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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-01 · Heft 9 (1.3.1881) · p. Seite 137

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 9 (1.3.1881)
Date
1881-03-01
Page
Seite 137 (sequence 5)
Language
German
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137 Berlin alle Versuche, die jüdischen Kräfte zu einer Selbstvertheidigung zu vereinigen, gescheitert waren, und meint, daß dies wenigstens das Gute gehabt habe, zu zeigen, daß die Juden selbst an der Steigerung der Bewegung durch etwaigen Widerstand oder gar Angriff nicht Schuld gewesen, und daß die Behauptung der Gegner, die den Juden immer gemein same Pläne und Absichten insinuiren, völlig falsch sei. In der zweiten Rede sucht er die Aufgaben des Comites dahin zu normiren, daß die Bestrebungen auf die Abwehr der Angriffe, die Hebung des Judenthums in fremden und eigenen Augen und die sittliche Hebung der Inden gehen müßten. Hierbei erörtert der Redner sehr zutreffend mehrfache Punkte, zu welchen die bekannte Schrift Mommsen's veranlaßte. Tie Resolution selbst lautete: „Die Versammlung erhebt entschiedenen Einspruch: 1) gegen den in der Agitation der sogenannten Rabbiner. Frankfurt am Main 1 *81. (SlobotzkyA In der ersten Rede wird das Geschick Israels mit dem Hiob's verglichen, in der zweiten vom Chanukkaleuchter aus Blicke auf den jetzigen Kamps geworfen und die dritte „Israel und die Pharaonen" findet in dem Verhalten der Pharaonen gegen Israel und umgekehrt Bergleichungspunkke genug mit den gegenwärtigen Gegnern und deren Bekämpfung. Die Reden sind durchweg geistreich und spannend. Der Berfoffer hat eine große Kraft in der Ausdeutung von Bibel- und Midraschstellen. Hiervon scheint uns aber des Guten ein wenig zu viel geschehen, und die Reden verlieren dadurch an Nebersicht, an Ergebniß. Die Beschäftigung ' des Scharfsinns in der Predigt wird diese für den Zuhörer ergötzlich und anregend machen, ihm aber an bestimmten Gedanken und Ge« fühlen wenig erwecken, wozu die Unruhe in der Aufeinander Antisemiten immer wieder gemachten Versuch, die Gesummtj folge der Stellen und Erklärungen nicht kommen läßt. Noch heit der> deutschen Juden für Taktlosigkeiten und Vergehen j Eines müssen wir bemerken. Nichts ist religiöser als die Einzelner verantwortlich zu machen; 2) gegen das unwür-! Pietät gegen unsere Voreltern. Diese darf aber nicht verdige Bestreben, die deutschen Juden als eine außerhalb der > leiten, dieselben als lauter sittliche Muster zu feiern, denen Gesammtheit des deutschen Volkes bestehende nationale Beson- > alle die Fehler abgingen, welche doch nur an Theilen der derheit hinzustellen; sie erklärt vielmehr, daß sie unerschüttert! gegenwärtigen Generation bemerklich sind. Die Geschichte in Treue gegen das deutsche Vaterland ausharret und es als eine unwandelbare Aufgabe erkennt, in Erfüllung aller Bürgerpflichten für das Wohl und Gedeihen desselben mit ganzer Kraft zu wirken." Es versteht sich, daß sie einstimmig angenommen wurde. Wir brauchen nicht hervorzuheben, daß diese beiden Reden, wie alle Borträge des Pros. Lazarus, an Inhalt und Form edel und gediegen sind. Wenn in der ersten ein Gefühl der Niedergeschlagenheit sich fühlbar macht, so erhebt sich der Redner in der zweiten zu jenem Selbstgelehrt uns das Gegentheil und selbst aus der vielgerühmten spanischen Epoche besitzen wir Schilderungen, die Wort für Wort auf unsere Zeit passen. Wir müssen die Vorzüge unserer Zeit anerkennen, um von ihnen aus die Fehler und Mängel um so nachdrücklicher zu bekämpfen. — Der Kamps Jacobs. Predigt, gehalten am Tage der Hänel'schen Interpellation, Sonnabend den 20. November 1880 von Dr. P. Buchholz, Landrabbiner in Emden. (Der Reinertrag ist für die Alliance isr. univ. bestimmt. Emden. W. Schwalbe. , fühl des Juden. der in der Treue für seine Ueberzeuguug i Recht sinnige Anwendung des Verhaltens Jakobs gegen Esau den besten Trost gegen alle Angriffe und die Bürgschaft für! bei seiner Rückkehr und des bez. Midrasch: den Sieg des Rechtes findet. Nur in einem Punkte müssen j in Bekämpfung der Judenhetze. — Was ist der Tal wir Prof. Lazarus entschieden entgegentreten, wenn er nämlich mud und was hat er für Israel gethan? Predigt zu Sch» behauptet, daß die jüdischen Gemeinden als solche durch ihre! mini Azereth von 10. Hosea Jacobi, Llberrabb. zu Agram. Vertreter nicht befähigt seien, auch nach außen wirksam zu!<Agram, Hartmann 1880.) Diese Predigt erweckt noch ein sein. Die Erfahrung hat dies schlagend widerlegt. Man! besonderes Interesse dadurch, daß sie wenige Zeit vor dem erinnere sich an 1843, I8ö6 und 1808, wo die gemeinsamen Eintritt jener Katastrophe gehalten worden, welche durch Petitionen der preußischen Gemeinden die nachhalligste Wirkung hatten und felgst von ihren Gegnern mit Achtung bewiederholte Erdbeben Agram und auch die dortige Synagoge so hart rraf. Der Redner vertheidigr den Talmud, indem er handelt wurden. — Es ist natürlich, daß auch die jüdische die ihm jetzt wieder so lebhaft gemachten Vorwürfe durch die Kanzel in solchem Conflikte nicht schweigen konnte, und geschlagendsten Aussprüche des Talmuds entwaffnet. Natürlich wiß find von derselben tröstende, aufrichtende und oeriityn* j faitn dies im Rahmen einer Predigt nur in großen Zügen liche Worte ausgegangen. Uns kamen im Druck folgende zu:! geschehen, und will eine solche nicht den Werth einer wiffen- Wahrheit, Recht und Friede. Eine Kanzelrede für Freunde fchaftlichen Arbeit beanspruchen. Der Berfaffer ist aber bc- und Feinde des Judenthums von I)r. Julius Landsgeistert für seinen Gegenstand, und erwärmt um so eher seine berger. (Berlin, Perser 1881. Preis 30 Pfennige. Der Hörer. — Hierzu mögen wir mit Recht auch eine Predigt volle Ertrag ist für's Lessing-Denkmal bestimmt.) Eine schöne, eines christlichen Geistlichen fügen: Tie „Judcnfrage". Prewahrhast erwärmende Rede, auf die bezüglichen Schrift- und digt über Math. Vll, 12. Gehalten zu Aunweiler am 0. Aboth-Stellen gestützt. — Drei Reden von vi. M. Horowitz, Januar 1881 von Heinrich Piton, Protest. Pfarrer.

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