Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1881)
- Date
- 1881-03-08
- Page
- Seite 159 (sequence 11)
- Language
- German
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Schutz- und Jurisdiktionsrecht solche Früchte trägt, wäre es allerdings am füglichsten im Madrider Congreß gestrichen worden. Denn es ist ersichtlich, daß so ein Hecquart zu viel von den! Marokkanern gelernt hat, und sich angewöhnt, sehr kurzen! Proceß zu machen. Auf die Marokkaner macht ein solcher! Vorgang einen schlimmen Eindruck, denn sie fühlen sich dadurch in ihren Gewaltthätigkeiten bestärkt. Amerika. New-V«rk, 12. Dezember. (Privatmitth.) Wir geben in folgendem in getreuer Uebersetzung einen Artikel aus der „America» Correspondence“ vom 11. d. (Nr. U5(J), welche von vielen Redactionen diesseits und jenseits des Weltmeeres gehalten und benutzt wird. Die darin gegebene Nachricht entbehrt, wie wir glauben, der vollen Richtigkeit. Aber schon das Gerücht und die Art, wie dasselbe besprochen wird, manifestiren in unzweideutiger Weise die öffentliche Meinung in Nordamerika, und diese zu kennen, erscheint uns nicht bloß wegen der Wirkung, die es auf Deutschland selbst üben könnte, von Wichtigkeit, sondern auch um der Lage unserer dortigen Glaubensbrüder und der dahin auswandernden willen. Der Art. lautet: „Note der Amerikanischen an die deutsche Regierung zu Gunsten der Israeliten. — Man spricht in den Couloirs des Congreffes von einer Depesche, welche von dem Staats-Departement an Herrn White, Minister der Vereinigten Staaten zu Berlin, gerichtet worden sei, um ihm aufzutragen, der deutschen Regierung einige freundschaftliche Bemerkungen in Betreff des gegenwärtigen Antisemiten Kreuzgresses verlesenen Meffage Erwähnung zu thun; und dieser Maßregel hätte durch einige der weniger religiös-unduldsamen, Deutschland freundlichgesinnten Amerikanischen Congreß-Deputirten ein internationaler Charakter verliehen werden können. Das Staatsdepartement jedoch hätte nun am 8. d. Instructionen an H. White geschickt, welche ihm auftrugen, officiös denselben Schritt zu Gunsten der deutschen Israeliten zu thun, wie die amerikanischen Vertreter, die Herren Peixotto und Schuyler, einige Zeit vorher zu Gunsten der Bulgaren der Türkei und der Juden Rumäniens. Die öffentliche Meinung in den Verein. St. ist im allgemeinen den Israeliten sehr günstig, welche sich in großer Anzahl-nahe : eine Million (?) in der Republik aufhalten, wo sie höchst j geachtet und geschätzt sind, wie es die zahlreichen öffentlichen! Aemter beweisen, welche die allgemeine Stimme ihnen über-! tragen hat. Ohne Zweifel waren einige dieser Israeliten! bis vor kurze Zeit mehr Deutsche als Amerikaner, und wollten j sich deshalb den Anschein von Ueberlegenheit über die Ein-! wohner des Landes geben. Aber diese waren eine unbei deutende Minderheit, welche jetzt wohl sehr bedauern dürfte,! das „Vaterland" so hoch gehalten zu haben, personiffcirt in Bismarck und dem Kaiser. Es giebt wohl auch einige wenig achtbare jüdische Banquiers oder Kaufleute, welche man aus Barmherzigkeit nicht aus der Heerde Israels ausgestoßen hat, gegen welche sie Vorurtheil erzeugen. Aber die! Maffe der jüdischen Bevölkerung der Verein. St. ist, wie ' jeder Amerikaner weiß, patriotisch, achtenswerth und moralisch. Das Volk will, daß man die israelitischen wie die anderen zuges zu machen. Dieses Gerücht wird nur durch eine sehr Bürger behandele, ebenso hat die ..American Correspondence“. kleine Anzahl von Personen in den parlamentarischen und obwohl völlig cosmopolitisch in religiösen und Racenfragen, diplomatischen Kreisen in Zweifel gezogen, und das wegen nicht aufgehört, ihre Sache zu vertheidigen, besonders seit wichtigerer Gründe, wie die Washingtoner Correspondenten: der Verübung der Beschimpfungen in Saratoga, Manhattan, der großen Tagesblätter von New-Zjork mittheilen. Obwohl Beach :c. Dies ist auch ersichtlich aus dem allgemeinen die Informationen der „American Oorrespondence" nicht, Schrei der Entrüstung gegen Hilton und andere protestantische völlig die Richtigkeit dieses so wichtigen Gerüchtes garantiren, Fanatiker — welche durch die Freigebigkeit ihres verstorbenen so erwähnen sie doch die Thatsache, daß man in der Haupt- Patrons, Stewart, oder durch Ausnutzung ihrer armen Angestadt, ebensowohl wie in den anderen Städten der Bereinigten! stellten, bereichert worden waren und welche später jüdische Staaten, einen tiefen Unwillen empfand, als man von dem Familien aus ihren öffentlichen Geschäften zu vertreiben wilden Kriegszug hörte, der, würdig des Mittelalters, in wagten, blos weil sie Juden waren. Tie amerikanische Re- Deutschland gegen die Juden in's Werk gesetzt werde, ohne gierung wurde also durch die öffentliche Meinung getrieben, jede Zurückweisung von Seiten der kaiserlichen Regierung, das für die verfolgten Israeliten Deutschlands zu thun, was sondern gewiffermaßen unter der Leitung des officiellen Berihre Vorgänger für die Ungarn von 184tz, für die Bulgaren liner Hofpredigers. Jedoch konnte jedenfalls die amerikaj von 1877, und für andere unterdrückte Nationen gethan nische Regierung sich nicht direct in eine Frage der inneren! haben. Man sagt außerdem, daß, abgesehen von der buma Deutschen Politik einmischen, ebenso hat sich Präsident Hayes,! nitären Seite, die an H. White geschickten Instructionen auf der einer äußerst liberalen und friedfertigen religiösen Anj eine noch direkter praktische Seite hinzielen. Ihm wurde ficht angehört, wohl gehütet, seine freundschaftlichen Erj nämlich befohlen, der deutschen Regierung vorzustellen, daß, Mahnungen vor der Bereinigung des Congreffes nach Berlin! wenn jemals Spezialgesetze gegen die Israeliten erlaffen zu senden. Er würde in diesem Falle verpflichtet gewesen! würden, die naturalisirten Amerikaner diese Religion ihnen sein, derselben in seiner diese Woche bei Eröffnung des Con-! nicht untertvorfen sein könnten, so lange sie sich in Deutsch to*