über die Verhältnisse des Kindes Erkundigungen einziehen, und da sich Alles so verhielt, wie das Mädchen geschrieben hatte, so schickte der Kaiser das Kind in eine israelitische Pension, wo es zur Lehrerin ausgebildet worden ist. Das Mädchen zeigte auch eine bedeutende Befähigung und ist eine tüchtige Lehrerin geworden; es sungirt jetzt als Gouvernante bei einer englischen Familie in der Capstadt und befindet sich somit in der Lage, seine alternde Mutter zu unterstützen. Zur Statistik der Juden. Statistische Blätter enthalten jetzt folgende Angaben, die, wenn sie auch nicht sämmtlich objektiv gewiß sind, doch das Zahlenverhältniß bezeichnen: In Polen kommt ein Jude aus 7 Einwohner; in Oesterreich aus 32; in Rußland aus 42; in Holland aus 52; in der Türkei auf 64; in Deutschland auf 105; in Belgien auf 333; in Italien auf 412; in Frankreich auf 433; in England auf 466; in Skandinavien gleichfalls aus 466 und in der Schweiz aus 595. Zfnzeigen. 1 ~ sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder LilwC deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln a;Rh., Dresden, Frankfurt a M., Halle ayS., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., "Wien, Zürich zu adressiren. Höhere Schule u. Pensionat; für Mädchen, geleitet von Frl. Kahn, unter Mitwirkung des Prof. L Kahn, Brüssel 16 rue de Comet Gründliche Bildung i in Religion, Wissenschaft, Umgang, umfassenden Unterricht in den neueren sprachen, in i Piano, Singen, Zeichnen :c. Gewissenhafte I Aufsicht. — Bedingungen mäßig. Vorzügliche Referenzen. s 3288s Einige Knaben aus guter Familie, die j eine hienge höhere Anstalt besuchen sollen, - finden Pension und wiffenschaftliche Rach-; hülfe bei [F. 3002] Dr. Emil Philippson,; Lehrer an der Realschule der isr. Gemeinde! Frankfurt a. Main. Seminar | Lehrerinnen - BildungS - Anstalt , mit dem Pensum des beim Staats-Examen! Verlangten, verbunden mit einem Töchter-! Pensionat. [3315] Unter d. Schutze u. d. Empfehlung größter | existirender Pädagogen u. Rabbiner Berlins,! ist d. Institut d. einzige derartige israelitische; in Deutschland. Prospekte u. Näheres d. d. Vorsteherin Frau Therese Gronau j Berlin, In den Zelten 12. j Erzieherin Norddeutsche, perfect in Sprachen, mit vorzügl. Empf. über langjähr. Thätigk. sucht Stellung. Gefl. Off. u. 8. R. 9 Hauptpostlag. Breslau. [Br- 4C08] Eine geprüfte Erzieherin, (Norddeutsche Israelitin) wird für 3 Mädchen im Alter von 8, 10 und 16 Jahren vom 1. Mai 1881 an, aufzunehmen gesucht. Beansprucht wird: Unterricht in allen literarischen Gegenständen, französischer u. englischer Sprache und weiblichen Handarbeiten; Musik wäre erwünscht. Bewerberinnen wollen ihre Zeugniffe und Gehaltsansprüche an mich senden. [2953] M. Strassmann, Mährisch. Ostrau (Oesterreich). Ein Lehrmädchen mit guten Schulkenntniffen gesucht. [3399] M.-öladbach. >. Frank. ii