Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1881)
- Date
- 1881-03-08
- Page
- Seite 156 (sequence 8)
- Language
- German
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15«» Ijmibert Pfennige bedauernd. lieber den Vortrag selbst will ich kein Nrtheil weiter fällen; denn da ich Semit bin. so könnte man mich für parteiisch verschreien. Ta es aber Abraham bemerkt hieran?, daß H. in Dresden denselben Bortrag gehalten und ihn zu einem Ausfall gegen die Juden benutzt habe. Wex. Borsteher der Fortschritts nur von Nutzen sein kann, seinen Gegner auch von indifferenter Partei. Mitglied der Bürgerschaft re. re, erwiedert nun hieraus Seite kennen zu lernen, so will ich nur bemerken, daß das, folgende höchst beachtenswertste Worte: „Ich sehe es als eine „Hamburger Fremdenblatt" in der Kritik des Vortrags wärtj Ehrenaufgabe der Fortschrittspartei an, daß sie derartige Ber lich sagt: „Das Thema des Vortragenden oder vielmehr Lesuche, die angebliche Iudenfrage aufs Tapet zu bringen, senden hieß: „lieber die Entdeckung" :c. Der Borvollständig ignorirt und daß mit der heutigen gelegentlichen tragende lies sehr schnell und ohne weitere Betonung Stellen i Anregung die Sache ein für allemal in unserem Verein be aus der Edda, die Göttergeschichtc betreffend, vor, wobei er! festigt sein möge. Bei uns in Hamburg giebt es eine solche die schwer oder gar nicht verständlichen Bezeichnungen der Frage nicht und wir würden sie erst schaffen müssen, wollten nordischen Ursprache braucht. Die Sage des Wettkampfes! wir darüber in eine Debatte eintreten. Das ist der Bortheil im Schwimmen zwischen Bärenülf und Brekka kommt ebenfalls unseres freiheitlichen Bodens, daß in Hamburg für eine solche zur Verlesung, wie überhaupt von einem freien Bortrag keine * Frage absolut kein Terrain vorhanden ist. Rede ist; mehrere Bücher und ein großes Manuscript ent- Wollten wir eine solche Frage discutiren, dann halten den Stoß, aber die Stabreime nachzuschreiben, die würden wir uns selbst von unserem vornehmen mit fabelhafter Geschwindigkeit abgclefen werden, ist nicht Standpunkt herunterdrängen und in jene ekelhaften möglich." Zum Schluß sprach H. die Hoffnung aus, daß Bestrebungen übergehen, wie sie sich leider in der seinen späteren Vorträgen (aha'.) dasselbe Interesse entgegen- Reichshauptstadt vollzogen haben." «Stürmisches gebracht werden würde. Es scheint demnach, daß dieser Vor-' Bravo.) Nachträglich erfahre ich noch, daß Herr H. sehr guten trag wohl nur ein einleitender sein sollte, vielleicht um das Grund gehabt haben soll, hier den Zahmen zu spielen. Bevor nationale Bewußtsein der bösen Hamburger, die ja auch sonst! er den Vortrag hielt, soll er aus die Polizei beschieden in Berlin nicht gut angeschrieben «o. Afsaire Rudhardt) sein! und ihm aus gut Hamburgisch mitgetheilt worden sein, sollen, zu wecken und zu stärken, um dann in den mit dieser j daß ihm zu einem Vortrag über das polizeilich ange- Borlesung gedüngten Boden die Saat des Unfriedens zu - meldete Thema die Concession nicht gut verweigert werden säen. Daß ihm das nickt gelingen wird, dafür bürgt der ge-1 könnte, daß jedoch der beim Vortrag anwesende Polizeisunde Sinn der hiesigen Bevölkerung und die hiesige nicht > beamte stricten Anstrag hätte, dem Redner sofort das Woist von anderswo her inspirirte Polizei. Auch bei diesem i zu verbieten, sowie er auf irgend eine Weise von dem an- Vortrag waren acht Polizisten in Civil anwesend. — Aus i gegebenen Thema abweichen sollte, und daß die Polizei in der Art aber, wie H. seine Borlesung ableierte, die doch! diesem letzteren Falle sich auch noch weitere Schritte gegen jedenfalls „die Stärkung nationalen Bewußtseins" zum I ihn auf Grund des augenblicklich hier proclamirten kleinen Zwecke hatte, scheint hervorzugehen, daß es ihm weniger vom; Belagerungszustandes Vorbehalte, also hinc illae lacrimaeü Herzen kommt, wenn es sich um dieses Thema handelt, als j Bon feinem unverwüstlichen Humor zeigt aber die in wenn „Verhetzung der Gesellschaftsklaffen" das Thema bildet; heutiger Nr. des Hamb. Fremdenblattes enthaltene Notiz, denn über Letzteres soll er ja, wie man mir erzählte, stets von der Leber resp. Galle weg sprechen. — — Am Tage vor erwähntem Bortrage hielt der Verein der deutschen Fortschrittspartei seine Generalversammlung und da entspann sich folgende Debatte: Fraustädter bringt zur Sprache, daß der durch seine Agitation in Berlin berüchtigte Henrici demnächst hier einen Vortrag halten werde und diesen voraussichtlich auf steuert haben das Terrain der Judenhetze hinüberspielen werde. Dank dem treffend hinzu: daß H. vorgestern in Berlin im Verlause einer Schand- und Brand-Rede seinen geduldigen Hörern ausgetischt habe, „daß in Hamburg die Judenfrage brennender sei, als anderswo und daß trotzdem die Preffe das Gegentheil behaupte. Er hätte, sagte er, in Hamburg einige Patrizier kennen gelernt, die zur Lösung der Judenfrage etliche 1000 Mark beige . ." Das citirte Blatt fügt dieser Notiz Merkwürdig nur, weshalb der gute Doctor gesunden Menschenverstände der Hamburger gäbe es hier keine hier dann nicht Ost ins Feuer gegoffen hat, wenn es schon Iudenfrage. F. richtet daher an den Vorstand die Frage, wie' einmal brannte. Wahrscheinlich hat ihm sein Freund Marr sich die Fortschrittspartei diesem Bortrage gegenüber verhalten will. Der Vorsteher vr. Gieschen erwiedert darauf: Wir würden den Herrn eine ganz unverdiente Ehre erweisen, wenn wir gegen ihn Stellung nähmen. Er verdient es nicht! Jedenfalls wird er uns beweisen wollen, daß vor 100 Jahren die Deutschen, welche Amerika entdeckt haben sollen — Juden waren. den „Brand" ausgebunden. „ Oesterreich-Ungarn. Bo« der Dona«, 22. Febr. (Privatmitth.) Mit einem gewiffen Stolze priesen die Ungarn bisher immer ihre Toleranz, jetzt hat auch die erste ungarische Universität ihre