Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1881)
- Date
- 1881-03-08
- Page
- Seite 155 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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nach zwei Monaten, die Redaktion der «Boss. Z." angeklaqt Schulpflicht und Schulbesuch bezüglich der ordentlichen Botts' worden, weil sie in dem Berichte über die Antisemitenver schulen ihres Wohnortes, sofern nicht für den Unterricht der sammlung in den «Reichshallen" der Polizei, welche den jüdischen Kinder in der von dem genannten Gesetz vorge Tumult und die Mißhandlungen von Personen hätte gesehenen Weise eigens gesorgt ist. Die Regierung ist hiernach währen lassen, beleidigt habe. Die Redaktion versichert in nicht in der Lage, eine allgemeine Befreiung der jüdischen ihrem heutigem Blatte, daß sic die Wahrheit ihrer Behauptungen Schüler vom Schulbesuch für den Sonnabend zu gewähren beweisen werde. — Wie weit die Verbreitung falscher Nach- oder anzuerkennen. Da es jedoch in der Billigkeit liegt, richten seitens der antisemitischen Blätter geht, davon gab jüngst daß etwa eigenen religiösen Bedenken, soweit die öffentliche die deutsche Landeszeitung ein Beispiel. Sie berichtete, daß Lrdnung nicht darunter leidet, thunlichst Rechnung getragen der Kultusminister v. Puttkammer das dem stud. Schramm werde, so sei nichts dagegen einzuwenden, wenn in einzelnen wegen seiner Ausfälle in der antisemitischen Studenten-Ber- Fällen auf besonderen Antrag der Eltern eine Befreiung sammlung vom Senate erlheilte consilium abeundi aufge-: mindestens für die Stunden des Gottesdienstes bewilligt wird, hoben habe, und der zeitige Rettor Prof. Hofmann deshalb; Daß israelitische Schüler, auch wenn fie des Sonnabends sein Amt niederlegen werde. Die «Rat. Z." berichtet ans j den Unterricht besuchen, nicht zu solchen Thätigkeiten angezuverlässiger Quelle, daß diese Nachricht ganz und gar erfunden sei. Frankfurt a. M., 22. Febr. (Privatmitth.) Unter den hiefigen jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten verdient wohl das unter der Leitung des Herrn Adolf Teblee als Borfitzenden des Borstandes stehende „Mädchenftift" besonders hervorgehalten werden, welche ihnen nach der Anschauung ihrer Eltern durch religiöses Gesetz untersagt find, ist dabei als selbstverständlich vorausgesetzt." Hamburg, 20. Febr. (Privatmitth.) Daß Jemand aus seiner Berühmtheit Capital schlägt, das ist wohl schon dageweseu, auch daß andere ausderAnrüchigkeitmancherPersonenCapitalschlagen, hoben zu werden, um zur Nachahmung für andere größere ist nichts Neues (viele Berbrecher-Cabinette. Räuberromane :c.), Städte aufzufordern. Dasselbe nimmt junge Mädchen, die j aber daß einer selbst aus seiner traurigen Berühmtheit Capital hier sich zu einem selbständigen Berufe vorbereiten oder einen schlägt oder wenigstens zu schlagen versucht, das ^periment blieb solchen bereits ausüben, ohne hier eigene Familie zu besitzen,! erst Hrn. Dr. Ernst Henrici Vorbehalten. Derselbe hielt ver zu Wohnung, Kost und Förderung eines firengfittlichen Lebens- J stoffenen Mittwoch Hierselbst einen sehr zahmen Bortrag: „Ueber wandels auf. In dem Sttfte besieht ein freundliches Fami-! die Entdeckung Amerikas durch die Deutschen im Jahre 1000." lienleben und die festgesetzte Hausordnung wird genau einl Wieso das junge Gymnasiallehrerlein eigentlich dazu berufen ist, gehalten. Der vierte Bericht dieser segensreichen Beranstal-! von Berlin nach Hamburg zu kommen, um Hierselbst einen Bortung zeigt uns den zufriedenstellenden Fortgang. Das Haus I trag über das genannte Thema zu halten, das weiß er wohl zählt jetzt 24 Zöglinge, vom 16 — 22. Lebensjahre, und es! selber nicht. Das Herrchen hatte einfach darauf gerechnet. ist nur sehr zu bedauern, daß die vorhandene Räumlichkeit eine größere Zahl nicht gestattet, so daß zahlreiche Gesuche unerfüllt bleiben müffen. Der Vorstand dentt an eine Erweiterung. Bon diesen 24 Pfleglingen waren £ ohne Eltern. 8 ohne Bater, 1 ohne Mutter. Bon denselben bilden sich 2 zu Lehrerinnen, 1 zur Handarbeitslehrerin, 1 zur Kindergärtnerin, 2 als Schülerinnen des Conservatoriums und 1 als Schülerin der Musikschule zur Musik, 7 für gewerbliche Fächer aus; 1 besucht noch eine höhere Töchterschule; 1 bekleidet die Stelle einer Caffirerin und Correspondentin, 1 als Directrice eines Consectionsgeschäftes, und 7 haben in verschiedenen Handlungshäusern Stellung gefunden. Breslau, 22. Februar. Die königl. Regierung zu Bres durch seinen Namen ein Geschäftchen zu machen, leider (?) ist ihm dies aber nicht gelungen. Denn ttotzdem die „Ham burger Nachrichten", die überhaupt zu der Anttsemitenfragc eine zweideutige Stellung einnehmen, dem Bottrag insofern schon vorgearbeitet hatten, indem sie kurz vorher einen Be ttcht über den Bottrag Henttcis in Dresden brachten und dattn die Begeisterung, mit welcher Herr H. für die Erhaltung des deutsch-nattonalen Bewußtseins, und wie die Schlagwöttlein alle heißen, eintrat, priesen, ttotz dieser vorangeschickter Quartiermacher war der Bottrag doch nur von ca. 150 Personen besucht. Das Entree war auf 1 Mark normitt und das hielt diejenige Sötte von Publicum ganz ab, welche überhaupt hier in Hamburg an Henrici'schen Borlau hat bezüglich der Theilnahme am Unterttcht seitens derj trägen gefallen finden könnte, das sog. „Radaupublikum", jeuigen jüdischen Schüler, welche die hiesigen Volksschulen! welches bei jedem Spettakel gern mit dabei ist. Das Letztere besuchen, insbesondere was den Unterricht am Sonnabend!war denn auch, nebstdem, daß H. sich sehr zahm zeigte, der betrifft, in einer Verfügung vom 27. Januar d. I. folgende Gesichtspunkte aufgestellt: „Nach § 60. des Gesetzes vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden unterliegen Letztere uneingeschräntt den gesetzlichen Bestimmungen über Grund, weshalb die Versammlung gar nicht, wie sonst bei den Chttstlichsozialen üblich, verlief. Das in jeder Beziehung enttäuschte Publikum verließ nach Beendigung der abgelefenen Stylübung ruhig den Saal, im Stillen die hinausgeworfenen