Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1881)
- Date
- 1881-03-15
- Page
- Seite 178 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227351--38801-3308057- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
178 Zerstreuung". Die Rede ist eine beachtenswerthe Zeitpredigt, der eine weite Verbreitung und Beherzigung zu wünschen ist. Dr. Kayscrling. Pest, im Februar. (Literarische Notizen.) Jüdisches Familienbuch. Eine von jüd.-religiösem Geiste getragene, belehrende und unterhaltende Lektüre für Schule und Haus. Herausgegeben von M. Ehrentheil. Budapest 1880—81. Der Prospekt dieses interessanten Werkes fand seinerzeit in diesen geschätzten Blättern eine ausführliche und günstige Besprechung. Der Herausgeber hat cs sich zur Aufgabe gestellt: in 12 Monatsheften ü 3 Bogen Groß-Lexiconformat 160 Lebens- und Charakerbilder der vorzüglichsten Gestalten der jüdischen Geschichte aus allen Zeitperioden und Staaten zur Darstellung zu bringen. Es liegen uns nunmehr 4 Hefte dieses Werkes vor, welche vollkommen genügen, um als laut Prospekt mit Recht erwartet werden durfte. Er liefert nicht blos Lebens- und Charakterbilder, sondern viel mehr; er liefert nämlich eine „Geschichte der Juden in Bildern". Man vergleiche namentlich im 4. Hefte: Josef de Ecija und Sam. Jbn-Wakar, Manessier de Besou und Josef Pichon, die eigentlich gleichsam nur die erhöhten Punkte bilden, die uns einen weiten Blick über die politische Lage und Strebungen der Juden in jenen Perioden gewähren. Sehr interessant ist das Lebensbild Isaak Abrabanels, bei welchem vorzüglich Kayserling's treffliches Werk: „Geschichte der Juden in Portugal" als Quelle benutzt wurde. Das 1. Heft möchten wir als das minder gelungene bezeichnen, da der Ton für ein „Familienbuch" etwas zu doktrinär gehalten ist. Doch enthält dasselbe auch manch' scharfsinnige Bemerkung. So in dem Lebensbilde „R. Akiba", über Anlage und Ausführung, Zweck und Tendenz des j wo von der viergliedrigen Paradies-Expedition die Rede ist. Ganzen ein unbefangenes Urtheil abgeben zu können. Und wir heben mit Vergnügen hervor, daß der Herausgeber quantitativ und qualitativ mehr bietet, als wozu er sich in errvähntem Prospekte verpflichtet hat. Die quantitative Mehrleistung besteht darin, daß in den 4 ersten Lieferungen auch die Lebensbilder von vier bedeutenden Männern, deren Namen im Prospekte nicht Vorkommen. zur Darstellung gelangten; so im 2. Hefte Mar Kohen-Zedek II; im 3. Hefte Isaak JbnAlbalia, Todros Abulafia und im 4. Hefte Josef Pichon und Samuel Abra banel I. Die historische Bedeutung dieser Männer dürfte sich dem wackeren Herausgeber, der seiner Aufgabe mit vielem Fleißc und erforderlicher Umsicht obliegt, erst im Verlaufe der Arbeit aufgedrängt haben. Wir glauben, daß auch wird aus dem talmudischen Ausdrucke: Nichnath beschalom, wejaza beschalom — dcducirt, daß Akiba den gnostischessäischcn Achsticismus verworfen habe, da das Wörtchen „jaza" anzudeuten scheint, daß er den Pardeß Träumereien alsbald Valet gesagt' Diese Bemerkung gewinnt an aktueller Bedeutung durch den Umstand, daß spätere Dunkelmänner bestrebt waren, dem nüchternen R. Akiba die Abfassung allerlei mystischen Plunders zuzuschreiben, um für die eigene Autorität in einem solchen Gewährsmanne eine Stütze zu finden. Wir wünschen dem Herausgeber Kraft und Ausdauer zur Vollendung der verdienstvollen Arbeit; wir wünschen aber auch, daß dieses Werk in jedem gebildeten jüdischen Hause als wirkliches „Familienbuch" einheimisch werde, auf daß Mann und Frau, Jüngling und Jungfrau auch recht häufig noch andere Abweichungen von dem ursprünglichen Pro j eine Lektüre zur Hand nehmen, »voraus sie die hervorragramme sich empfehlen dürften: So sollte Maimun nicht erst! gendsten Bannerträger Israels in ihren Kämpfen und Bestre nnter den Philosophen, sondern schon unter den „Rabbinii bringen kennen und schätzen lernen. I>. 1-4. schen Heroen" seinen Platz finden. £b Maimun mehr Selbst-! Nürnberg, im Februar. «Literarischer Diebstahl.- ständiges auf dem Gebiete des Rabbinismus, als cmf dem«Tie Zeitschrift „Der jüdische Eantor" bringt durch fünf der Philosophie geschaffen — das mögen wir hier nicht ent- I Nummern aus meinen „Bilder aus dem jüdischen Volksscheiden. Soviel jedoch ist gewiß, daß Männer wie Abraham j leben" einen wortgetreuen Abdruck der Erzählung „Der ben David (Rabad), Salomon von Montpellier, Nachmani,! Schebuoth-Kromz" ohne mein Wissen und ohne meinen Ben Aderet, Salomo Petit u. s. w. kaum in ihrem Wirken «Namen anzugeben. Um den Diebstahl zu verdecken, giebt sie und Streben zur anschaulichen Darstellung gebracht werden! der Erzählung einen anderen Titel: Kcßcr Thauro. Diese können, wenn dem großen Maimun, dessen Arbeiten den «letztere Manipulation bezeugt, daß der Herausgeber sich Gegenstand so bedauerlicher und doch höchst lehrreicher seines Plagiats und des Unrechts, das er begeht, vollständig Kämpfe bildeten, nicht — der Vortritt eingeräumt wird, bewnßt ivar, da er es möglichst zu verdecken suchte. Der einfachste redaktionelle Takt erheischt mithin, die im Pro- Simon Krämer, pens. Lehrer, spekte aufgestellte Gruppeneintheilung hier und da, eben im Interesse des Werkes, zu modificiren. In der Erwartung, daß uns dieser wohlgemeinte Rath nicht verübelt werden dürfte, freut cs uns, constatircn ^u können, daß der Herausgeber auch qualitativ mehr geleistet,